Katharina und Michael Wohlfahrter aus Eurasburg
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Glücklich verheiratet: Katharina und Michael Wohlfahrter aus Eurasburg

Katharina und Michael Wohlfahrter gaben sich unter ungewöhnlichen Umständen das Ja-Wort

Mitten im Lockdown: Brautwalzer im Wohnzimmer

  • Doris Schmid
    vonDoris Schmid
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Viele Paare verschieben ihren Hochzeitstermin. Sie haben keine Lust auf eine Heirat unter Pandemie-Bedingungen. Katharina und Michael Wohlfahrter ließen sich nicht abschrecken. Die beiden Eurasburger wollten nicht mehr warten.

Eurasburg – Die Corona-Pandemie durchkreuzt die Pläne von zahlreichen Heiratswilligen. Im vergangenen Jahr wurden viele Hochzeiten abgesagt oder verschoben. Einige Pärchen trauten sich trotzdem. Auch Katharina und Michael Wohlfahrter sagten im Lockdown Ja zueinander. „Wir wollten nicht warten, bis Corona vorbei ist“, sagt der Bräutigam. „Wer weiß, wann das so weit. Und es geht ja um uns.“

Die beiden haben sich auf Umwegen kennen und lieben gelernt. Im Februar dieses Jahres gaben sich der Zimmerer und die Energieberaterin auf dem Eurasburger Standesamt das Ja-Wort. Trotz der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen konnten die beiden ihre Vermählung mit Hochzeitslader, festlichem Menü und vielen Gästen feiern – dank ihrer Trauzeugin Veronika Menzinger.

Von der ersten losen Bekanntschaft bis zur Hochzeit waren allerdings 20 Jahre vergangen. Das lag daran, dass beide verheiratet waren, eine Familie gegründet hatten und an den anderen gar nicht dachten. Doch wie es der Zufall wollte, lief man sich über den Weg: Ab und zu half Katharina Forster als Klarinettistin in der Eurasburger Blaskapelle aus. Dort spielt Michael Wohlfahrter Flügelhorn. „Da haben wir uns über die Jahre näher kennengelernt“, sagt der Zimmerer.

Veronika Menzinger. Die Trauzeugin organisierte den Hochzeitstag.

Ich war ein bisschen überrumpelt, aber ich glaub’, dass ich aus ganzem Herzen Ja gesagt habe.

Katharina Wohlfahrter

Gefunkt hat es dann unter einem Birnbaum. Der trug so viele Früchte, dass Michael Wohlfahrter das Obst verschenkte. Die Energieberaterin nahm das Angebot dankend an, sich ein paar Birnen abzuholen. Im November 2018 war klar, dass sie künftig gemeinsam durchs Leben gehen wollen. Zwei Jahre später machte der Eurasburger seiner Herzensdame einen Heiratsantrag – während eines Live-Stream-Konzerts von Herbert Pixner im vergangenen November. „Die Kinder waren nicht zu Hause, und beim vorletzten Stück habe ich ihr den Antrag gemacht“, erzählt der 40-Jährige. „Ich war ein bisschen überrumpelt, aber ich glaub’, dass ich aus ganzem Herzen Ja gesagt habe“, meint Katharina Wohlfahrter lachend. Am 12. Februar dieses Jahres läuteten die Hochzeitsglocken. Eurasburgs Bürgermeister Moritz Sappl traute das Paar. Anschließend ging’s für die Frischvermählten zum Fotografen – und mit ihm nach draußen in die winterlich verschneite Landschaft.

Diese Zeit nutzten die Trauzeugin und Freunde, die Wohnung der Hochzeiter für die Feier vorzubereiten. Es wurden 50 rote Luftballons aufgeblasen, und das Haus dekoriert. Als das Paar nach Hause kam, streuten die Kinder Vitus, Pauline und Johannes Blumen. Natürlich gab es auch einen Empfang: Über einem Stehtisch mit bereit gestellten Sekt und Gläsern hing eine Kette mit Fotos von Angehörigen und Freunden. „Alle hatten auf dem Bild ein Glas in der Hand“, erzählt die Braut. Auch über das Internet und ein Tablet waren Familie und Freunde zugeschaltet, um mit dem Brautpaar zumindest virtuell anstoßen zu können. Am Hochzeitstag im Februar war nur der Besuch einer haushaltsfremden Person erlaubt. Und so war es die Trauzeugin, die dem Brautpaar den Sekt einschenkte. „Das war ein sehr emotionaler Moment für mich“, erzählt die Eurasburgerin.

Am festlich eingedeckten Tisch in der Küche servierte Veronika Menzinger dem Brautpaar das Festmenü, das ein Caterer aus Geretsried vorbereitet hatte. Es gab eine Suppe mit Pfannkuchenstreifen, geschmorte Kalbsbackerl mit Karottengemüse und Spätzle sowie zum Dessert Bayrisch Creme mit frischen Beeren. Zur gleichen Zeit genossen die Eltern das Bräutigams sowie die Familien der Patenkinder von Katharina und Michael Wohlfahrter bei sich zuhause das Menü. Nach dem Essen forderte der Bräutigam seine Angetraute im Wohnzimmer zum Brautwalzer auf. Anschließend wurde die Hochzeitstorte angeschnitten.

Eine große Überraschung erwartete das Paar am Abend. Hochzeitslader Alexander Sebald wartete am Bildschirm auf die beiden, ebenso wie viele Freunde. In vollem Ornat begrüßte er die Hochzeitsgesellschaft und übernahm das traditionelle Abdanken mit lustigen Gstanzln.

Auch wenn Familie und Freunde aufgrund der Corona-Pandemie nicht persönlich mit Katharina und Michael Wohlfahrter feiern konnten, war es eine „richtige“ Hochzeit für die beiden. „Das war einfach toll, was unsere Trauzeugin da auf die Beine gestellt hat“, sagt die 42-Jährige über ihre Freundin. Als Hochzeitsgeschenk von ihr gab es übrigens – einen Birnbaum.

nej

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