Teufelskerl Pollersbeck: U21 steht nach Elfer-Krimi im EM-Finale

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Gruppenbild im Klosterinnenhof: Der Veteranen- und Reservistenverein Beuerberg-Herrnhausen zählt derzeit noch 105 Mitglieder. Nachwuchs gibt es wegen der abgeschafften Wehrpflicht praktisch nicht.

In ehrender Erinnerung 

Veteranen feiern ihren 175.

Eurasburg – Mit Gottesdienst, Festzug und gemütlichem Beisammensein feiert der Veteranen- und Reservistenverein Beuerberg-Herrnhausen am kommenden Sonntag, 25. September, sein 175-jähriges Bestehen. In die Freude über das lange Leben mischt sich jedoch ein bisschen Sorge. Denn wenn es so weitergeht, ist das Ende des traditionsreichen Vereins absehbar.

„Seit der Aussetzung der allgemeinen Wehrpflicht haben wir einen Mitgliederschwund“, sagt Johann Höck. Derzeit stehen noch 105 Namen auf der Liste. „Bei uns kann nicht jeder Mitglied werden, sondern nur, wer den Wehrdienst abgeleistet hat. Oder Berufssoldaten“, begründet der Vereinsvorstand die stetig abnehmende Zahl. Doch daran soll trotz Nachwuchssorgen nicht gerüttelt werden, weil eine Öffnung für jedermann dem Vereinszweck widerspräche. Zum Mitfeiern jedoch ist ausdrücklich die ganze Bevölkerung eingeladen, wie Höck betont.

Die Anfänge des „Veteranen- und Kriegervereins“, wie er bei seiner Gründung im Jahr 1841 noch hieß – erst 1978 wurden die „Krieger“ durch „Reservisten“ ersetzt –, lassen sich nur schwer zurückverfolgen. „Die waren alle ziemlich schreibfaul, es gibt aus den Anfangsjahren kaum Unterlagen“, sagt Schriftführer Helmut Leicht.

Die ersten Vereine dieser Art wurden als Militär-Begräbnisvereine und militärische Schützenbruderschaften gegründet, weiß Jörg Raab vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. „Sie verbreiteten sich insbesondere in den von nationaler Begeisterung geprägten Zeiten über ganz Deutschland, beispielsweise nach den Befreiungskriegen 1813 und vor allem nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71.“

An letzterem nahmen 13 Männer aus Beuerberg und Herrnhausen teil, nur zwölf kehrten zurück. Zum Ersten Weltkrieg wurden 230 Männer aus der Pfarrei Beuerberg eingezogen, 43 mussten ihr Leben lassen. Mehr als doppelt so viele, nämlich 97 Soldaten aus dem Dorf, sind im Zweiten Weltkrieg gefallen, 28 wurden vermisst. Drei Männer, die den Kriegseinsatz überlebt haben, sind heute noch Mitglieder im Verein: Sebastian Urban (93), Josef Schieder (90) und Dieter Kremser (88).

Die Gefallenen und Vermissten in ehrender Erinnerung zu halten, sei damals wie heute ein ganz wesentlicher Zweck des Vereins, sagt Höck. Aus diesem Grund wurde zur Glockenweihe am 29. Juni 1949 eine Glocke mit einer Inschrift zum Gedenken an die Opfer der beiden Weltkriege versehen. Ein Jahr später wurde der Verein, der von 1945 bis 1950 von der Besatzungsmacht verboten worden war, wiedergegründet. Ein besonderes Ereignis in der jüngeren Historie war die Einweihung des neuen Kriegerdenkmals gegenüber der Stiftskirche am 28. Mai 1961 anlässlich des 120. Gründungsfestes. 28 Veteranenvereine aus der Umgebung nahmen damals an den Feierlichkeiten teil.

Auch dieses Mal marschieren zahlreiche Vereine aus dem Landkreis im Festzug mit, ebenso wie die Feuerwehren aus Beuerberg und Herrenhausen, der Gartenbauverein Beuerberg, der Spielmannszug Beuerberg-Herrnhausen, der Imkerverein, der Burschenverein, die Blaskapelle und der Schützenverein Beuerberg-Stamm sowie die Blaskapelle und der Veteranenverein aus Eurasburg. Eine wichtige Aufgabe erfüllt der Verein heute, wenn er Mitglieder bei ihrem letzten Gang die Ehre erweist. „Jeder wird gebührend verabschiedet mit einer Kranzniederlegung, Böllerschüssen und Blasmusik am Tag der Beisetzung“, sagt Johann Höck.

Aber es gibt auch fröhliche Anlässe, zu denen die Vereinsmitglieder zusammen kommen. Dazu gehören Kirchenfeste, Veranstaltungen anderer Vereine oder der jährliche Vereinsausflug mit den Ehefrauen. „Immer im Wechsel geht’s ein Jahr ins Flachland, das nächste Mal in die Berge“, verrät Schriftführer Helmut Leicht. „Heuer waren wir mit rund 50 Leuten in Regensburg.“

Die nächste Vergnügungsfahrt hat auch schon ihren Platz im Kalender: 2017 ist die Wildschönau in Tirol das Ziel. Doch zunächst wird der Geburtstag gebührend gefeiert (siehe Programm). „Wir wollen aber nicht allein feiern, die ganze Bevölkerung ist dazu herzlich eingeladen“, betont Höck. Mit anderen Worten: Bei den Feierlichkeiten am kommenden Sonntag ist die Mitgliedsklausel aufgehoben.

Das Programm am Sonntag:

7.30 Uhr: Weckruf durch Blaskapelle und Spielmannszug;

8.30 Uhr: Empfang der Vereine am Feuerwehrhaus;

9.30 Uhr: Aufstellung zum Kirchenzug;

10 Uhr: Festgottesdienst in der Marienkirche, bei gutem Wetter Feldmesse im Klosterinnenhof;

Anschließend Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal Festzug ins Gasthaus „Zur Mühle“; Begrüßung durch 1. Vorstand Hans Höck; Festvortrag von 1. Bürgermeister und Schirmherr Moritz Sappl; Grußwort von Landtagsabgeordneten Martin Bachhuber; Grußwort Landrat Josef Niedermaier; Grußwort und Ehrungen durch Florian Völler, Beirat im Bezirksvorstand Oberbayern, Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

Rudi Stallein

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