Die Besucher in der Beuerberger Stiftskirche
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Mundschutz und Uniform: Die Fähnriche der 47 teilnehmenden Kompanien salutieren beim Patronatstag der Gebirgsschützen in der Beuerberger Stiftskirche.

In der renovierten Stiftskirche

Mit Söder, Aigner und Aiwanger: Gebirgsschützen feiern 70. Patronatstag in Beuerberg

  • vonRudi Stallein
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Hoher Besuch in Beuerberg: Zum Patronatstag der Schützen besuchten Bayerns Spitzenpolitiker die Kirche St. Peter und Paul. „Wir funktionieren auch in Krisenzeiten“, betonte Landeshauptmann Martin Haberfellner

Beuerberg – Voriges Jahr fiel der Patronatstag der Bayerischen Gebirgsschützen, vorgesehen in Königsdorf, komplett der Pandemie zum Opfer. Heuer ließen es sich die Schützenvereinigungen der Pandemie zum Trotz nicht nehmen, ihren Festtag zu Ehren der Gottesmutter Maria als Patrona Bavariae und Schutzfrau der Gebirgsschützen mit einem Festgottesdienst in der frisch renovierten Stiftskirche St. Peter und Paul in Beuerberg zu feiern.

Traditionen kann man nicht im Homeoffice bewahren und weitergeben. Man muss sie in der Gemeinschaft leben.“

Martin Haberfellner

„Wir funktionieren auch in Krisenzeiten“, betonte Landeshauptmann Martin Haberfellner in seiner Begrüßungsansprache. Konsequente Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie seien unstrittig erforderlich, weshalb seit über einem Jahr „keine Prozessionen, keine Wallfahrten, keine Versammlungen keine Sommerfeste, keine angemessenen Trauerfeiern“ mehr stattgefunden haben. „Wir dürfen uns aber auch nicht selber aufgeben“, sagte Haberfellner. „Traditionen kann man nicht im Homeoffice bewahren und weitergeben. Man muss sie in der Gemeinschaft leben.“ Deshalb habe man entschieden, „wenigstens die bescheidenen Möglichkeiten der geltenden Infektionsschutzverordnung auszuschöpfen“.

„Für Bayern ein ganz großer Stolz“: Ministerpräsident Söder hob die Bedeutung der Gebirgsschützen hervor.

Politische Prominenz besuchte den Patronatstag - Ministerpräsident Markus Söder inklusive

Statt wie geplant auf einer Wiese im Dorfzentrum fand der von Kardinal Reinhard Marx und Dekan Thomas Neuberger zelebrierte Gottesdienst witterungsbedingt in der Stiftskirche statt. Dort fand nur knapp die Hälfte der für die Open-Air-Veranstaltung eingeplanten maximal 200 Festteilnehmer (inklusive Gottesdienstteam und Blasmusik) Platz. Jede zweite Bankreihe war gesperrt, die restlichen auf insgesamt 40 Sitzplätze reduziert. Gelbe Punkte auf dem Fußboden markierten die Plätze für die Fähnriche der 47 teilnehmenden Kompanien, die sich in den äußeren Gängen und vor den Seitenaltären aufstellten. Die vorderen Kirchenbänke waren der politischen Prominenz vorbehalten. Ministerpräsident Markus Söder, sein Stellvertreter Hubert Aiwanger und Landtagspräsidentin Ilse Aigner teilten sich die erste Reihe. Es folgten Regierungspräsidentin Maria Els, die Abgeordneten Martin Bachhuber, Robert Brannekämper, Florian Streibl und Hans Urban sowie Herzog Max und Herzogin Elisabeth von Bayern.

Jubiläum des Klosters, Geburtstag der Musikkapelle: Alles musste abgesagt werden.

Er habe mit Freude „das schöne Gewand aus dem Schrank geholt“, um zum Festgottesdienst zu gehen, sagte Moritz Sappl. „Und das nicht online, nicht to go, sondern in Präsenz.“ Der Eurasburger Bürgermeister erinnerte daran, dass das Patronatsfest der Höhepunkt einer üppigen Festwoche sein sollte. Aber auch das Jubiläum 900 Jahre Kloster Beuerberg sowie das Fest zum 175. Geburtstag der Musikkapelle Beuerberg seien abgesagt worden. „Wir werden diesen Patronatstag in Erinnerung behalten, gerade weil er so anders ist“, meinte der Rathauschef.

Lesen Sie auch: Die Stiftskirche wurde umfangreich renoviert - einige Schätze kamen dabei zum Vorschein.

Kardinal Reinhard Marx sagte, der Tag sei geeignet, „ein Zeichen zu setzen, dass wir verbunden bleiben, uns nicht unterkriegen lassen“. Markus Söder vergaß nicht, auf „die unglaublich schwierigen Zeiten“ einzugehen, „die wir gerade durchleiden“. Der Ministerpräsident hob auch die Wichtigkeit von Traditionen und Bräuchen gerade in solchen Phasen hervor. Ein bisschen Wehmut klang mit beim Gedanken an frühere Patronatstage, die zigtausende Besucher anlockten. „Sie sind ein Musterbild von dem, was Bayern ausmacht, entsprechen jedem Klischee, geben Kultur und Tradition in Bayern ein Gesicht. Das macht Eindruck“, sagte Söder und betonte: „Die Gebirgsschützen sind für Bayern ein ganz großer Stolz.“ Auch wenn auf der langen Zielgeraden im Kampf gegen Corona noch ein gutes Stück zurückzulegen ist, sei er sicher: „Wir werden unsere Freiheiten zurückbekommen, und wir werden wieder Patronatstage feiern, wie wir es gewohnt sind.“

Wachsam: Wegen des hohen Besuchs patrouillierte berittene Polizei auf dem Gelände.

Anton Frech, Hauptmann der gastgebenden Gebirgsschützenkompanie Beuerberg-Herrnhausen, versprach den Teilnehmern zum Abschied: „Beim nächsten Mal gibt es wieder eine anständige Brotzeit, Bier und gute Laune in Beuerberg.“ Für dieses Jahr mussten sich die Fähnriche mit einer „Marschverpflegung“ in Form einer Brotzeittüte, gefüllt mit Breze, Bier und Wurst, begnügen, die sie beim Verlassen der Kirche mit auf den Heimweg bekamen. rst

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