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Seit 1997 erhalten die Feuerwehren Bad Tölz - Wolfratshausen mit der Flughelfergrupope Unterstützung aus der Luft.

Die Flughelfer des Kreisfeuerwehrverband Bad Tölz – Wolfratshausen

Der Kampf gegen die Flammen aus der Luft

Frühzeitige Erkennung vom Boden und aus der Luft sowie das richtige Verhalten im Ernstfall: Das sind die entscheidenden Maßnahmen zum Schutz vor Waldbränden und zur Waldbrandbekämpfung.

Beim Kampf gegen die Flammen ist die Brandbekämpfung aus der Luft unersetzlich geworden – und mit ihr die Flughelfer. Sie betreiben die Landeplätze und koordinieren den Flugbetrieb, beraten den Einsatzleiter taktisch. "Sie sind", lobte Innenminister Joachim Herrmann kürzlich anlässlich der Vorstellung eines Info-Flyers zum Thema Waldbrände, "bundesweit einzigartige Spezialisten."

Flughelfergruppe: Kein leichter Weg, aber ein lohnenswerter

Allerdings: Ohne Ausbildung geht nichts – und die ist durchaus aufwendig. "40 Stunden an der Feuerwehrschule in Würzburg, 20 Stunden am Standort, jährliche Zertifizierungen, Sicherheitsunterweisung und Training sowie ein zusätzliches Winchtraining – das Aufnehmen und Abseilen von Personen über eine Seilwinde – im Zentrum für Sicherheit und Ausbildung in Bad Tölz", zählt der Leiter der Flughelfergruppe Albert Metsch auf.

Dazu kommen noch jährliche Übungen mit den Partnern von Bundeswehr, Polizei, Heer und Luftwaffe, um im Notfall ein gut aufeinander abgestimmtes Zusammenspiel gewährleisten zu können. Wolfratshausen ist einer der größten von derzeit 17 Flughelferstandorten in Bayern mit zwei bis drei Alarmierungen pro Jahr. In der Loisachstadt sind auch fünf Außenlastbehälter vom Typ Semat mit einem Fassungsvermögen zwischen 900 und 5.000 Litern Löschwasser stationiert.

Flughelfergruppe: Seit über 20 Jahren ein wichtiger Teil der Feuerwehr Bad Tölz – Wolfratshausen

Gegründet wurde die Flughelfergruppe 1997 auf Betreiben des damaligen Kreisbrandinspektors Herbert Schöldere. Die Nähe zu den Voralpen und zum Naturschutzgebiet Pupplinger Au waren damals ausschlaggebend. Heute gehören der Einheit 23 Flughelfer aus den Feuerwehren Lenggries, Benediktbeuern, Wolfratshausen, Schlehdorf, Kochel und Geretsried an.

"Dadurch, dass unsere Mitglieder aus dem gesamten Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen kommen, ist auch gesichert", sagt Metsch, "dass jederzeit jede Feuerwehr im Ernstfall ausreichend Kräfte zur Verfügung hat, auch wenn die Flughelfer anderweitig gebunden sind."

Flughelfer der Feuerwehr leisten einen wichtigen Job

Die Aufgabe der Flughelfer ist anstrengend. Der Hubschrauber sinkt bis etwa drei, vier Meter über dem Boden. Vor der Maschine steht ein Flughelfer in Augenkontakt mit dem Piloten. Konzentriert hebt und senkt er langsam die Arme, dirigiert so den über zwölf Tonnen schweren Koloss in die richtige Position.

Das Geräusch der Rotoren ist ohrenbetäubend, von dem entstehenden orkanartigen Wind gar nicht zu reden. "Da fällt sogar das Atmen schwer", beschreibt es Metsch. Geduckt rennen zwei weitere Helfer unter die Maschine, hängen den Außenlastbehälter an den Lasthaken, schließen die Auslöseleitung an und eilen, während der Helikopter wieder aufsteigt, zurück in den sicheren Bereich.

Flughelfergruppe: Impressionen

350 ausgebildete Flughelfer der Feuerwehr in Bayern

Die Alarmierung bei großen Schadenslagen erfolgt über das Lagezentrum des Innenministeriums. Die Koordination der Kontingente übernimmt die Feuerwehrschule Würzburg. Bei "normalen" Einsätzen agieren die Einsatzleiter eigenständig. Dennoch, die Flughelfer gelten derzeit noch als kleine Untergruppe.

Zum Vergleich: Von 340.000 freiwilligen Feuerwehrleuten in Bayern sind gerade einmal 350 im und am Hubschrauber ausgebildete Flughelfer. Die Finanzierung der Flughelfergruppe läuft über das Bayerische Innenministerium – eine Handhabung, wie sie in dieser Art in Deutschland einmalig ist.

Sabine Hermsdorf-Hiss

Kontakt

Kreisfeuerwehrverband Bad Tölz - Wolfratshausen e.V.
Untermurbach 28
83661 Lenggries
Tel.: 08042 2537
Web: www.kfv-toelz-wor.de

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