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Nach Familiendrama in Geretsried

Waren Eheprobleme der Grund für den Mord?

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Geretsried - Am späten Mittwochabend hat sich in Geretsried ein Familiendrama ereignet. Ein 58-Jähriger erschlug erst seine 56-jährige Ehefrau, bevor er auf der A 95 vor ein Auto sprang. Die Hintergründe der Tat sind noch unklar.

Die schreckliche Tat fand am Mittwochabend zwischen 20.30 und 22 Uhr in der Wohnung des Paars im gut-bürgerlichen Stadtteil Gartenberg statt. Die erwachsene Tochter von Rosemarie K. fand die tote Mutter gegen 23.40 Uhr im Badezimmer liegend, der sofort verständigte Notarzt konnte der 56-Jährigen aber nicht mehr helfen. Als Todesursache nannte Stefan Sonntag, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern in Rosenheim, „die Einwirkung stumpfer Gewalt“.

In den Augen der Ermittler kommt als Täter nur der Ehemann, Wasili K., in Frage. Der starb, ebenfalls unter tragischen Umständen, gegen 22.30 Uhr auf der Autobahn 95 bei Schäftlarn (Kreis München). Laut Daniel Buck, Kommandant der Feuerwehr in Hohenschäftlarn, die gemeinsam mit den Kollegen aus Neufahrn gegen 22.50 Uhr alarmiert worden war, gingen zunächst alle Einsatzkräfte von einem Unfall aus.

Wasili K. hatte nämlich sein Auto auf dem Standstreifen, rund einen Kilometer nach der Anschlussstelle Schäftlarn in Fahrtrichtung Garmisch, auf dem Standstreifen geparkt und die Warnblinkanlage eingeschaltet. „Es sah aus, als hätte er eine Panne gehabt“, so Buck. Erst nach und nach sei klar geworden, dass der 58-Jährige wohl in voller Absicht vor einen Mercedes gelaufen war.

Nach dem Zusammenprall mit dem Pkw wurde Wasili K.s Körper mehrere Meter weit durch die Luft geschleudert. Seine Leiche fanden die Retter schließlich auf dem Grünstreifen hinter der Leitplanke.

Der Fahrer des Mercedes wurde nach dem Unfall von einem Kriseninterventionsteam betreut und anschließend – äußerlich zwar unverletzt – schwer geschockt in eine Klinik gebracht. Standstreifen und rechte Spur der A95 waren während der Bergungsarbeiten stundenlang gesperrt. Der Verkehr musste über die linke Fahrbahn an der Unfallstelle vorbeigeleitet werden.

Offensichtlich hatte Wasili K. vor dem Unfall auf der Autobahn auch noch versucht, sich auf andere Art und Weise das Leben zu nehmen. Gegen 22 Uhr nämlich meldete ein Zugführer am Bahnhof Wolfratshausen, dass sich ein Mann auf den Gleisen befunden hätte. Die sofort eingeleitete Suchaktion endete jedoch erfolglos. Laut Sprecher Sonntag besteht in diesem Fall „zumindest die Möglichkeit, dass es sich dabei um den Ehemann gehandelt hat“.

Ehedrama in Geretsried: Bilder von den Tatorten

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Ebenfalls noch völlig unklar sind die Hintergründe der Bluttat. Nach außen hin nämlich wirkte die Beziehung des Paares, das neben einer Tochter auch noch einen erwachsenen Sohn hatte, intakt. Die 56-Jährige, die jahrelang als Postangestellte ihr Geld verdient haben soll, und ihr 58-jähriger Gatte galten in der Nachbarschaft als unauffällig. Seit knapp fünf Jahren hatten die beiden gemeinsam in der Parterre-Wohnung des Mehrfamilienhauses in Gartenberg gelebt; bis zum Tatabend erreichten die Polizei keinerlei Anzeichen häuslicher Gewalt.

Auch finanziell schien die Familie abgesichert gewesen zu sein. Das Paar hatte zwei Autos, lebte in einer Eigentumswohnung und Rosemarie K. konnte sich als Hausfrau ganz der Pflege ihrer Wohnung und des kleinen Gartens widmen. Eine Nachbarin erinnert sich an die 56-Jährige als lebensfrohe und selbstbewusste Frau, die „nett gegrüßt hat“. Zwar habe sie die übrigen Hausbewohner nie zum Kaffeekränzchen in die Wohnung geladen, aber „sie hatte immer ein Lächeln auf den Lippen“.

Dass das Paar dennoch große Probleme gehabt haben muss, deutet Polizei-Sprecher Sonntag an. Die Ermittlungen, so Sonntag, bewegten sich demnach „im Bereich Ehe“.

Stefanie Zipfer und Sebastian Dorn

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