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Hans Kastler war nicht nur ein großer Künstler, sondern auch ein Mensch mit Humor. Das bewies er etwa bei einer Führung durch seinen Skulpturenpark, wo er mit seinem Florettfechter zum Spaß in einen Zweikampf trat.

Abschied eines großen Künstlers

Nachruf: Eurasburger Bildhauer Hans Kastler ist tot

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Eurasburg – Der Landkreis trauert um einen großen, wenn nicht seinen größten Künstler. Bildhauer Hans Kastler aus Eurasburg ist im Alter von 85 Jahren verstorben.

Im Eurasburger Ortsteil Happerg wacht ein Gorilla aus Bronze oben am Wiesenhang über Hans Kastlers Kunst und über die Gemeinde. Er war Kastlers Markenzeichen. Bürgermeister Moritz Sappl ist erschüttert über die traurige Nachricht über den Tod des Künstlers, denn erst kürzlich hatte er ihn im AWO Seniorenzentrum in Benediktbeuern besucht, um mit ihm den neuen Flyer für den Skulpturenweg in Happerg abzustimmen. Seit seinem Schlaganfall 2014 lebte Kastler dort, kümmerte sich dennoch rührig um seine Kunstwerke, die ihm alles bedeuteten. „Es ist enorm, welche Kraft und Energie ihm seine Arbeit gab“, sagt Sappl.

Seit 1969 lebte der gebürtige Österreicher in seinem Haus im Eurasburger Ortsteil Happerg. 2009 erfüllte sich Kastler einen Traum: den Skulpturenweg am Wiesenhang vorm Atelier. Seither stehen dort „Florettfechter“ und der „Flurwächter“, insgesamt 20 verwegene Gesellen in monumentaler Größe aus Metall und Stein mit Ecken und Kanten, in sich beweglich oder starr, kubisch und bauchig.

Kastlers Skulpturenweg darf für immer bleiben

Kastler hoffte damals, dass sein Skulpturenweg verbleiben darf, solange er lebe. Sappl verspricht heute: „Er darf für immer bleiben.“ Die Gemeinde stellt das Grundstück zur Verfügung und wird sich um die Kunstwerke kümmern. Inzwischen wurde die Sammlung wieder komplettiert, nachdem 2015 zwei Eisenskulpturen gestohlen wurden und seither nicht mehr auftauchten. „Wir haben die Figuren nachbilden lassen“, bestätigt der Rathaus-Chef. Er und die Bürger Eurasburg seien stolz auf Kastlers Erbe. „Das tut unserer Gemeinde sehr gut.“

Stolz ist auch ein anderer. Der Münsinger Bildhauer Hans Neumann war Kastlers Schüler und Assistent. „Er war ein wertvoller und geselliger Mensch, ohne künstlerische Fisimatenten und allseits beliebt“, erinnert sich Neumann. Im Gegensatz zu ihm, sei Kastler weg vom Gegenständlichen gegangen. „Er hat immer gesagt, er will die Natur nicht kopieren.“ Und noch etwas fand Neumann berührend: „Er gab seinen Kunstwerken gerne lustige Namen.“ Die „Stabi-Mobis“ stehen sinnbildlich für die Intention des Künstlers: Form, Veränderung und Bewegung.

Kastler ging hinaus in die Welt, aber blieb der Region verbunden

In einem Gespräch mit unserer Zeitung hat Hans Kastler einmal erzählt, dass ihn Ludwig Ganghofers Buch „Die Herrgottschnitzer von Oberammergau“ als Kind so fasziniert hätte, dass er Schnitzer werden wollte. Seiner Tante aus Wien hatte er es zu verdanken, dass er die Schnitzerschule in Hallein besuchen durfte. Von 1946 bis 1950 arbeitete Kastler bei der Kiefer AG, der größten Steinmetzfirma Österreichs. Mit seinem Lehrmeister, einem italienischen Bildhauer, restaurierte er die vom Krieg zerstörten Säulen und Kapitelle des Wiener Parlaments.

Später ging Kastler als Künstler hinaus in die Welt. Er fuhr mit dem Schiff und einem „Schimpansen aus Holz“ über den Atlantik, für eine Ausstellung in New York. Auf dem Weg zu einer Ausstellung seiner Werke in Sri Lanka hatte er einen ganzen Koffer voller kleiner Skulpturen dabei. Er bekam das Wurlitzer-Stipendium und lebte ein Jahr (1964 bis 1965) in einer Künstlerkommune in New Mexico. Hans Kastler wurde 1994 mit dem Kulturpreis der Stadt Wolfratshausen ausgezeichnet und erhielt für seine bildhauerische Leistung im Jahr 2004 das Bundesverdienstkreuz.

Hans Kastler war ein Mensch, der mit sich und der Welt zufrieden war und die Tiere liebte. Sein Markenzeichen, der Gorilla, ist unsterblich. Er wird weiter wachsam auf Kastlers Erbe schauen.

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