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Die Gemeinde Eurasburg berät über ihren Haushalt.

Kosten steigen, Einnahmen sinken

Kosten rauf, Einnahmen runter: Gemeinde prüft Haushalt

Eurasburg – Der Eurasburger Gemeinderat hat über die Finanzlage beraten. Der Tenor: Die Kosten steigen, aber die Einnahmen sinken.

Leichtes Kopfzerbrechen bereitet dem Eurasburger Gemeinderat in diesem Jahr der Verwaltungshaushalt. „Die Kosten in der Verwaltung steigen, die Einnahmen sinken“: Auf diese einfache Formel brachte Bürgermeister Moritz Sappl das Ergebnis der von Kämmerer Markus Gerold präsentierten Aufstellung. Nach den bisherigen Planungen hat der Verwaltungshaushalt ein Volumen von 7,18 Millionen Euro. Weil die Einnahmen leicht darunter liegen, fehlen rund 25 000 Euro.

Was noch gravierender ist: Es bleibt kein einziger Euro übrig, der dem Vermögenshaushalt zugeführt werden könnte. Im Jahr 2015 waren das immerhin eine knappe halbe Million Euro. „Das bedeutet, wir müssen uns Geld vom Vermögenshaushalt nehmen, um die Ausgaben der Verwaltung zu decken“, machten Gerold und Sappl deutlich.

Das bestätigte, was die CSU-Stadträte Peter Furtner und Stefan Bauer schon in der Bürgerfrageviertelstunde zu Beginn der Sitzung angemahnt hatten: „Wir sind voll dabei, uns zu überfordern und sollten uns langsam wieder aufs Wesentliche konzentrieren.“ Vermehrte Anfragen nach Zuschüssen, dazu dringend erforderliche Maßnahmen und einige angedachte Projekte belasten den Haushalt.

Bürgermeister Moritz Sappl

Hinzu kommt, das die Kreisumlage auf 2,47 Millionen Euro gestiegen ist. Somit zahlt die Gemeinde rund 450 000 Euro mehr an den Landkreis als im Jahr zuvor. Deutlich angestiegen sind auch erforderliche Ausgaben im Bereich „Lehr- und Unterrichtskosten“, weil wegen neuer Lehrpläne neue Schulbücher für die dritten und vierten Klassen angeschafft werden müssen. Zudem ist eine neue Reckstange fällig, die allein mit rund zehntausend Euro zu Buche schlägt. Außerdem seien nach der energetischen Sanierung die Wartungskosten für die Grundschule erheblich gestiegen. „Die Wartungsverträge sind sehr kostenintensiv“, so Gerold.
 
Erstmals findet sich dieses Jahr die Skulpturenmeile von Hans Kastler in Happerg im Kostenplan: 2000 Euro sind für deren Unterhalt angesetzt. Aufwendungen im Rahmen der Sozialcard verschlingen heuer vermutlich rund 23 000 Euro statt 5200 Euro wie im vergangenen Jahr, weil außer den „bisher drei Leuten“ nun auch die Asylbewerber berechtigt sind, die Vergünstigungen in Anspruch zu nehmen. Vorarbeiten für eine bald erforderliche Sanierung der in Gemeindebesitz befindlichen Grünwinkelkapelle sind mit 30 000 Euro veranschlagt. Mit rund 37 000 Euro für den Unterhalt von Grundstück und Gebäude steht der Kindergarten Beuerberg im Haushaltsplan. Dort wünscht man sich unter unter anderem eine Rampe in den Keller.

Nun sind die Ratsmitglieder aufgefordert, sich Gedanken zu machen. „Die Frage ist, was wollen und was können wir uns leisten. Und was wollen wir lassen“, formulierte Sappl die Hausaufgabe. „Ich sehe das kritisch, dass wir dem Vermögenshaushalt nichts zuführen können“, sagte Grünen-Vertreter Klaus Koch. „Das Ziel muss auf jeden Fall sein, auf eine schwarze Null zu kommen. Wir müssen mit einigen Ausgaben runter – und schauen, wo wir eventuell Einnahmen erhöhen können.“

Einen Ansatz dafür brachte Hubert Zwick (Freie Wählerschaft Achmühle) ins Gespräch. Seiner Meinung nach würden die erst kürzlich bewilligten 80 000 Euro Zuschuss für die Schlosskirche Mariä Empfängnis sowie die Filialkirche St. Margareta in Berg dieses Jahr noch nicht oder zumindest nicht in voller Höhe fällig, so dass man einen Teil in 2017 schieben könnte. „Wir sollten nicht in Panik verfallen, sondern schauen, ob wir Sachen haben, die wir in 2016 nicht unbedingt brauchen“, empfahl der Kämmerer. Marcus Fichtner (Gemeinsame Wählervereinigung) dachte schon mal laut über weitere Streichmöglichkeiten nach. „Auch wenn ich mir jetzt vermutlich einen Schiefer einziehe: Eine Rampe für einen Bollerwagen für 10 000 Euro halte ich im Augenblick für utopisch.“

von Rudi Stallein

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