„Niemand will unschuldig im Gefängnis landen.“

Messer-Attacke: Das Urteil ist gefallen

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Versuchter Mord stand bei dem Prozess am Landgericht im Raum. Es versuchte zu klären, was in den Unterkünften in Reichersbeuern und Eurasburg vorgefallen ist. Nun hat die Richterin entschieden.

Eurasburg/Reichersbeuern  Das Landgericht München II hat einen jungen Asylbewerber aus Afghanistan wegen gefährlicher Körperverletzung und räuberischer Erpressung zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren verurteilt. Den Vorwurf des versuchten Mordes ließ das Gericht fallen.

„Wir können nicht unbedingt nachweisen, dass Sie ihn ermorden wollten“, sagte die Vorsitzende Richterin. Mit „ihn“ meinte sie einen jungen Pakistani, der beinahe der Wut des Angeklagten zum Opfer gefallen wäre. Der Streit unter den nicht ausgelasteten Burschen war im März 2017 in der Asylbewerberunterkunft Reichersbeuern entbrannt. Es ging um 20 Euro und ein Fahrrad – und vielleicht ging es auch noch um ein gemeinsames Stück Vergangenheit, welches das Opfer lieber vergessen hätte. 

Der Afghane hatte früher für den Vater des Pakistani gearbeitet. Dem lieh er angeblich 20 Euro – Geld, das der 23-Jährige nie wieder sah und sich nun vom Sohn zurück holen wollte. Die Messerattacke bestritt er bis zum Schluss. Als die Richterin das Urteil fällte, heulte er wütend auf. Ein Formblatt des Gerichts zerfetzte er sofort. „Ich bin unschuldig, ich bin damit einverstanden, aber niemand will unschuldig im Gefängnis landen.“ Wiederholt versuchte die Richterin ihm zu erklären, dass das wirklich nicht strenge Urteil für den Angeklagten eine Möglichkeit sei, sozialverträgliches Verhalten zu lernen. Doch der Mann, der später in Eurasburg untergebracht war, ließ sich nicht beruhigen.

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Weil er sich eine vorangegangene Verurteilung nicht zur Warnung hatte dienen lassen, konnte das Gericht keine Bewährungsstrafe mehr verhängen, wie sie der Verteidiger gefordert hatte. wal

Rubriklistenbild: © dpa / Frank Rumpenhorst

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