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Besuch aus Kenia: Prexides Wayama, Sabrina Urban sowie Maria Urban mit ihrem acht Monate alten Enkel Benedikt auf dem Hof in Unterherrnhausen.

Maria Urban gibt Berufskollegin wertvolle Tipps

Was eine Landfrau aus Kenia in Eurasburg lernen kann

Zwei Landfrauen aus völlig unterschiedlichen Welten trafen sich in Eurasburg. Maria Urban bekam Besuch von Prexides Wayama aus Kenia.

EurasburgZwischen Maria Urban aus Unterherrnhausen und Prexides Wayama aus Bungoma in Kenia liegen Welten. Dennoch haben sie eines gemeinsam: Beide sind mit Leib und Seele Landfrauen. Maria Urban betreibt einen Familienbetrieb mit Viehhaltung und Milchwirtschaft, Prexides Wayama baut Süßkartoffen an. Und beide Frauen lernen voneinander.

Unter dem Motto „Gleicher Beruf, zwei Welten“ haben sich die bayerischen und kenianischen Bäuerinnen vernetzt. Seit Oktober 2017 unterstützen die Landfrauen des Bayerischen Bauernverbands (BBV) ein Entwicklungshilfeprojekt, das vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung initiiert worden ist. Insgesamt sieben Mal war eine deutsche Delegation mittlerweile in Afrika. Sie informierte die dortigen Berufskolleginnen über gesunde Ernährung und Milchwirtschaft und half beim Aufbau der Infrastruktur. Kürzlich erfolgte ein Gegenbesuch von acht Bäuerinnen aus Afrika. Mit auf dem Programm stand der Aufenthalt auf einem Hof in Bayern.

Hauptnahrungsmittel in Kenia ist Mais

„Hauptnahrungsmittel in Kenia ist Mais“, berichtet Maria Urban. „Doch gerade bei den Kindern kommt es durch das Fehlen von Vitaminen zu Mangelerscheinungen.“ Deshalb hat sich Prexides Wayama dem Projekt „Süßkartoffel“ angeschlossen. „Die Süßkartoffel ist sehr vielseitig“, sagt die 33-Jährige auf Englisch. „Man kann aus den verschiedenen Sorten alles Mögliche machen – Chips, Suppen und sogar Saft.“ Ihre erworbenen Kenntnisse gibt sie an andere Frauen in Kenia weiter. „Genau das ist das Ziel“, bekräftigt Maria Urban und zitiert Gerhard Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: „Es soll kein Geld fließen, sondern Wissen.“ Die zweifache Mutter Wayama ist mittlerweile so erfolgreich, dass sie nicht nur ihre Familie ernähren kann, sondern sich von dem verdienten Geld eine Kuh kaufen konnte. Nun will sie alles über die Milchwirtschaft lernen. Urban hilft gerne, zeigt der Kenianerin Kuhstall, Melkroboter und gibt Tipps für die Aufzucht der Kälber. „Denn“, so betont Urban, „das Kalb von heute ist die Kuh von morgen.“

Wie klappt die Verständigung?

Und wie klappt die Verständigung? Urban und Wayama lachen: „Es geht mit einer Mischung aus Englisch, Bayrisch, Kisuaheli sowie Händen und Füßen.“ Zudem fungiert Schwiegertochter und Jungbäuerin Sabrina Urban (37) als Dolmetscherin. Vom BBV gibt’s ein Blatt mit Übersetzungen aller wichtigen Fachbegriffe. „Hier ist wirklich alles aufgeführt“, sagt Urban amüsiert. „Sogar der Ausdruck für ,künstliche Befruchtung‘ ist dabei.“

Wayama ist fasziniert von den technischen Möglichkeiten auf dem Urban-Hof – und von den Kühen. „Die sind größer als bei uns.“ Die beiden Landfrauen haben ihre Kontaktdaten ausgetauscht und wollen versuchen, die Verbindung aufrechtzuerhalten. Vielleicht hilft ja das Wissen der Bäuerin aus Unterherrnhausen ihrer Kollegin aus Kenia, ihren Traum zu verwirklichen: „Ich möchte eine große und gute Farmerin werden.“ sh

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