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27 000 Euro Geldstrafe wegen Tierquälerei

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Wessling/Schäftlarn - Eine Ickingerin (44) wird verurteilt, weil sie ihre Pferde schlecht behandelt hat - Gericht folgt der Einschätzung von Veterinären

Zu 27 000 Euro Geldstrafe ist eine 44-jährige Pferdebesitzerin aus Icking vom Amtsgericht Starnberg verurteilt worden. Die mit 180 Tagessätzen zu je 150 Euro belegte Pferdehalterin hatte sich im Jahre 2010 in drei Fällen Verstöße gegen das Tierschutzgesetz zu Schulden kommen lassen. Ihren damals in Wessling in einer Pferde-Pension untergebrachten Tieren hatte die Frau nach Auffassung der Anklage „durch unsachgemäße Haltung und Führung Leid zugefügt“. Zwei Verhandlungstage waren nötig, um die Kriterien für den artgerechten Umgang mit Pferden heraus zu arbeiten:

Die Angeklagte sah nichts Ungewöhnliches darin, ihre drei Zosen, zum angeblichen Schutz vor Selbstverletzungen, auch in der Box zu bandagieren. Doch die zwei zum Prozess geladenen Vertreterinnen der Veterinär-Ämter Fürstenfeldbruck und München, sowie ein Vetreter der Deutschen Reiterlichen Vereinigung legten eine ganz andere Auffassungen dar. Auch der Einsatz von Reitersporen und Reitgerten, allzu straffe Zügel und zu wenig Auslauf waren Gegenstand der Vorwürfe. Bei den drei Pferden der Ickingerin, die mit ihren Tieren von Wessling nach Schäftlarn gewechselt war, hatten Amts-tierärzte und andere Zeugen bei mehreren Gelegenheiten unter anderem eine Reizung der Genickschleimbeutel und wund gescheuerte Läufe und Flanken festgestellt. All dies nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft Folgen „unsachgemäßer“ Behandlung der Tiere. Ersten Gutachten hierzu hatte die Angeklagte und ihr Anwalt vehement widersprochen: „Sachlich falsch“, so der Tenor der Verteidigung.

Trotz der nunmehr ausgesprochenen drastischen Geldstrafe bringt das Urteil für die Verurteilte kein Verbot künftiger Pferde-Haltung mit sich. (Thomas lochte)

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