Mit umfangreichen Ideen will die Lokale Agenda die Umwelt schützen und die Lebensqualität auch für zukünftige Generationen sichern. SymbolFoto: Julian Stratenschulte/dpa
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Umweltschutz und Lebensqualität: Die Lokale Agenda 21 hat viele Ideen. (Symbolfoto)

Lokale Agenda 21 präsentiert Vorschlag für Nachhaltigkeitskonzept

Umweltschutz und Lebensqualität: Eurasburger Initiative präsentiert Ideen

  • VonRudi Stallein
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Konsequenter Klimaschutz und trotzdem eine höhere Lebensqualität: In Eurasburg setzt sich die Lokale Agenda 21 damit auseinander. Nun stellt sie Ideen vor.

Eurasburg – Als sich die Eurasburger Lokale Agenda 21 im November 2019 zu ihrem 20-jährigen Jubiläum neu aufgestellt hatte, sah sie sich gleich mit einem drängenden Anliegen konfrontiert. Die Fraktion der Grünen im Gemeinderat hatte schon zwei Monate zuvor angeregt, die Agenda möge eine Nachhaltigkeitsstrategie für die Gemeinde Eurasburg entwickeln. In der jüngsten Gemeinderatssitzung präsentierte Agenda-Sprecher Wolfgang Neuerburg dem Gremium nun ein umfangreiches Nachhaltigkeitskonzept.

Klima und Umwelt: Eurasburger Initiative präsentiert Ideen für mehr Lebensqualität

„Es ist ein Vorschlag“, betonte Neuerburg. Er verstehe die auf neun eng beschriebenen Din-A4-Seiten aufgelisteten Punkte zu den Bereichen Soziales, Ökonomie und Ökologie als eine Art Arbeitsgrundlage. Er erwarte, auch das sagte er zum Abschluss seiner Präsentation, sehr deutlich, „dass der Gemeinderat sich nun damit auseinandersetzt und ein endgültiges Konzept erarbeitet.“

Klimaschutz: Photovoltaik und neue Gas-Alternativen sollen helfen

Ausgehend von den Grundsätzen, die bei den Überlegungen im Mittelpunkt standen – wie etwa die Sicherung der Lebensqualität auch zukünftiger Generationen, Erhaltung von Natur und Umwelt, den nachhaltigen Umgang mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen Natur, Boden und Wasser, die Minderung von CO2-Ausstoß oder die Beteiligung der Bevölkerung an grundlegenden Entscheidungen – widmet sich der Vorschlag sieben großen Themenbereichen: Energie, Natur- und Arten- sowie Umwelt- und Klimaschutz, Verkehr und Mobilität, Gesellschaft und Soziales, Landbewirtschaftung und Ernährungssicherheit, Siedlung und Fläche, Gemeindeverwaltung.

Zu allen Themenbereichen liefert der Entwurf zahlreiche konkrete Anregungen. Beispielsweise für den Ausbau regenerativer Energiequellen, angefangen von Photovoltaik auf Dächern („das wird zunehmend eine Rolle spielen“) und Grünland bis zur Nutzung von Gülle- und Klärgas.

Hochwasser: Initiative will Bürger vor Katastrophen schützen

Angesichts der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal in diesem Sommer „werden wir uns stärker mit Hochwasserschutz beschäftigen müssen“, sagte der Agenda-Sprecher. So könne er sich vorstellen, dass gemeinsam mit dem Wasserwirtschaftsamt Auswirkungen mögliche Ereignisse auf kleine Bäche und Gräben berechnet werden könnten. Zum großen Komplex Natur-, Umwelt- und Klimaschutz betonte Neuerburg: „Die nächste Generation muss dabei mit eingebunden werden. Das ist ganz wichtig, es ist ja ihr Leben.“

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Energie und Umwelt: Ausschuss soll entscheiden - und zwar am liebsten schnell

Nun liegt der Ball beim Gemeinderat. „Wir müssen uns jetzt ernsthafte Gedanken machen, wie wir das in einen Rahmen gießen“, sagte Jakob Koch und regte an, dies „nach einer gewissen Phase, in der jeder das Konzept einsehen und sich einbringen kann“, der Verwaltung zu übergeben. Alexander Sebald schlug vor, die Ausarbeitung dem Energie- und Umweltausschuss zu übertragen. Dieser möge die einzelnen Punkte baldmöglichst priorisieren. „Ganz wichtig ist, dass wir die Bürger mit ins Boot holen“, so der zweite Bürgermeister. „Jeder Bürger sollte mit einbezogen werden“, appellierte die Energie- und Umweltbeauftragte Carola Belloni und trat verbal aufs Gaspedal. „Das ist so dringend! Wir müssten das eigentlich gestern schon verabschiedet haben.“ Im vergangenen Jahr hatte die Lokale Agenda sich bereits für das Anpflanzen von Wildblumen stark gemacht.

Schließlich einigte sich das Gremium darauf, dass bis Ende Oktober Änderungsvorschläge eingereicht werden können und in der Novembersitzung mit den eingearbeiteten Wünschen eine „Art Leitbild“ beschlossen werden soll.  rst

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