Silbernes Fundstück: Flößer Jason Charles (li.) fand einen Fuß des Sporty Dancers 2013 in der Loisach. Das Bild zeigt ihn bei der Rückgabe an Metallgestalter Philip Hönicke. Inzwischen hat der Künstler seine Plastik renoviert. Foto: archiv

Frisch geschniegelt und gestriegelt

Wolfratshausen - Der „Sporty Dancer“ ist zurück auf dem Platz vor der Loisachhalle. Frisch geschliffen und aufpoliert ist er am Donnerstag aus seinem Winterquartier zurückgekehrt.

Am Donnerstagnachmittag bei herrlichem Sonnenschein und unter den Blicken einiger Zaungäste hievte der Metallgestalter Philip Hönicke aus Benediktbeuern die Einzelteile seiner überlebensgroßen Metallplastik an ihren angestammten Platz vor der Loisachhalle. Ein Kran und der spontane Einsatz eines Passanten halfen dem Künstler dabei.

Nach der Kunstmeile 2013 im vergangenen Herbst hatte Hönicke seinen Edelstahlmann zurück in die Werkstatt gebracht. Das Kunstwerk hatte witterungsbedingt eine Schönheitskur nötig, entschied der Künstler. „Es war verbeult, und an ihm hafteten Spuren von Hamburgerresten und klebrigen Kaugummis.“ Frisch gestylt soll das Kunstwerk nun unbefristet an diesem exponierten Platz stehen bleiben, bis ein Käufer gefunden wird, bestätigt der Künstler. Zwar freuen sich die Stadt und der Betreiber der Loisachhalle über diesen Blickfang, aber bezahlen wollen oder können sie nicht dafür, sagt er. Bisher muss Hönicke sogar selbst für die Versicherungskosten von rund 500 Euro im Jahr aufkommen.

Im Herbst habe er mit Kulturmanagerin Marion Klement über einen möglichen Ankauf durch die Stadt Wolfratshausen gesprochen. Sie wollte es dem Stadtrat vortragen. „Ich habe noch keinen Bescheid bekommen“, sagt Hönicke. Nun will Werner Kuhlmann der Stadt nochmal nahelegen, das Kunstwerk wenigstens als Leihgabe zu finanzieren. „Das ist doch ein Statussymbol für Wolfratshausen, wie der Running Man in der Leopoldstraße für München“, findet der Vorsitzender des Vereins Lebendige Altstadt Wolfratshausen (LAW).

Zufällig kam Gastwirt Dominik Tabak vom Wirtshaus Flößerei und der Loisachhalle vorbeispaziert. Auch er findet das Kunstwerk an dieser Stelle „sehr schön“, aber „für einen Ankauf sei heuer aus betriebswirtschaftlicher Sicht kein Geld da, vielleicht im nächsten Jahr“. Die Entscheidung dafür könne nur sein Chef und Inhaber Josef Bachmaier treffen. Überraschend versprach Tabak dem Künstler Hönicke: „Wir übernehmen heuer die Versicherungskosten.“

Damit der Sporty Dancer nun auf Dauer bleibt wie er ist, hat ihm Künstler Hönicke die flexibel steckbaren Gliedmaßen mit einer eigens konzipierten Konstruktion gesichert und das Standbein mit einer Eisenplatte am Boden befestigt. Nun strahlt der Edelstahl-Bursche wieder frisch geschniegelt und gestriegelt und hebt fröhlich sein Tanzbein.

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