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Was mit dem Gelände in Bruggen geschieht, das die Gemeinde gekauft hat, ist noch offen. 

Ankauf einer Fläche im Ortsteil Bruggen

Gemeinderat diskutiert über sozialen Wohnungsbau

Eurasburg - Was tun mit 2000 Quadratmetern Grund? Diese Frage sorgte im Gemeinderat für eine intensive Diskussion. 

Anlass der Debatte: Die Gemeinde Eurasburg hatte kurz vor Weihnachten ein Grundstück im Ortsteil Bruggen erworben. Darauf steht derzeit ein marodes Schleusenwärterhäuschen. Dieses soll abgerissen und durch ein soziales Wohnungsbauprojekt ersetzt werden. Zu diesem Thema stellten die Gemeinderäte Ralf Reichenberg, Hubert Zwick (beide Freie Wählerschaft Achmühle), Peter Goepfert (Unabhängige Wähler) und Alexander Sebald (Herrnhauser Liste) nun einen konkreten Antrag. Die Gemeinde möge deshalb ein Büro mit der Planung des Projekts beauftragen, ferner einen Kostenrahmen ermitteln und finanzielle Mittel für das Bauvorhaben im Haushaltsplan 2016 bereitstellen.

Für sozialen Wohnungsbau gibt es derzeit Fördergelder

Trotz des durch die Flüchtlingskrise erheblich gestiegenen Bedarfs an günstigem Wohnraum erhielt der Antrag nicht ungeteilte Zustimmung. Grünen-Vertreter Klaus Koch begrüßte das Vorhaben, nicht zuletzt, weil es dank des sogenannten „Wohnungspakts Bayern“ dafür „eine sehr attraktive Förderlandschaft“ gebe. „Ich halte das für sehr wichtig“, so Koch. Er sieht wegen der Verpflichtung der Gemeinde, Fehlbeleger unterbringen zu müssen, einiges auf Eurasburg zukommen. Unterstützung erhielt der stellvertretende Landrat von Parteikollege Hans Urban: „Der Antrag ist von uns unbedingt mitzutragen.“ Peter Furtner äußerte Unbehagen. „Wollen wir uns jetzt schon so einschränken, dass wir uns auf sozialen Wohnungsbau festlegen?“, fragte der CSU-Vertreter. „Es gibt auch genügend Interessenten zum Beispiel für ein Einheimischenmodell.“

Ein Einheimischenmodell gibt es schon in Berg

Das gebe es bereits in Berg, hielt Bürgermeister Moritz Sappl dagegen. Er sieht im Projekt Bruggen einen weiteren Vorteil: „Wenn wir die Möglichkeit haben, etwas zu bauen und damit ein bisschen was zu verdienen, tut das der Gemeindekasse gut.“ Eine sehr blauäugige Sichtweise sei das, fand Stefan Bauer (CSU): „Sozialer Wohnungsbau wird uns nicht die Kassen füllen.“ Er teile Peter Furtners Meinung, sich die Nutzung der Fläche vorerst offenzuhalten. „Wir haben jetzt in Bruggen ein Grundstück gefunden, wo das Projekt funktionieren würde. Wir halten den Standort für sehr geeignet“, untermauerte Peter Goepfert den von ihm mit unterzeichneten Antrag. Dem widersprach Marcus Fichtner (Gemeinsame Wählervereinigung). Er hielt die Fläche für ungeeignet. „Da kriegst du kein Doppelhaus unter“, so sein Argument. „Wir sollten das Geld gescheit investieren und nicht in ein Puppenhäusl.“

Jetzt soll ein Planungsbüro ermitteln, was auf der Fläche möglich ist

Schließlich einigte man sich einstimmig auf einen Kompromiss: Die Verwaltung wird beauftragt, von einem Planungsbüro zunächst ausarbeiten zu lassen, „was auf der Fläche überhaupt möglich ist“. Die Gemeinde ermittelt einen Kostenrahmen gemäß den Förderungsmöglichkeiten des Freistaats. Finanzielle Mittel werden vorerst nur für die Planung bereitgestellt. Rudi Stallein

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