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Erst Imagefilm, dann Kabarett: Josef Brustmann nahm natürlich auch die Genossenschaftsbank auf die Schippe.

Gegründet, als der Reißverschluss erfunden wurde

Raiffeisenbank Beuerberg-Eurasburg: 125-Jahr-Feier im voll besetzten Festzelt

Die Raiffeisenbank ist wie ein Reißverschluss. Warum? Das erklärte  Vorstandsvorsitzende Christian Glasauer bei der 125-Jahr-Feier der Raiffeisenbank Beuerberg-Eurasburg. Im voll besetzten Festzelt mit „Weltpremiere“ und Kabarett

Beuerberg– Ein „Best of“ und eine „Weltpremiere“ erlebte das Publikum bei der 125-Jahr-Feier der Raiffeisenbank Beuerberg-Eurasburg am Samstagabend im Festzelt. Zu den Festtagen hatten sich der Burschenverein Beuerberg-Herrnhausen, der heuer 120 Jahre alt wird, und das Kreditinstitut zusammengetan.

Erst Imagefilm, dann Kabarett: Moderator Markus Niederreiter, Vorstandsmitglied Mario Bäsler und Vorstandsvorsitender Christian Glasauer (Foto li.,v. li.) blicken launig auf die Geschichte der Raiffeisenbank zurück.

Die Weltpremiere war ein dreieinhalbminütiger Imagefilm der Raiffeisenbank, mitgestaltet vom ehemaligen Mitarbeiter Markus Niederreiter, der auch durch den ersten Teil des Abends führte. Dieser bestand aus einer spritzigen Darbietung des jungen Beuerberger Ensembles Blechpfiff sowie einem launigen Rückblick auf die Geschichte der Genossenschaftsbank. Sie wurde 1894 gegründet – im selben Jahr, in dem auch der Reißverschluss erfunden wurde. „Wir sind beide eine Selbstverständlichkeit geworden. Für manche sind wir kleinere, für manche größere Alltagshelfer“, sagte der Vorstandsvorsitzende Christian Glasauer. 30 000 Euro spende man jährlich für gute Zwecke in der Region.

Zum Geburtstag schenkte man sich und den Besuchern das „Best of“-Programm des aus Wolfratshausen stammenden Sängers und Kabarettisten Josef Brustmann. Der nahm sich die (Narren)-Freiheit, den Gastgeber immer wieder auf die Schippe zu nehmen. Weil der Tisch für sein Instrument ein bisschen wackelte, meinte Brustmann, die Organisatoren hätten ihn falsch verstanden, als er um einen Zither-Tisch gebeten habe. Nach einem goldigen Gesangsduett mit dem kleinen Luis aus Eurasburg über das Bipi-Henderl, das keine Eier legen will, stellte er fest, dass das Lied hervorragend zur Zinspolitik der Bank passe. Auch die Beuerberger mussten Spott ertragen. Für seine „Sounds of Silence“-Version packte der Künstler eine Discokugel aus, die bunte Lichtpunkte durchs Zelt schickte: „I hob ma denkt: Josef, wenn du nach Beuerberg kummst, dann musst scho a bissl was mitbringa, weil was hams denn scho?“

Das Programm stellte eine Mischung aus leicht verdaulichen Kalauern, bissiger Satire und nachdenklichen Passagen dar, etwa als der Träger des Deutschen Kabarettpreises über den Ort seiner Kindheit, Waldram, erzählte. Früher hätten er und seine Freunde die große Freiheit an der Isar genossen, mit Fischen fangen, Feuer machen und Judenstrick rauchen. Heute erlebe die Jugend „Abenteuer“ überwiegend in der virtuellen Welt, Freiheit bestehe höchstens aus ein paar Stunden Freizeit.

Nostalgisch blickte der 64-Jährige auf seine erste Blue-Jeans und auf eine Jugend mit nur drei Fernsehprogrammen zurück. Er rechnete mit der katholischen Kirche mit ihren Missbrauchsskandalen und ihrer Scheinheiligkeit ab, lästerte über den amerikanischen Präsidenten Donald Trump und nahm die Oberbayern aufs Korn. Dazwischen Karl-Valentin-Zitate, sinnfreie Bauernregeln und Witze von Totengräber Toni Tretter.

Sein großes musikalisches Repertoire zeigte der ehemalige Gymnasiallehrer für Musik an Zither, Gitarre und Ziehharmonika sowie am Glockenspiel und mit einem Jodler. Gastgeber und Besucher, die mehrere Zugaben einforderten, freuten sich über das gelungene Geburtstagsgeschenk.

tal

120 Jahre Burschenverein Beuerberg-Herrnhausen: Der Festzug in Bildern

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