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Applaus für Söder: Christsoziale Politprominenz war am Sonntag beim Neujahrsempfang der Eurasburger CSU im Gasthaus zur Mühle in Beuerberg anzutreffen.

Neujahrsempfang der Eurasburger CSU

Mit Siebenmeilenstiefeln ins Internet

Eurasburg - Ein spendabler Finanzminister Markus Söder beglückte die Eurasburger CSU bei ihrem Neujahrsempfang am Sonntag. Doch es gab auch kritische Töne zur Flüchtlingspolitik der Christsozialen.

Ein Satz seines politischen Ziehvaters Edmung Stoiber hat sich Minister Markus Söder eingeprägt. „Er hat immer gesagt: Wenn man hierher kommt, helfen nicht nur gute Worte. Dann soll man auch was mitbringen“, zitierte er den ehemaligen Bayerischen Ministerpräsidenten. Tatsächlich hatte Söder, am Sonntag Gast der Eurasburger CSU, ein ordentliches Geschenk in der Tasche: Unmittelbar vor dem Empfang hatte er im Eurasburger Rathaus Bürgermeister Moritz Sappl einen Förderbescheid über 469 782 Euro überreicht, um die Breitbandversorgung voranzubringen. „Was das schnelle Internet betrifft, kann die Gemeinde jetzt mit Siebenmeilenstiefeln vorankommen“, sagte der Finanzminister zu Beginn seiner Rede im vollbesetzten Saal des Gasthauses zur Mühle in Beuerberg.

Zuvor hatte der CSU-Landtagsabgeordnete Martin Bachhuber launig die ersten Großereignisse des noch so jungen Jahres 2017 herausgestrichen, indem er sagte: „Donald Trump ist als 45. Präsident Amerikas vereidigt worden, und Markus Söder ist 50 geworden.“ Ganz im Ernst wies er darauf hin, dass man sich auf Söders Unterstützung immer habe verlassen können, bei der Sanierung der Beuerberger Pfarrkirche ebenso wie in Sachen S-Bahn-Verlängerung, speziell beim Tunnel für Wolfratshausen. Und nun der Beitrag zum Breitband-Ausbau, die „Grundlage für die digitale Revolution in vielen Bereichen“.

Söder griff die Vorschusslorbeeren gerne auf, dankte seinem Vorredner lächelnd für die lobenden Worte („Sie sind angemessen“), bevor er zum Zustand des Freistaats und der Nation Stellung bezog. Zum Thema Flüchtlinge erklärte Söder: „Hilfe kann nicht darin bestehen, dass wir eine unbegrenzte Zuwanderung jedes Jahr erneut akzeptieren. Deshalb sage ich: Ja zu Hilfe, aber auch ein ganz klares Ja zu einer Begrenzung der Zuwanderung.“ Dafür erntete er Bravo-Rufe aus dem Publikum. So etwas wie der „Fall Amri“ dürfe nicht mehr passieren. „Die Sicherheit der Bürger ist ein höheres Gut als alle anderen.“ Diese Ausführungen blieben jedoch nicht unwidersprochen, Flüchtlingshelfer überreichten Söder an Ort und Stelle einen Beschwerdebrief.

Anders als sonst beim Neujahrsempfang üblich, hatte der CSU-Ortsvorsitzende Albert Berghofer dieses Mal Gastbeiträge zugelassen. Walter Mauk, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (ABL) nutzte die Gelegenheit, nachdrücklich auf die in seinen Augen katastrophale Situation der Milchbauern in der Region hinzuweisen. „Dieses ganze Subventionsding ist ein Irrsinn“, erklärte Mauk. Der Minister möge sich dafür einsetzen, dass die EU das erfolgreiche kanadische Konzept mit garantiertem Mindestpreis pro Liter Milch und Ausweitung der Bio-Bauern einsetze, wie es bereits „im letzten Positionspapier der Partei“ festgehalten worden sei. Söder erwiderte, dass sich der Freistaat viel Mühe gebe, die Landwirtschaft zu unterstützen.

Wenig Verständnis zeigte er für die Anregung eines Zuhörers aus dem Publikum, er möge sich hinsichtlich des sogenannten Anbindegebots „bitte zurückzuhalten“. Söder widersprach: „Es erleichtert Gemeinden die Ausweisung neuer Gewerbegebiete.“

rs

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