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Frisches Obst und Gemüse soll es demnächst in einem Vollsortimenter in Eurasburg geben. 

Gemeinderat billigt Bauantrag

Supermarkt: Jetzt geht es schnell

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Ein Supermarkt für Eurasburg: Dieses Projekt hatte für viele Emotionen  gesorgt. Jetzt hat sich der Gemeinderat mit den Stellungnahmen der Bürger und Behörden beschäftigt und den Bauantrag gebilligt.

Eurasburg Das Projekt „Eurasburg, Einzelhandel“ nimmt Fahrt auf. Der Gemeinderat befasste sich in seiner jüngsten Sitzung ausführlich mit den „Anregungen und Einwendungen aus der öffentlichen Beteiligung der Bürger“ und erteilte dem Bauantrag schließlich einstimmig das gemeindliche Einvernehmen. Angesichts der teilweise heftigen Emotionen, die nach Bekanntwerden des Bauvorhabens an der Ecke Albert-von-Iring-Straße/ Beuerberger Straße zunächst übers Eurasburger Rathaus schwappten, verlief die Auseinandersetzung mit den diversen Einwänden, die dazu in der Verwaltung eingegangen waren, nahezu stillschweigend.

Vom 8. Februar bis zum 12. März dieses Jahres hatten die Bebauungsplanunterlagen für jedermann zur Einsicht im Bauamt ausgelegen. Von Privatpersonen waren keinerlei Reaktionen zu dem Projekt mehr gekommen, von öffentlichen Trägern lagen insgesamt 16 Stellungnahmen vor. Einige davon griffen noch einmal Standpunkte auf, die bereits in früheren Sitzungen diskutiert und in den Bebauungsplanentwurf eingeflossen waren. Beispielsweise der Hinweis der Handwerkskammer für München und Oberbayern, die nochmal darauf hinwies, dass bei der städtebaulichen Entwicklung darauf geachtet werden möge, dass die „geplanten (großflächigen) Einzelhandelsflächen in einem gesunden Verhältnis zur gewachsenen Versorgungsstruktur in den Ortskernen auch der Ortsteile in Eurasburg und seinen Ortsteilen stehen“. Kurz: die bisherigen Läden in Beuerberg und Eurasburg sollen möglichst erhalten bleiben.

Diskussion um den Begriff „Vollsortimenter“

Die meisten Stellungnahmen wurden ohne weitere Diskussionen zur Kenntnis genommen. Änderungen des Bebauungsplans wurden dadurch nicht erforderlich. Nur ein Punkt sorgte für eine verhaltene Diskussion. „Wir sehen Änderungsbedarf bei dem Begriff Vollsortimenter“, merkte Hans Urban an. Das Landratsamt hatte in einer Stellungnahme darauf hingewiesen, dass „ein Einzelhandelsgroßprojekt ausschließlich als Nahversorgungsbetrieb zulässig“ sei. Juristisch korrekte Begriffe seien „Markendiscounter, Discounter oder Einzelhandel“, so Urban, den die Angst umtreibt, statt des gewünschten Nahversorgers irgendwann womöglich „ein Trachten-Outlet, das sechsmal im Jahr aufsperrt“ im Ort zu haben. Dies sei eine „vollkommen unberechtigte Sorge“, beschwichtigte Bauamtsleiter Joseph Wodak. Die Gestaltung des Sortiments sei im Durchführungsverfahren festgelegt. Letztlich sei es nun Sache des Investors, dies mit dem Betreiber entsprechend zu regeln. „Das wurde in vielen Gesprächen geklärt“, so Wodak.

Letztlich votierte der Gemeinderat einstimmig dafür, die Verwaltung zu beauftragen, „das Bauleitplanverfahren abzuschließen und den Bebauungsplan in Kraft zu setzen“. Ebenso einstimmig fiel die Entscheidung aus, das entsprechende Grundstück als Mischgebiet auszuweisen. „Der Beschluss soll nach außen dokumentieren, was geplant ist – und für die Zukunft ein friedliches Nebeneinander sicherstellen“, sagte Bürgermeister Moritz Sappl. Schließlich erteilte der Gemeinderat dem Bauantrag, der einen Lebensmittelmarkt sowie vier Wohngebäude mit insgesamt 18 Wohneinheiten nebst Tiefgarage und Stellplätzen umfasst, einstimmig das Einvernehmen. „Somit kann man zum Jahresende mit dem Baubeginn rechnen“, sagte Sappl. Das letzte Wort hatte Hans Urban: „Wir treten heute in eine neue Dimension ein. Die Dreigeschossigkeit wird künftig die Regel Eurasburger Bauens werden“, fasste er seine Eindrücke in Worte.

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