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Tellerfreie Zone: Am Kochtisch von Caspar Hartle (Mi.) amüsieren sich (v. li.) Anne Becker, Maureen Linhart, Marion Anna Smith und JC Leopold

Auf dem Hof von Anne Becker am Loisach-Kanal

Stelldichein der Kunsthandwerker

Jede Menge schöner Alltagsdinge konnte man kürzlich in Beuerberg sehen. Goldschmiedin Anne Becker hatte auf ihren Bauernhof geladen, der sich an diesem Tag in ein Schmuckkästchen verwandelte. 

Beuerberg – Wenn Goldschmiedin Anne Becker zur Ausstellung nach Beuerberg einlädt, kommen stets beachtete Kunsthandwerker aus der Region um München. Dann wird aus dem ehemaligen Bauernhof ein Schmuckkästchen einzigartiger Dinge. Das hat sich herumgesprochen: Bei der jüngsten Ausstellung besuchten nonstop Besucher den urigen Hof am Loisach-Kanal.

Caspar Hartle (74), Goldschmiedemeister aus Wasserburg, war heuer zum ersten Mal dabei. In den 1980er-Jahren hatte er die Idee zu seinen sogenannten Kochtischen, die er inzwischen auf der ganzen Welt verkauft. Die Mitte des konkav geformten, sechseckigen Tisches wird mit Gas beheizt. So lässt sich auf der Tischplatte aus Edelstahl kochen und essen – eine „tellerfreie Zone“. „Das macht Lust auf Geselligkeit“, sagt Hartle.

Neben dem Hof lagen Trophäen im Gras, die von einer Großwildjagd in deutschen Wohnzimmern zeugten: ausgestopfte Löwen-Köpfe mit Fell aus alten Perserteppichen. Der Münchner Künstler JC Leopold stellt Objekte in einen neuen Kontext.

Kunterbunte Geldbeutel, Luftschlangen aus Gold und Silber

Die Modedesignerin Maureen Linhart aus München entwirft Ledertaschen – ohne Firlefanz, aber in allen erdenklichen Farben. Der Künstlerin geht es vor allem darum, dem Naturmaterial Leder „seine Lebendigkeit zu lassen“ und das Material nicht „tot zu arbeiten“.

Gerne etwas opulenter hat es Marion Anna Smith. Weil die Sozialpädagogin jahrelang keinen „gescheiten Geldbeutel“ fand, hat sie ihn einfach selbst gemacht. Inzwischen beherrscht die Schwabinger Künstlerin das Besticken und Nähen von Leder in Perfektion. Farbiges Leder, teils bestickt, ziert die Börsen außen. Innen überraschen sie mit kunterbunten Futterstoffen.

Die Gastgeberin Anne Becker hat sich im vergangenen Jahr in der Villa Bunterkunst während des geretteten Kulturherbsts in Geretsried einen Namen gemacht. Beckers Schmuck setzt auf Funktionalität, Beweglichkeit und Wandlungsfähigkeit. Die Einzelstücke sind stets den Formen der Natur angelehnt. In der neuen Kollektion wandelt auch sie die ursprüngliche Form um. „Aus meinen Schneckerlketten sind Luftschlangen für um den Hals aus Gold und Silber geworden.“ Andrea Weber 

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