Feuerwehr rettet gehbehinderte Frau

Geretsried - Bei einem Brand in Geretsried sind am Dienstagnachmittag eine 90 Jahre alte Frau und ihr Enkel (30) verletzt worden. Feuerwehrmänner mussten die Seniorin reanimieren - und zeigten ein Herz für deren Stubentiger.

Bilder: Feuerwehr rettet Rollstuhlfahrerin aus Hochhaus

Die Alarmmeldung von der Integrierten Leitstelle in Weilheim erreichte die Geretsrieder Feuerwehr gegen 13.45 Uhr. Nur Minuten später waren rund 35 Einsatzkräfte an der Händelstraße. Kurz zuvor war der Löschversuch eines Nachbarn gescheitert. „Das Feuer hatte eine sehr große Ausdehnung“, erklärte der Kommandant der Geretsrieder Wehr, Martin Kagerer, in einem Gespräch mit unserer Zeitung. Zwei Atemschutzträgern gelang es, den Brand mit Löschschaum zu ersticken, parallel dazu konnten die Seniorin und ihr Enkel aus der Wohnung befreit werden. Die 90-Jährige rettete die Feuerwehr mit Hilfe einer Drehleiter. „Das ist in einem solchen Fall die schonendste Maßnahme für ein Opfer“, berichtete Kagerer. Die gehbehinderte Frau musste nach seinen Worten von Feuerwehrmännern reanimiert werden, in stabilem Zustand wurde sie den Kräften des BRK übergeben, die die Frau und ihren Enkelsohn in die Kreisklinik Wolfratshausen brachten.

„Über die Schwere der erlittenen Verletzungen der beiden Personen und zur Brandursache können noch keine Angaben gemacht werden“, sagte gegen Abend Stefan Sonntag, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd in Rosenheim. Die Kripo Weilheim hat die Ermittlungen übernommen. Die werden mutmaßlich einige Zeit in Anspruch nehmen, so Sonntag. Vorsorglich hatten Polizei und Feuerwehr das Hochhaus für die Zeit der Lösch- und Rettungsarbeiten evakuiert. Nach „erster grober Schätzung“, so der Polizeisprecher, entstand in der stark verrauchten Wohnung im Obergeschoss des Gebäudes ein Sachschaden von mindestens 50.000 Euro. Gegen 16.30 Uhr war der Einsatz für die Feuerwehr beendet. „Vor besondere Probleme wurden die Kameraden nicht gestellt“, stellte Kommandant Kagerer fest. Solch ein Einsatz sei „Feuerwehr-Routine“.

So folgenschwer der Wohnungsbrand für die 90-Jährige und ihren Enkel war: Die Katze der Seniorin konnte durch das beherzte Eingreifen von Feuerwehrmann Georg Schmid vor dem Schlimmsten bewahrt werden. Er holte „Luis“ aus der verqualmten Wohnung, Rettungsassistent Andreas Gomilsek übernahm die medizinische Erstbetreuung des Stubentigers. Auch die Polizei zeigte ihr Herz für Tiere: Die Katze wurde mit einem Streifenwagen zur Untersuchung zu einem Tierarzt gefahren.

Carl-Christian Eick

Rubriklistenbild: © Sabine Hermsdorf

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