Ist ein zweiter Brunnen nötig? 

Münchner drehen Eurasburg den Hahn zu

Die Gemeinde Eurasburg benötigt pro Jahr rund 380 000 Kubikmeter Trinkwasser. 330 000 Kubikmeter liefert der gemeindeeigene Brunnen in Happerg, die restlichen 50 000 werden aus der Münchner Wasserleitung bezogen. Doch diese Quelle wird bald versiegen.

Eurasburg – Das wurde der Gemeinde von der Stadtwerke München Service GmbH Anfang dieses Jahres mitgeteilt. Grund sind Engpässe in den Münchner Umland-Gemeinden. „Die haben ein erhebliches Problem“, berichtete Bürgermeister Moritz Sappl in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend. Nach dem neuen Wasserrechtsbescheid des Landratsamts Garmisch-Partenkirchen, der zuständigen Wasserrechtsbehörde, dürfe nur noch in akuten Notfällen Wasser aus der Münchner Leitung entnommen werden. Die Landeshauptstadt bezieht ihr Wasser aus Brunnen in Oberau. „Rechtlich dürfen wir die 50 000 Kubikmeter nicht mehr entnehmen“, betonte der Rathauschef. Er hoffe auf eine Übergangsfrist, aber dafür müsse die Gemeinde Pläne vorlegen, wie sie ihre Wasserversorgung selbst sichern will. „Das Trinkwasser ist der Schlüssel der gemeindlichen Entwicklung. Da müssen wir uns konsequent auf die Hinterbeine stellen“, sagte Sappl.

Eidenschink: „Das ist die wichtigste Sache der Gemeinde“

Der Geschäftsleiter der Gemeinde, Günther Eidenschink, pflichtete dem Bürgermeister bei. „Das muss ab sofort ganz oben auf der Prioritätenliste stehen. Das ist die wichtigste Sache der Gemeinde“, sagte Eidenschink. Für die Planung veranschlagt der Geschäftsleiter einen Zeitraum von knapp zwei Jahren (bis Ende 2018). Weitere drei Jahre dauere es voraussichtlich bis die Pläne umgesetzt werden. Für diesen Zeitraum hofft die Gemeinde Eurasburg auf ein Entgegenkommen der Münchner Stadtwerke.

Sappl: „Es herrscht Handlungsbedarf“ – Vermutlich muss ein neuer Brunnen her

Vermutlich wird es darauf hinauslaufen, dass ein weiterer Brunnen angelegt werden muss. Die Kapazität des Brunnens in Happerg sei sehr witterungsabhängig, erläuterte Eidenschink auf Nachfrage des Gemeinderats. „Der ist ausgelastet. Ohne dass man ihn ausbaut, wird uns die Menge von 330 000 Kubikmetern nicht erhöht werden.“ „Es herrscht Handlungsbedarf“, mahnte Sappl. Zwar werden Einsparmaßnahmen noch nicht ausdrücklich gefordert, sie könnten jedoch in naher Zukunft nötig werden. „Dann sollten wir die Bürger am besten immer wieder darauf hinweisen, Wasser zu sparen – zum Beispiel beim Autowaschen“, sagte Gemeinderat Alexander Sebald. „Die Sportplatzbewässerung machen wir mit Trinkwasser – das ist eigentlich ein Wahnsinn“, sprach Geschäftsleiter Eidenschink aus, was ihm zu dem Thema gerade durch den Kopf schoss.

Urban: Trinkwasserversorgung wird kostenmäßig steigen

Man müsse sich auch über die Kosten Gedanken machen, regte Hans Urban an. „Die Trinkwasserversorgung wird kostenmäßig steigen. Das ist ganz sicher die Konsequenz“, bestätigte Rathauschef Sappl. Für genaue Zahlen sei es jedoch noch viel zu früh.

Von Rudi Stallein

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