„Der Vampir von Zwicklbach“: Seit Juni proben Andi Wastian, Christine Brauner, Melanie Tobian (hinten v. li.), Melissa Demmel, Franz Foitzik und Felix Unterberger (vorne v. li.) am neuen Stück der Loisachtaler Bauernbühne. Foto: Sabine Hermsdorf

Frisches Blut für die Bauernbühne

Wolfratshausen - Am 16. Oktober wird „Der Vampir von Zwicklbach“ erstmals das Publikum erschrecken. Wir waren bei den Proben der Loisachtaler Bauernbühne dabei.

Ein markerschütternder Schrei dringt am Montagabend aus einem Kellerraum an der Sauerlacher Straße. Die Polizei muss aber nicht verständigt werden. Denn längst wissen die Anwohner, dass hier die Loisachtaler Bauernbühne wieder einmal für ein neues Stück probt.

Der „Vampir von Zwicklbach“ (Franz Foitzik) treibt als einziger bayerischer Blutsauger in einem verlassenen Gutshof sein Unwesen. Betreten hat das Haus seit langer Zeit niemand mehr. Nur die junge Betty (Melissa Demmel) wird von Martl (Felix Unterberger) überredet, in den Keller einzusteigen. Dabei hat sich die Baronin Theres (Melanie Tobian) bereits entschlossen, das verfluchte Anwesen nun endlich zu verkaufen. Doch die interessierten Käufer, die neureiche Keszentiana von der Mühl (Christine Brauner) und ihr Gatte Hannes-Petrus (Andi Wastian), wollen den „Hokuspokus“ mithilfe von verrückten Vampirjägern beenden.

Wer das Stück noch nicht gesehen hat, könnte sich bei dieser Beschreibung an eine bayerische Neuauflage des amerikanischen Kinohits „Ghostbusters“ erinnert fühlen. Ein Vergleich, den Regisseurin Monika Schwenger jedoch nicht gelten lassen will. „Das Stück hat modernen Tiefgang und eine Sprache, die das Publikum anspricht“, stellt Schwenger klar. Geschrieben hat den aus drei Akten bestehenden Schwank Ralph Wallner. Der renommierte 47-jährige Theaterautor verfasste auch das „Breznknödl-Deschawü“, das die Bauernbühne im vergangenen Jahr aufführte.

Die Proben zum neuen Stück gestalteten sich laut Schwenger nicht immer einfach: So war Felix Unterberger, der gemeinsam mit Melissa Demmel das erste Mal in einem Stück der Bauernbühne auftritt, längere Zeit verreist und einige Darsteller erkrankt beziehungsweise verletzt. „Aber solche Probleme traten früher auch oft auf. Damit können wir umgehen“, gibt sich Schwenger gelassen.

Nachdem die Darsteller im Juni zum ersten Mal das neue Stück besprachen, wird nun am Feinschliff gearbeitet. Der Regisseurin fällt genau auf, wenn ein vermeintlich unbedeutendes Wort falsch betont wird oder der Blick eines Darstellers vom Publikum abschweift. Einmal ermahnt sie Melanie Tobian doch endlich „den Stock“ aus dem Körper zu nehmen: „Du bist a bayerische Baronin, da braucht‘s diese Haltung ned“. Die Gescholtene nimmt’s mit Humor und macht’s sich auf der Holzbank bequem. Ohnehin scheint es in den Probepausen ziemlich locker zuzugehen. Die vielen ausgetrunkenen Weinflaschen, die nun als Requisite für das Bühnenbild Verwendung finden, seien ausschließlich von den Darstellern geleert worden, versichert Schwenger mit einem Augenzwinkern.

Die Premiere des Schwanks „Der Vampir von Zwicklbach“ findet am Freitag, 16. Oktober, um 20 Uhr in den Geretsrieder Ratsstuben statt. Weitere Aufführungen sind: 23., 24., 30., und 31. Oktober, sowie 1., 13., 14., 15. November (Ratsstuben Geretsried), sowie 21. November (Loisachhalle Wolfratshausen).

Peter Herrmann

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