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Keine neue Heimat für Flüchtlinge: Die entsprechenden Umbauarbeiten im Kloster Beuerberg hat die Erzdiözese München und Freising vorläufig einstellen lassen.

Umbau des Josefstrakts gestoppt

Kloster Beuerberg: Asyl-Wohnungen nicht mehr benötigt

Eurasburg – Spätestens im Frühjahr sollten im Kloster Beuerberg wie berichtet 74 Wohnungen für Asylbewerber bereitstehen. Doch daraus wird nichts. Der Umbau des so genannten Josefstrakts wird vorübergehend eingestellt.

Derzeit wird die Baustelle winterfest gemacht. Was weiter mit dem Trakt passiert, steht noch in den Sternen. Flüchtlinge werden angesichts der aktuellen Entwicklung jedoch vermutlich nicht einziehen.

Groß war die Freude in der Gemeinde Eurasburg, als die Erzdiözese München und Freising im Herbst 2015, als die Flüchtlingswelle auf ihrem Höhepunkt über die bayerischen Kommunen hinwegschwappte, bekannt gab, im Kloster Beuerberg umfangreich Wohnraum für Asylbeweber schaffen zu wollen. Damals konnte es mit dem Baubeginn nicht schnell genug gehen – ein Dreivierteljahr später hat sich die Situation allerdings gründlich gewandelt. Es ist ruhig geworden um das Thema Flüchtlinge. Für Objekte wie den klösterlichen Josefstrakt zu ruhig.

„Wir haben Signale aus der Politik erhalten, dass derzeit kein Bedarf an den Wohnungen besteht“, sagt Bernhard Kellner, Pressesprecher der Erzdiözese auf Anfrage unserer Zeitung. „Deswegen gehen wir davon aus, dass es keine Gemeinschaftsunterkunft wie geplant geben wird.“ Die Arbeiten seien bis dato planmäßig fortgeschritten. Der erforderliche zweite Fluchtweg sei angebracht worden. Doch der Innenausbau wurde aufgrund der veränderten Situation vorerst gestoppt, was für die Verantwortlichen aber offenbar kein allzu großes Problem darstellt. „Ich kann keine Zahlen nennen, wie viel Geld bislang in die Sanierung geflossen ist. Aber das Gebäude war baufällig. Es hätte so oder so etwas gemacht werden müssen“, berichtet der Pressesprecher. Kellner betont: „Wir halten daran fest, den Bau künftig für soziale Zwecke zu nutzen.“ Allerdings sei es noch zu früh, um über eine genaue Ausrichtung zu sprechen. „Ich kann auch noch keine zeitlichen Prognosen abgeben, wann und wie es mit dem Umbau weiter geht.“

Als „eine ganz ungute Sache“ wertet Moritz Sappl die Entwicklung, dass vor wenigen Monaten dringend angemahnter Wohnraum plötzlich nicht mehr erforderlich ist. „Davon sind ja auch Privatleute betroffen“, gibt der Eurasburger Bürgermeister zu bedenken.

In der Gemeinde selbst sei die Unterbringung der Asylbewerber derzeit bestens geregelt. „Wenn die Zahlen so bleiben, hat Eurasburg seine Quote übererfüllt. Wir sind unserer Verpflichtung in jedem Fall nachgekommen“, stellt der Rathauschef fest. Es würden sogar noch weitere Räume zur Verfügung stehen, die derzeit nicht belegt seien.

In den zehn Containern am Sportheim, dem so genannten Glaspalast, warteten derzeit noch 14 Personen darauf, dass ihr Asylantrag bearbeitet wird. „Aber das sind alles Einzelpersonen“, so Rathauschef Sappl. „Die zieht es alle in Richtung der Städte, wo sie ihre Kirchen und Anknüpfungspunkte in Form von Verwandten und Freunden haben.“

von Rudi Stallein

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