Getanzte Liebe: Mendieta und Natalia Hassan aus Buenos Aires zeigen, wie Tango geht. Foto: Sabine hermsdorf

Feurige Leidenschaft, kühle Arroganz

Wolfratshausen - Emotionaler Tangoabend in der Loisachhalle: Das Madrider Ensemble hat sein Publikum in seinen Bann gezogen.

Es war ein Fest für alle Sinne am Mittwochabend in der Loisachhalle, und das nicht nur, weil im Foyer hunderte von handgemachten Tanzschuhen in allen Farbnuancen wie in einem Schuhsalon aufgereiht standen. Den Damen ging wohl schon vor Beginn des Konzertabends das Herz auf, doch sie mussten sich bis zur Pause gedulden, um diesen ledernen Kostbarkeiten aus teurem Nichts ihre Aufmerksamkeit zu schenken. Dann aber schwärmte die holde Weiblichkeit und probiert, was zum figurbetonten Tanzkleid mit Tellerröckchen passt.

Ein ganz spezielles Publikum war gekommen, viele Zuschauer sind selbst begeisterte Tänzer aus den Tangoschulen des Oberlands. Denn nach dem Auftritt von Ayahuasca Tango aus Madrid sollte es noch eine Milonga geben - ein traditionelles Tanzfest für alle. Gefühlvoll präsentierte das spanische Tango-Ensemble vorwiegend Stücke des bekannten argentinischen Komponisten Astor Biazzolla. Eine Musik, die Tradition mit moderner Improvisation verbindet und das feurige Temperament der spanischen und lateinamerikanischen Mentalität in sich vereint.

Ayahuasca Tango waren zum ersten Mal zu Gast in Wolfratshausen mit Ezekiel Lezama (Bandleader und erstes Bondoneon), Fernando Giardini (Bandoneon) und Pianist Guglielmo Foffani. Als Gastmusiker unterstützten die beiden Münchner Bernhard Seidl (Kontrabass) und Katja Duffek (zweite Violine) sowie eine junge Virtuosin aus China an der Geige vollendete die Tangomusik zu einem Klassik-Kunstwerk. Eine emotionale Musik, die den Besucher in Gefühlsebenen von trauriger Melancholie, sprühender Lebenslust zu purer Leidenschaft führte.

Diesem Hörgenuss verliehen abwechselnd die beiden Profitanzpaare Mendieta und Natalia Hassan aus Buenos Aires (wohnhaft in München) und Gabi und Gustavo Gómez aus Geretsried sichtbaren Ausdruck. Mit starker Gestik und graziler Bewegung interpretierten sie im Tanz innige Liebe, feurige Leidenschaft und kühle Arroganz.

Einmal mehr wurde klar, dass der Tango Argentino der Inbegriff für erotischen Ausdrucksstanz ist. Die Idee zu diesem wunderbaren Tangofest in Wolfratshausen hatte die Münchnerin Sandra Egnolff, die seit Jahren in Almeria lebt und hier wie dort viele Freunde in der Szene hat. Gabi und Gustavo Gómez aus Geretsried erweiterten die ursprünglich rein konzertante Idee von Egnolff mit einer traditionellen Milonga, und das Publikum ließ sich nach ihrem anerkennenden Beifall für die Bühnenshow nicht lange bitten, um selbst zu tanzen. Es bewies, dass es auch im Oberland exzellente Tangotänzer gibt. (web)

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