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Das Lug-Firmengebäude in der Jeschkenstraße in Geretsried.

Sonnenschutz und Verdunklungsanlagen

Firma Lug: 60 Jahre Schutz vor Sonne, Wind und Wetter

Ein großes Jubiläum für ein großes Familienunternehmen: Die Firma Lug, ansässig in der Geretsrieder Jeschkenstraße, feiert ihr 60-jähriges Bestehen.

Das alte Firmengebäude in der Alpenstraße.

Am 1. November 1956 eröffnete Walter Lug in der Münchner Werneckstraße seinen Fachbetrieb für Sonnenschutzeinrichtungen und Verdunklungsanlagen. 23 Jahre alt war der heutige Seniorchef damals. Nach dem Krieg aus dem Sudetenland vertrieben, hatte er in Westfalen zunächst eine Bäckerlehre gemacht – später aber seine Brötchen als Jalousiemonteur verdient. Mit dem dabei erworbenen Knowhow wagte er den Sprung in die Selbständigkeit. Die richtige Entscheidung, wie sich schnell herausstellte: Nach drei Jahren kam eine eigene Werkstatt hinzu; der erste Mitarbeiter wurde eingestellt. Heute zählt die Lug GmbH und Co. KG zu den führenden Anbietern für hochwertige und individuelle Lösungen im Bereich Markisen, Rollläden, Jalousien, Insektenschutz und Tore.

Fünf Jahre nach der Gründung erwarb der inzwischen auf sieben Mitarbeiter angewachsene Betrieb einen ausgebombten Bunker an der Alpenstraße in Geretsried-Gartenberg. Dort startete die Walter Lug KG in einem neu errichteten, 700 Quadratmeter großen Gewerbebau 1962 die Produktion der ersten Jalousien und Rollläden. Lange dauerte es nicht, bis die Fertigung trotz zwischenzeitlicher Erweiterungen wieder aus allen Nähten platzte. 1974 löste das jetzige Firmengebäude an der Jeschkenstraße den alten Standort ab.

Lug in Geretsried: Drei Generationen Sonnenschutz-Kompetenz

Inzwischen geht das erfolgreiche Familienunternehmen in die dritte Generation. Rainer Lug, der älteste Sohn des Firmengründers, übernahm im Jahr 2000 die alleinige Geschäftsführung. Sein Bruder Ulrich arbeitet als Montageleiter im Betrieb. Rainer Lugs Sohn Benedikt trat nach dem Abschluss seines Betriebswirtschaft-Studiums vor zwei Jahren offiziell in die Firma ein. Zuvor hatte er jahrelang auf Montage mitgearbeitet und das Geschäft dabei von der Pike auf kennengelernt: „Learning by doing“ – wie es auch schon sein Vater gemacht hatte. Benedikts jüngerer Bruder Daniel schließt in diesem Jahr seine Ausbildung zum Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker ab und wird dann ebenfalls in der väterlichen Firma einsteigen.

Dass es diesen Lehrberuf heute überhaupt gibt – auch das ist seinem Großvater Walter Lug zu verdanken. Der war 1961 Gründungsmitglied des Bundesverbands Rollladen und Sonnenschutz. Unter seiner Führung etablierten sich das Berufsbild und die Ausbildung zum Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker. Von 1992 bis 2000 stand Walter Lug dem Verband als Präsident vor. An der Gründung der Rollladen- und Jalousiebauerinnung Südbayern war er 1965 ebenfalls maßgeblich beteiligt. Deren Geschicke lenkte er als Obermeister von 1988 bis 2000.

Firma Lug in Geretsried: Impressionen

"Gutes altes Handwerk"

3 Generationen Lug (von links nach rechts): Ulrich Lug (Montageleiter), Benedikt Lug, Daniel Lug, Walter Lug (senior), Rainer Lug (GF).

Die Tradition des „guten alten Handwerks“ ist auch dem heutigen Firmenchef Rainer Lug sehr wichtig: „Als eines von wenigen Unternehmen unserer Branche in Deutschland betreiben wir noch eine eigene Fertigung und eine eigene Werkstatt“, sagt er. Er legt Wert darauf, sich nicht auf einen reinen Handels- und Montagebetrieb reduzieren zu lassen. Serienfertigungen gibt es bei ihm nicht. Stattdessen hat sich die Firma Lug darauf spezialisiert, die Produkte renommierter deutscher Hersteller in hoher Qualität zu veredeln – und damit individuell an die Wünsche des Kunden anzupassen. Egal, ob es um effektiven Sonnen-, Wetter-, Sicht- und Insektenschutz geht oder um mehr Sicherheit: Die Fachleute der Firma Lug finden auch bei schwierigen baulichen Voraussetzungen stets die optimale Lösung. „Wo andere Probleme sehen, freuen wir uns auf die Herausforderung“, sagt der Firmenchef.

Hightech und Handwerk

In der eigenen Werkstatt werden darüber hinaus hochwertige Sonderanfertigungen produziert, zum Beispiel Sonnensegel oder Markisen in ungewöhnlichen Größen. Was das Geretsrieder Unternehmen besonders auszeichnet: Die erfahrenen Handwerker reparieren auch Rollläden und Jalousien anderer Hersteller, selbst wenn sie vielleicht schon 50 oder 100 Jahre alt sind. Möglich macht das – neben einem hochqualifizierten Mitarbeiterstamm – das „schier unerschöpfliche Ersatzteillager“, das man sich im Laufe der Jahre aufgebaut hat, wie Rainer Lug erklärt.

Hohe Qualität, umfassender Service

Verkaufsberaterin Sibylle Gross im Gespräch mit einem Kunden.

Den hohen Qualitätsanspruch und den umfassenden Service wissen die Kunden zu schätzen. Über 60 000 sind es bisher, darunter namhafte Unternehmen wie der FC Bayern, die Allianz-Arena, Feinkost Käfer oder das Max-Planck-Institut für Biochemie. In zwei modernen Ausstellungsräumen in Geretsried und München können Interessenten die verschiedenen Jalousien, Markisen, Rollläden und Tore „live“ anschauen und sich eingehend beraten lassen. Zunehmend gefragt sind beispielsweise computergesteuerte Beschattungen für moderne lichtdurchflutete Gebäude, Energiesparmöglichkeiten durch gedämmte Rollladenkästen und „mitdenkende“ Haustechnik- und Sicherheitssysteme.

Auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten steht der Name Lug für deutsche Qualitätsarbeit. 1997 gründete Rainer Lug in Dubai die Firma Lug Middle East. Verkaufsschlager in den Golfstaaten sind nicht etwa Sonnenschutzsysteme, sondern schusssichere und einbruchhemmende Rollläden und elektrische Insektenschutzanlagen, erzählt Rainer Lug. Die kundenspezifischen Lösungen werden in Geretsried gefertigt und von eigenen Mitarbeitern vor Ort montiert.

Die Partner der Firma Lug

Menschlichkeit und soziale Verantwortung

Neben dem klaren Bekenntnis zum Produktionsstandort Deutschland gehört auch die Fokussierung auf top ausgebildete Mitarbeiter zur Lug´schen Unternehmensphilosophie. „Ohne unser hochmotiviertes und erfahrenes Team wäre das alles nicht zu machen“, weiß Rainer Lug. Der Begriff „Familienbetrieb“ bezieht sich bei ihm nicht nur auf die Geschäftsleitung, sondern auch auf seine rund 50 Angestellten. Manche sind schon mehr als drei oder vier Jahrzehnte dabei; viele haben hier ihre Ausbildung gemacht oder sind als junge Quereinsteiger innerhalb der Firma weiterqualifiziert. „Bei einigen waren schon der Vater und der Großvater bei uns beschäftigt“, berichtet Lug. Menschlichkeit, flache Hierarchien und kurze Kommunikationswege sind für ihn Werte, über die er nicht viel redet – die er aber in seiner Firma täglich lebt: „Jeder, der etwas zu sagen hat, kann damit direkt zu mir kommen, ohne irgendwelche Dienstwege einzuhalten.“ Soziale Verantwortung zu übernehmen zählt ebenso zu den Werten, die Lug vertritt. Deshalb engagiert sich das Unternehmen seit vielen Jahren für die Jugend und den Sport in der Region. Durch regelmäßige Zuwendungen unterstützt es zum einen die Nachwuchsarbeit in örtlichen Vereinen, zum anderen aber auch erfolgreiche Teams wie die Tölzer Löwen, die der Jugend als Vorbild dienen.

Schade findet Rainer Lug, dass „die meisten jungen Leute den Beruf des Rollladen- und Sonnenschutzmechatronikers gar nicht kennen“. Die Firma Lug nimmt deshalb regelmäßig am Geretsrieder Ausbildungstag „Berufswelt hautnah“ teil. Um dem hohen Qualitätsanspruch des Unternehmens auch in den nächsten Jahrzehnten gerecht zu werden, ist Lug stets auf der Suche nach motivierten Auszubildenden und qualifizierten Fachkräften. Die Arbeit geht nicht aus, da ist er sicher.

CW

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