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Dr. med. Gerda Wachter-Klabuschnig (2. v.r.) leitet Radiologischen Zentrum Wolfratshausen.

Powerfrauen

Interview mit Dr. Gerda Wachter-Klabuschnig: "Frauen treten heute selbstbewusster auf"

Wir trafen die Leiterin des Radiologischen Zentrums Wolfratshausen Dr. med. Gerda Wachter-Klabuschnig.

Ende vergangenen Jahres eröffnete das rdtm (Radiologisches Zentrum für Diagnostik und Therapie, München) einen neuen Standort in Wolfratshausen am Hans-Urmiller-Ring 6 und fusionierte mit der seit vielen Jahren an der Kreisklinik untergebrachten Radiologischen Praxis von Dr. Hans Höffler. Durch die neue Praxis entstand ein Zentrum für die bildgebende Diagnostik und Therapie auf höchstem technischen Standard zur Versorgung von Patienten im ganzen Oberland.

In Wolfratshausen stehen alle nötigen Diagnosegeräte auf höchsten technischem und wissenschaftlichem Standard zur Verfügung: Magnetresonanztomographie (MRT) und Computertomographie (CT) der neuesten Gerätegeneration, Röntgen, Mammographie mit Biopsiemöglichkeit oder Hochfrequenz-Ultraschall. Beim Einzug in die großen Räume im 2. Obergeschoss des ehemaligen 'Siempelkamp'-Gebäudes musste so manche logistische Meisterleistung erbracht werden, um die großen Anlagen wie CT und MRT in das 2. Obergeschoss zu bringen, das zuvor durch umfangreiche bauliche Maßnahmen auch statisch für derart schwere Anlagen ertüchtigt worden war.

Das Radiologische Zentrum mit seinen Gesellschaftern Dr. med. Gerda Wachter-Klabuschnig, Dr. med. Hans Höffler, Thomas Egge, Dr. med. Boris Adamietz, Prof. Dr. med. Stefan Schönberg, PD Dr. med. Johannes Rieger und PD Dr. med. Tobias F. Jakobs betreibt die drei Standorte im Teamarztmodell. Die Ärzte verstehen sich als eine überörtliche Sozietät mit einer Verpflichtung nicht nur in einer allgemeinen radiologischen Grundversorgung, sondern vielmehr in der Spezialisierung jedes Einzelnen und Einbringung der Diagnostik in eine moderne, minimalinvasive Therapie.

Dr. Gerda Wachter-Klabuschnig managte die Neueröffnung

Planung, Überwachung, Organisation und Öffentlichkeitsarbeit für die Neueröffnung lagen im Wesentlichen in den Händen einer 'Powerfrau': Dr. Gerda Wachter-Klabuschnig. Nicht selten war sie in der 'heißen Phase' der Umbauarbeiten sowie in den Tagen und Wochen nach der Eröffnung bis weit nach Mitternacht erreichbar. Als nun am 7. Februar die offizielle Einweihung erfolgte, konnte sie mit berechtigtem Stolz den zahlreichen Besuchern bei einem Rundgang durch das Diagnosezentrum erklären: "Wir bieten in Wolfratshausen konzentriert an einem Standort auf 440 Quadratmetern alle radiologisch-diagnostischen Möglichkeiten mit Geräten der neuesten Generation an: MRT-3T einschließlich Q2- zertifizierter Prostatafrüherkennung mittels MRT, CT, komplette Brustdiagnostik, einschließlich der Möglichkeit der Biopsie und Tumormarkierung, konventionelle Röntgendiagnostik, Knochendichtemessung/DEXA und Sonographie."

Dr. med. Gerda Wachter-Klabuschnig

Wir wollten nach der Eröffnung wissen: Frau Dr. Wachter-Klabuschnig, Sie tragen natürlich als Ärztin eine große Verantwortung für Gesundheit und Leben Ihrer Patienten. Aber zusätzlich tragen Sie Verantwortung für das Radiologische Zentrum in Wolfratshausen, Ihre beiden Diagnosezentren in München am Herkomerplatz und am Romanplatz, deren Betrieb und Diagnosesicherheit sowie Ihre vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ihr Weg dahin war jedoch bestimmt nicht einfach?

Dr. med. Gerda Wachter-Klabuschnig: "Ich bin 1961 in einem ländlichen Umfeld zur Welt gekommen. Ich habe sehr früh gewusst, dass ich Ärztin werden will. Nach Grundschule, Gymnasium und Medizinstudium an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen habe ich im Rahmen meiner Dissertation einen intensiven Kontakt zur Radiologie entwickelt. Meine Facharztausbildung habe ich im Städtischen Klinikum Nürnberg absolviert, die Facharztprüfung im Mai 1993.


Während der Ausbildungszeit und dann als Oberärztin wurde mir klar, dass ich beruflich gestalten will und so kam dann die Niederlassung 1996 in München. Die vormalige Einzelpraxis ist dann gesund gewachsen durch die Herren Egge und Dr. Rieger. Durch die hohe Spezialisierung im Bereich der Diagnostik und Therapie von Dr. Rieger und Dr. Jakobs wurde der Standort im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in München erst möglich. Und durch das Beitreten von Herrn Professor Dr. Schönberg wurde der universitäre Standard in der bildgebenden Diagnostik gefestigt."

"Arbeit im medizinisch-diagnostischen Bereich war schon immer mein Wunsch"

Hatten Sie schon früher geplant, einmal ein derart großes Gesundheitsunternehmen gemeinsam mit mehreren männlichen Experten zu leiten oder hat sich das relativ kurzfristig ergeben?

Dr. Wachter-Klabuschnig: "Mein Wunsch war es immer, im medizinisch-diagnostischen Bereich zu arbeiten. Ich habe im Laufe meiner beruflichen Entwicklung und vor allem in der Niederlassung überwiegend mit männlichen Experten zu tun gehabt. Das Fach der Radiologie war vor 30 bis 40 Jahren sicher eher in männlicher Hand. Erst im Laufe der letzten 15 Jahre hat sich das gewandelt. Sie sehen ja auch, dass wir in unserem Team auch noch eine zweite starke Frau haben: Frau Dr. Isabelle Ayx!"

Hatten Sie gerade in Ihrer verantwortlichen Tätigkeit schon öfters einmal den Eindruck, dass es für Sie als Frau schwerer war als Ihren männlichen Kollegen?

Dr. Wachter-Klabuschnig: "Nein, den Eindruck hatte ich nie. Ich bin sicher, dass jede Frau, die weiß was sie will, es auch schaffen kann!"

In Ihrem Radiologischen Zentrum Wolfratshausen arbeitet ein Team von zehn Mitarbeiterinnen. Dies ist in den meisten Praxen und Kliniken so. Sind denn Frauen mehr Medizin-affin, haben Frauen mehr Empathie oder was ist nach Ihrer Meinung der Grund dafür?

Dr. Wachter-Klabuschnig: "Meiner Meinung nach sind Frauen Organisationstalente, die den Überblick haben und behalten. Außerdem ist die Empathie der Frauen für Kinder, Kranke, Schwache doch sichtbar gegeben."

Zu Ihren Leistungen gehört unter anderem auch die Diagnose von Prostatakarzinomen. Haben Sie den Eindruck, dass in diesem Fall den Patienten ein männlicher Gesprächspartner lieber wäre?

Dr. Wachter-Klabuschnig: "Das glaube ich nicht. Solange die Kompetenz der übermittelnden Person im direkten Gespräch gegeben ist, dürfte das keine Rolle spielen. Subjektiv allerdings glaube ich, dass das von Mann zu Mann bestimmt oft einfacher ist."

Zurzeit begehen wir das Jubiläum "100 Jahre Frauen-Wahlrecht". Haben Sie den Eindruck, dass auch in den letzten Jahrzehnten noch viel Positives erreicht wurde?

"Frauen treten heute selbstbewusster auf."

Dr. Wachter-Klabuschnig: "Ja, vor allem treten Frauen unterschiedlicher Berufszweige doch selbstbewusster auf. Frauen ergreifen Berufe, die vormals Männern vorbehalten waren wie etwa Pilotin, Bauingenieurin, Mechatronikerin, Fußballerin und viele andere."

Was würden Sie sich für die Zukunft noch an weiteren Verbesserungen wünschen?

Dr. Wachter-Klabuschnig: "Das klingt vielleicht komisch: ich wünsche mir, dass das berufliche Zusammenwirken von Frau und Mann nicht so sehr auf die Frau gepolt wird, sondern auf die Kompetenz!"

Lässt sich denn für Frauen heute eine derart umfangreiche und verantwortungsvolle Tätigkeit wie Ihre mit Familie und Privatleben vernünftig und sinnvoll verbinden?

Dr. Wachter-Klabuschnig: "Für junge Menschen ist das sicher eine Herausforderung. Insgesamt aber ist das mit einem guten Zeitmanagement und Konzentration auf das Wichtigste gut zu meistern. Voraussetzung ist allerdings, dass man tatsächlich weiß, was man will - und vor allem, was man nicht will!"

In Ihrem Radiologischen Zentrum bieten Sie auch Diagnosen speziell für Frauen an. Dabei denke ich etwa an die Mammographie, aber auch an die Knochendichtemessung. Hier hat sich ja die Präzision und Qualität der Diagnose in den letzten Jahren enorm verbessert und gleichzeitig die Strahlenbelastung der Patientinnen signifikant verringert...

Dr. Wachter-Klabuschnig: "Eine relevante Strahlenbelastung bei der Knochendichtemessung liegt nicht vor. Die Strahlenbelastung bei der Mammographie wird durch ausgefeilte Techniken der Geräte so reduziert, dass auch in Deutschland seit zwölf Jahren ein flächendeckendes Mammographie-Screeningprogramm möglich ist. Dies trifft auch für alle anderen Mammographiegeräte zu, die im kurativen Einsatz sind."

Radiologischen Zentrum Wolfratshausen: Impressionen

"Die Menschen sollten auf die innere Uhr hören und den Körper wahrnehmen!"

Welchen Rat geben Sie unseren Leserinnen in Bezug auf die Gesundheitsvorsorge?

Dr. Wachter-Klabuschnig: "Die Menschen sollten auf die innere Uhr hören, den Körper wahrnehmen und vor allem, nur auf zertifizierte Vorsorgeuntersuchungen zurückgreifen, wie zum Beispiel die Koloskopie oder das Mammographie-Screening."

Und wie sind Ihre geschäftlichen Vorhaben sowie Ihre ganz persönlichen Pläne für die nähere Zukunft?

Dr. Wachter-Klabuschnig: "Vor allen Dingen möchte ich gesund bleiben. Und ich möchte mit allen hausärztlichen und fachärztlichen Kollegen am neuen Standort konstruktiv zusammenarbeiten, damit wir das, was wir uns vorgenommen haben - eine vollumfänglich, hochqualitative radiologische Versorgung der Region Wolfratshausen-Bad Tölz zu gewährleisten - auch umgesetzt werden kann."

Vielen Dank!

Kontakt

Radiologisches Zentrum Wolfratshausen
Hans-Urmiller-Ring 6
82515 Wolfratshausen
Tel: 08171 / 386 240 und 08171 / 211 89

Öffnungszeiten:

Montag bis Donnerstag

8.00 - 18.00

Freitag

8.00 - 17.00

In überörtlicher Gemeinschaftspraxis mit:
rdtm München Standort Herkomerplatz
Oberföhringer Str. 2
81679 München
Tel: 089 / 4196930

rdtm München Standort Romanplatz
Romanstraße 93
80639 München
Tel: 089 / 17972828

www.rdtm.de

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