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Das, was in Eurasburg nach einem Kahlschlag aussieht, ist in Wahrheit nur ein notwendiger Pflegeschnitt. 

„Sie werden sehen, es wird wieder grün“

Straßenmeisterei holzt in der Eurasburger Ortsmitte aus

  • vonRudi Stallein
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Mancher Bürger ist bestürzt über die Ausholzungen in der Eurasburger Ortsmitte. Doch die Straßenmeisterei beruhigt. Es handelt sich nur um Pflegeschnitte.

Eurasburg Hörbar entsetzt berichtete die Anruferin von einem „Kahlschlag“ in Eurasburg. Mitten im Ortszentrum fielen zu beiden Seiten der Staatsstraße 2370 die Bäume. Reihenweise abgesägte Stümpfe würden seit vorigem Wochenende auf Höhe der Schule aus dem Grünstreifen zwischen Fahrbahn und Radweg ragen. Und niemand von den Männern, die mit Motorsägen einen Stamm nach dem anderen zerlegten, habe ihr sagen können, wozu die Aktion gut sei, empörte sich die Eurasburgerin.

Auch Bürgermeister Moritz Sappl bekam von der Sache erst mit, als die Arbeiten schon in vollem Gange waren. Aufklärung gab es erst am Donnerstag, nachdem die zuständigen Sachbearbeiter zuvor krank oder im Urlaub waren. „Das sind Arbeiten, die wirklich nötig sind. Die Gehölzflächen an der Straße müssen gepflegt werden. Aber das hat nichts mit einer Rodung zu tun“, beruhigt Jürgen Neidhardt, Leiter der Wolfratshauser Straßenmeisterei. Zum einen gebe es entlang der Staatsstraße etliche kranke Bäume, hauptsächlich betroffen sind wie mehrfach berichtet Eschen, die schon aus Gründen der Verkehrssicherheit gefällt werden müssten. Das könne nur in den Wintermonaten von Oktober bis Ende Februar passieren. „Das schreibt das Naturschutzgesetz vor“, erläutert Neidhardt. Wenn die Vögel brüten, dürfen wir nichts wegschneiden. Das gleiche gelte beispielsweise für die Stauden zwischen Radweg und Staatsstraße. Die Sträucher wurden bei der Aktion vorige Woche „auf Stock gesetzt“, wie es im Fachjargon heißt. Was bedeutet: Die teilweise ein Meter fünfzig bis zwei Meter hoch sprießenden Sträucher sind auf 20 Zentimeter gestutzt worden. „Das sieht natürlich erst mal krass aus“, räumt der Straßenmeisterei-Chef ein. „Aber die wachsen nach. Sie werden im Frühjahr sehen, es wird dort wieder grün.“

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Solche „Gehölzmaßnahmen“ würden im ganzen Landkreis regelmäßig durchgeführt, sagt Neidhardt. „Wir können doch keinen Urwald wachsen lassen.“ Alle zehn bis 15 Jahre sei deshalb ein sogenannter „Pflegeschnitt“ vorgesehen. Der sei beispielsweise jüngst auch am Wolfratshauser Berg gemacht worden. Als nächstes sollen die Büsche und Sträucher am Autobahnzubringer „auf Stock gesetzt“ werden, weil sie teilweise bereits in die Fahrbahn ragen. 

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