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Hans Kastlers Werk "Wachstum I" ist rund. Sein Pendant "Wachstum II" ist eckig gestaltet. Beide Werke sind etwa einen halben Meter hoch. 

Skulpturenpark von Hans Kastler in Happberg

Die Lücken werden geschlossen

Eurasburg - Im März vergangenen Jahres sind zwei Kunstwerke von Hans Kastler aus Happerg gestohlen worden. Jetzt sind sie nachgebildet worden - und werden demnächst in den Skulpturenpark integriert.

Zwei unschöne Lücken klaffen in der Skulpturenmeile des Bildhauers Hans Kastler im Eurasburger Ortsteil Happerg. Nackte quadratische Betonplatten zeugen in der grünen Wiese am Kellerweg von dem Diebstahl zweier Objekte, der Anfang März vorigen Jahres für Unverständnis und Kopfschütteln sorgte. Bis heute sind die Kunstwerke „Wachstum I“ und „Wachstum II“ verschwunden, die Diebe konnten nicht ermittelt werden. Dennoch sollen die Lücken in der Freiluftausstellung bald geschlossen werden. Der Künstler (84), der seit einem Schlaganfall im Herbst 2014 in einem Seniorenwohnheim im Landkreis lebt, hat von den gestohlenen Skulpturen Nachbildungen anfertigen lassen. Derzeit lagern die zwei aus blanken Edelplatten gefertigten Plastiken noch im Bauhof in Eurasburg. Voraussichtlich im Mai oder Juni sollen sie laut Bürgermeister Moritz Sappl die Kunstmeile in Happerg wieder vervollständigen.

Die Kunstwerke heißen "Wachstum I" und "Wachstum II"

„Das jemand so etwas klaut, um den Stahl womöglich zu verkaufen, das ist kaum zu glauben“, sagt Johann Schunn. In der Werkstatt des Geretsrieder Metallbauers wurden im Auftrag Kastlers die Kopien der zwei einzigartigen Skulpturen gefertigt. Schon als der Eurasburger Bildhauer noch selbst aktiv war, habe er bei verschiedenen Projekten mit ihm zusammengearbeitet, berichtet Schunn. Für ihn war der Auftrag eine willkommene Abwechslung im Tagesgeschäft zwischen dem Bau von Türen, Fenstern und Balkongeländern. „Das ist natürlich etwas, das aus der Reihe fällt. Das macht Spaß, auch meinen Mitarbeitern“, sagt der Metallbaumeister, der Freude am künstlerischen Aspekt seiner Arbeit gefunden hat. „Ich hätte durchaus auch Lust, mal mit anderen Künstler was zu machen“, so Schunn. Rund 30 Stunden Arbeitszeit stecken in den beiden Kunstwerken, einer runden und einer viereckigen Spirale aus Edelstahl, jede knapp einen halben Meter hoch.

Die Gemeinde beteiligt sich an den Kosten

Demnächst sollen die Kopien in den Skulpturenpark integriert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Ihre Positionen stehen schon fest, die alten Sockel müssen aber erneuert werden. Die Gemeinde, die einen Dauerleihvertrag mit Hans Kastler geschlossen hat, um den Verbleib der Skulpturen in Happerg zu sichern, wird sich voraussichtlich mit 4000 Euro an den Kosten beteiligen. Diese Summe ist im Vermögenshaushalt eingeplant, dem der Gemeinderat in seiner Sitzung am 12. April jedoch erst zustimmen muss. „Aber ich gehe davon aus, dass es da keine Probleme geben wird“, sagt Bürgermeister Moritz Sappl. Rudi Stallein

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