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Außenansicht: Der Josefstrakt des Klosters Beuerberg soll zum dörflichen Treffpunkt werden.

Kloster Beuerberg vor Umbau

Josefstrakt wird zu einer Herberge der besonderen Art

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Der Josefstrakt des Kloster Beuerberg - einst ein Mädchenpensionat, später Frauen-Erholungsheim - soll zu einem dörflichen Treffpunkt werden - samt Hotel.

Beuerberg Die Idee keimte schon länger, jetzt ist das Projekt bauantragsreif. Der ehemalige Josefstrakt des Klosters Beuerberg wird zu einem Hotelbetrieb umgebaut. Die Herberge mit 24 Zimmern, Mini-Café, kleiner Krämerei und öffentlichen Gemeinschaftsräumen soll künftig das „Scharnier zwischen Dorf und Kloster sein“, wie Dr. Christoph Kürzeder in einem Pressegespräch erklärte. An diesem Dienstag soll der Gemeinderat grünes Licht für den Bauantrag geben.

Außenansicht: Der Josefstrakt des Klosters Beuerberg soll zum dörflichen Treffpunkt werden. Illustration: Erzbischöfliches Ordinariat

Wer heute durch die kalten Flure des Trakts mit einer Gesamtfläche von 2569 Quadratmetern geht, braucht viel Fantasie, um sich die Baustelle als funktionales, kuscheliges Hotel vorzustellen. Zwischenzeitlich war geplant gewesen, hier Unterkünfte für 74 Flüchtlinge zu schaffen (wir berichteten). Dem Vorhaben machte das Denkmalamt einen Strich durch die Rechnung. Seither liegt die Baustelle brach. „Es wird größter Wert auf den Erhalt der historischen Bausubstanz gelegt und diese funktional weiterentwickelt“, betont Kürzeder. Denkmalpflege und Ensembleschutz hätten die Arbeit der Fachplaner maßgeblich bestimmt. „Die größte Herausforderung ist der Erhalt des historischen Dachstuhls“, erläutert der Museumsdirektor.

Im 19. Jahrhundert war im Josefstrakt ein Mädchenpensionat untergebracht. In den 1950er- und 1960er-Jahren dienten die Räume als Frauen-Erholungsheim. Zuletzt bot es Spätaussiedlern ein Zuhause. Durch seine Lage zum Pfarranger sei der Gebäudetrakt „prädestiniert, um eine Verbindung vom Kloster zum Dorf herzustellen“, sagt Kürzeder. „Die Zusammenarbeit zwischen Kloster und Dorf wurde mit der Ausstellung ,Heimat‘ schon intensiviert. Jetzt erfolgt er erste bauliche Schritt hin zum Dorf.“

Das unterstreichen die Umgestaltungen an der Fassade, dort wird ein Zugang zum Marienhof geschaffen. So werde „der intime Charakter der Klosteranlage als öffentlicher Raum akzentuiert“. Die Herberge soll Treffpunkt für Dorfbewohner und Besucher sein. Dazu diene der öffentliche Bereich im Erdgeschoss, in dem ein Cafébetrieb geplant ist. Zudem spiele man mit dem Gedanken, „den Klosterladen, der bisher ein wenig versteckt liegt, nach vorne zu bringen“ und eventuell eine kleine Krämerei einzurichten – immer unter Berücksichtigung der herrschenden Verhältnisse.

„Wir sind nicht gekommen, gesunde Strukturen im Ort zu zerstören“, betont Kürzeder. Deshalb arbeite man eng mit lokalen Firmen zusammen, um den einfachen, wertigen Stil des Klosters in die heutige Zeit zu übertragen. Beispielsweise bei der Gestaltung der Möbel durch das Wolfratshauser Unternehmen Zweiraum. Bettgestelle, Tische und Stühle aus Eschenholz seien an den historischen Möbeln des Klosters orientiert, aber „nicht historisch nachgebaut, sondern aus der Formensprache neu entwickelt“.

Das „Hotel“, für das es noch keinen Namen gibt, und das kaum mit herkömmlichen Hotels vergleichbar sein wird, entwickele sich auf ähnliche Art, wie die Ausstellungen im Kloster. „Für uns war das Work in Progress“, betont Kürzeder. Mit der Ausgestaltung des neuen Trakts verhalte es sich genauso. „Wie es mit Themen gefüllt wird, muss sich entwickeln. Aber das ist eine große Chance.“ Wichtig sei, dass es ein „gemeinsames Projekt mit dem Dorf ist, und sich nicht vom Dorf weg entwickeln soll“.

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Die Herberge bietet in 24 Zimmern 48 bis 50 Personen Platz, einige Zimmer könnten zu Familienzimmern vergrößert werden. Bis die ersten Gäste einziehen, wird es aber noch ein paar Jahre dauern. „Es wäre schön, wenn es zu unserem Jubiläum im Jahr 2021 ordentlich dasteht, mit einer schönen Fassade“, sagt Kürzeder. „Dann ist es sicher noch nicht bezugsreif.“ Damit rechne er nicht vor Ende 2022 oder 2023.

rst

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