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Einen Teil ihres Klärschlamms möchte die Gemeinde Dietramszell künftig in Eurasburg entwässern.

Kooperation in Sachen Schlamm

Eurasburg/Dietramszell – Die Gemeinde Eurasburg wird Klärschlamm für Dietramszell entwässern.

Die Gemeinde Dietramszell möchte einen Teil ihres Klärschlamms künftig in Eurasburg entwässern. Dieses Anliegen brachte Bürgermeister Moritz Sappl in die jüngste Gemeinderatssitzung ein. Es geht um rund 600 Kubikmeter Nassschlamm pro Jahr, deren Aufbereitung der Zeller Kläranlage Kapazitätsprobleme bereite.

Fachlich sei das machbar, erklärte der Bürgermeister. Auch die Entsorgung des Presswassers (vermutlich etwa 400 Kubikmeter) sei unproblematisch, ergänzte Geschäftsleiter Günther Eidenschink. „Das wird ganz langsam und dosiert eingeleitet.“ Wenn es technische Probleme gebe, könne man das Ganze außerdem sofort rückgängig machen. Die Frage sei deshalb in erster Linie: „Wollen wir das als interkommunale Zusammenarbeit sehen oder nicht?“

In diesem Punkt herrschte weitgehend Einigkeit: Gemeinden sollten sich untereinander helfen. „Es ist sicher sinnvoll, solche Anlagen kommunal überregional zu sehen, deshalb ist dem zuzustimmen“, so die Meinung von Klaus Koch. Wie das Ganze konkret vonstatten gehen soll, darüber herrschte noch in einigen Punkten Unklarheit. So ist beispielsweise die Vertragsdauer noch zu klären, genauso wie die Kostenfrage. Hubert Zwick regte an, den Vertrag zeitlich zu beschränken: „Das darf keine Dauerlösung werden“, sagte er. „Mehr als ein Jahr erst mal nicht“, so Sappls Vorschlag. Inklusive einer Ausstiegsklausel für den Fall, das es Komplikationen gebe.

Wie das Ganze verkehrstechnisch geregelt werden soll, ist unklar. Immerhin müsse der Klärschlamm zu drei Terminen jeweils quer durch den Landkreis geschafft werden, gab Zwick zu bedenken. Die 600 Kubikmeter würden sich auf mindestens zwei Dutzend Lkw-Ladungen verteilen. Natürlich müsse der Schlamm immer vorher untersucht werden, „damit wir uns nix auf unsere Anlage holen“, sagte Eidenschink. Im Schadensfall hafte natürlich der Verursacher.

Schließlich gab der Gemeinderat dem Dietramszeller Gesuch mit 15:2 Stimmen seinen Segen – vorbehaltlich der finanziellen Einigung. „Über den Kubikmeterpreis muss man noch reden“, diktierte Moritz Sappl ins Protokoll. Neben Hubert Zwick, der dagegen stimmte, verweigerte auch Maria Urban ihre Zustimmung. Die in der Sitzung angesprochenen zwei Euro pro Kubikmeter seien ihrer Einschätzung nach ein reiner Gefälligkeitspreis. „Das erscheint mir viel zu billig. Das sind ja Peanuts“, begründete die Landwirtin ihre Entscheidung nach der Sitzung gegenüber unserer Zeitung. „Ich bin skeptisch. Ich habe nichts gegen interkommunale Zusammenarbeit. Aber man muss sich auch nicht ausnutzen lassen.“

Rudi Stallein

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