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Originelle Idee des Kämmerers 

Wider die Strafzinsen

Unternehmer und Kommunen, die zuviel Geld auf einem Bankkonto deponieren, müssen dafür neuerdings zahlen.  Die Gemeinde Eurasburg ist davon bislang verschont geblieben und hat jetzt eine originelle Idee.

Eurasburg –  „Negativzins“ nennen das die Kreditinstitute. Als „Strafzins“ bezeichnen die Betroffenen die Abgabe, die seit Sommer vegangenen Jahres von der Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen und seit Jahresbeginn auch von der Raiffeisenbank Isar-Loisachtal erhoben wird. Derzeit wird ein Strafzins von 0,4 Prozent pro Jahr fällig.

Gerold: „So etwas hatten wir in der Gemeinde noch nicht“

Die Gemeinde Eurasburg ist davon bislang verschont geblieben. Ihre fünf Millionen Euro Rücklage parken laut Bürgermeister Moritz Sappl derzeit „bei der einzigen Bank, bei der noch kein Strafzins anfällt.“ Dennoch macht sich Kämmerer Markus Gerold Gedanken darüber, wie man künftig zumindest einen Teil des Geld besser anlegen kann, „um die Verwahrzinsen zu umgehen“. In der Gemeinderatssitzung am vergangenen Dienstag unterbreitete er dazu einen ungewöhnlichen Vorschlag. „So etwas hatten wir in der Gemeinde noch nicht“, sagte Gerold.

Mindestlaufzeit: drei Jahre und zehn Monate

Er empfahl als „wirksames Instrument“, eine Million Euro in einen Bausparvertrag einzuzahlen. Die Mindestlaufzeit beträgt drei Jahre und zehn Monate, bis der Vertrag zuteilungsreif ist. Danach steht ein Volumen von rund zwei Millionen Euro zur Verfügung. „So könnten wir für die Zukunft ohne irgendwelche Fördermaßnahmen ein günstiges Darlehen sichern“, so der Kämmerer. Auf diese Weise erhalte man neben einem attraktiven Darlehenszins auch einen „höheren Guthabenzins als derzeit bei der Bank“. Zudem ließe sich mit so einem Bausparvertrag gezielt projektbezogen Geld beschaffen.

Zwick: „Geld, das wir in der Rückhand haben“

Von Letzterem riet Moritz Sappl jedoch ab. Der Bürgermeister befürchtete „unnötige Begehrlichkeiten“ angesichts der zahlreichen kostenintensiven Projekte, die in seiner Gemeinde in den nächsten Jahren anstehen. „Man muss das ja nicht an einem bestimmten Projekt festmachen“, beschwichtigte Hubert Zwick. „Das ist Geld, das wir in der Rückhand behalten, unabhängig von der späteren Verwendung.“ Insgesamt wertete der Gemeinderat Gerolds Vorschlag einstimmig als gute Idee. Er werde nun „schauen, bei welcher Bausparkasse wir einen guten Vertrag kriegen“, so der Kämmerer zum weiteren Vorgehen in der Sache.

Von Rudi Stallein

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