Gefangen: Nach missglückter Seilwinden-Rettung bleibt den 52 Floßfahrern nur der Fußweg zurück an Land. Abgesichert wird der Weg durch das steile Gelände von der Feuerwehr, die Seile spannt und beim Klettern hilft. Foto: red

Floß steckt fest: Evakuierung in Flip-Flops

Wolfratshausen/Baierbrunn - In der Isar hat sich am Sonntag ein vollbesetztes Floß des Wolfratshauser Unternehmens Franz Seitner verhakt. Mehrere Stunden dauerte die Evakuierung der 52 Passagiere

Dass ihre Floßfahrt in einer Kletterpartie enden würde: Damit hatte um 14 Uhr noch keiner der 52 Ausflügler gerechnet. Aus ganz Deutschland waren sie angereist, um eine lustige Isarfloßfahrt zu erleben. Doch kurz nach der Floßrutsche am Mühltalkraftwerk ging nichts mehr. Das Floß war auf eine Sandbank aufgesetzt, ein Felsen verkeilte sich unglücklich zwischen den Stämmen - die Flößer waren machtlos.

Um 16.30 Uhr erreichte ein Großaufgebot an Rettungskräften die Isar, doch die unwegsame Stelle, an der sich das Floß verkeilt hatte, stellte die Feuerwehren aus Grünwald, Pullach, Baierbrunn und Straßlach sowie Wasserwacht und Berufsfeuerwehr vor Probleme. Zwar lag eine Floßspitze nur 50 Meter vom Ufer entfernt, die steile Böschung und die Felsen machten ein Durchkommen mit schwerem Gerät aber unmöglich. „Das war wirklich heikel“, sagt der Kommandant der Straßlacher Feuerwehr, Frederic Jakowatz. Die erste Idee war deshalb, eine von den Flößern angeforderte Seilwinde über die Isar ans Floß heranzuziehen und dort zu befestigen. „Wir haben bestimmte zehn Mal versucht das Floß loszukriegen“, sagt Jakowatz, „hatten aber keine Chance.“

Blieb nur die Rettung zu Fuß über steiles, steiniges Gelände. Gesichert wurde der „Klettersteig“ von der Feuerwehr Straßlach: Die 20 Helfer waren die einzigen die an dieser Seite der Isar nah genug herankamen. Sie führten die Floßfahrer die Böschung hinauf und einen steilen Abhang hinab. An dieser Stelle, die Kreisbrandmeister Andreas Englberger absicherte, gab es zwei Tritte im Fels. „Die musste man genau erwischen“, sagt Jakowatz. „Mit Flip-Flops ist das nicht so leicht.“ Das zweite schwierige Stück führte zwischen zwei Felsbrocken hindurch. Jakowatz, der diesen Abschnitt betreute, empfahl den Ausflüglern, langsam rückwärts abzusteigen und sich am extra gespannten Seil festzuhalten.

„Die meisten waren das erste Mal in Bayern“, sagt er. Umso beachtlicher sei, dass kein einziger Fahrgast auch nur einen Kratzer erlitten habe. Ein Shuttledienst brachte die Floßfahrer weiter zum Gasthaus zur Mühle. Jakowatz: „Zum Glück war der Alkoholpegel der Leute sehr überschaubar.“ (soh)

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