Prozess am Landgericht

Messer-Attacke: Das sagt das Opfer vor Gericht

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Versuchter Mord steht im Raum: Ein Asylbewerber soll in Eurasburg mit einem Messer auf einen anderen Flüchtling losgegangen sein. Vor Gericht saß das Opfer nun auf der Zeugenbank.

Eurasburg– Kannten sich Täter und Opfer? Gab es 20 Euro Schulden? Und wurde dem Angreifer wirklich das Radl gestohlen? Fragen über Fragen türmen sich seit Prozessbeginn am Landgericht München II. Dabei geht es wie berichtet um eine Messerattacke im April 2017 in der Asylbewerber-Unterkunft in Eurasburg. Letztendlich verlief der Übergriff durch äußere Umstände relativ glimpflich. Erst die Ermittlungen brachten das ganze Ausmaß ans Licht. Seitdem muss sich der 20-jährige Angreifer wegen versuchten Mordes verantworten.

Angeblich kannten sich die beiden Schüler aus ihrer noch jungen Vergangenheit. In Pakistan arbeitete der Angeklagte für den Vater des Opfers. Der soll sich vom 20-Jährigen 20 Euro geliehen haben, die der Angeklagte nun vom Sohn zurückfordern wollte. „Ich kenne ihn nicht, auch keinen seiner Bekannten oder Familienangehörigen“, erklärte der Zeuge am dritten Verhandlungstag in gutem Deutsch. Generell erinnerte er sich aber nicht mehr genau an die Attacke. Er sei am Kragen gepackt und geschubst worden. An eine Todesdrohung könne er sich nicht mehr erinnern. Nach einem kleinen Schnitt am Ohrläppchen sei er weggerannt, der Täter hinterher. Durch das beherzte Eingreifen von Zeugen kam es zu keinen weiteren Übergriffen. Dass ihm der junge Afghane drohte, er werde nicht mehr lebend heimkommen, sollte der 20-Jährige ihn in der Schule treffen – diese Verbal-Attacke verschwimmt in der Erinnerung.

Der Besonnenheit einer Erzieherin ist es zu verdanken, dass die Situation nicht eskalierte. Sie versammelte die anderen anwesenden Jugendlichen in einem Raum, sperrte alle Türen zu und rief die Polizei. Das leicht verletzte Opfer ging mit seiner Wunde nicht zum Arzt. Der Prozess dauert an. Angela Walser

Rubriklistenbild: © dpa / Matthias Balk

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