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Slalomparcours: Autofahrer mussten in den vergangenen Tagen den zahlreichen Schlaglöchern auf der Staatsstraße zwischen Münsing und Holzhausen ausweichen. Mittlerweile sind die Schäden behoben.

Von Münsing nach Holzhausen

Frostschäden: So schlimm hat es diese Straße getroffen

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Wer in den vergangenen Tagen mit dem Pkw oder Lkw von Münsing nach Holzhausen fuhr, der fühlte sich wie auf einem Slalomparcours. Kaum eine Straße im Landkreis hat es in diesem Winter so übel erwischt wie eben jenen drei Kilometer langen Abschnitt. Aber es wird besser.

Jürgen Neidhardt: Keuter der Straßenmeisterei Wolfratshausen.

Münsing – Mittlerweile sind die ärgsten Schäden beseitigt. Mittelfristig ist der Ausbau der Staatsstraße geplant. Komplett erneuert und verbreitert werden soll auch die Kreisstraße zwischen Münsing und Degerndorf. „In dem Bereich waren die Schäden extrem“, sagt Jürgen Neidhardt, Dienststellenleiter der Wolfratshauser Straßenmeisterei, die für den Unterhalt der Staatsstraßen im Nordlandkreis zuständig ist. „Von einem Tag auf den anderen sind die Stellen aufgebrochen.“ Bei solch alten Straßen könne dies schon mal passieren. Dies bestätigt Josef Limm vom Technischen Bauamt in Münsing. „So eine lange Kälteperiode wie in diesem Winter haben wir lange nicht mehr gehabt.“ Durch den Dauerforst seien Risse in der Fahrbahn entstanden. In die Risse sei Tauwasser geflossen. Und dann kam wieder der Forst: „Klar, dass da der Fahrbahnbelag zu arbeiten beginnt.“

Pläne im Hinterkopf: Ausbau der Staatsstraße

In den vergangenen Tagen hat die Straßenmeisterei die Schlaglöcher geflickt, mittlerweile sind die Arbeiten abgeschlossen. Eine aufwändigere Sanierung sei nicht geplant, sagt Stefan Vogt, Sachgebietsleiter Planung und Bau im Staatlichen Bauamt Weilheim, auf Nachfrage unserer Zeitung. Seine Behörde hat größere Pläne im Hinterkopf: Den Ausbau der Staatsstraße. Sie soll von bislang 5,20 Meter auf 6,50 Meter verbreitert werden. Außerdem sei punktuell eine Verbesserung der Linienführung geplant: „Wir wollen da die gröbsten Schnitzer beseitigen“, sagt Vogt. Nach den heutigen Richtlinien wäre eigentlich ein kompletter Neubau angesagt, „weitab vom jetzigen Bestand“. Die Grundstücks-Verhandlungen seien aber so schwierig, dass sie das komplette Projekt gefährden würden: „Und das wollen wir nicht.“

Vogt: „Der Teufel steckt im Detail“

Derzeit laufen die Grunderwerbsverhandlungen für die kleine Lösung. Vogt ist „vorsichtig optimistisch“, dass sie erfolgreich abgeschlossen werden. „Allerdings steckt auch hier der Teufel im Detail“, sagt der Sachgebietsleiter. „Die Verhandlungen können sich noch etwas in die Länge ziehen.“ Selbst wenn sie abgeschlossen sind, wird noch etwas Zeit vergehen, bis die Bagger anrollen. Unter anderem muss die Maßnahme ausgeschrieben werdenm und der Freistaat muss die Mittel zuweisen.

Ausbau geht heuer wahrscheinlich nicht über die Bühne

Unter diesen Voraussetzungen rechnet Vogt nicht damit, dass der Ausbau schon 2017 über die Bühne geht. Haushaltsmittel dafür sind nicht eingeplant. Nur so viel will Vogt zusagen: „Wir bemühen uns, nach dem Winter zumindest den Gebrauchswert der Straße wieder herzustellen.“

Grundstücksverhandlungen laufen

Fast identisch ist der Stand bei der Kreisstraße zwischen Degerndorf und Münsing: „Auch sie ist altersbedingt in einem sehr schlechten Zustand, und die Breite ist sehr gering“, sagt Vogt. Zudem rolle mehr Schwerverkehr nach Degerndorf. Die Grundstücksverhandlungen führt das Landratsamt. Das Staatliche Bauamt fungiert als Ingenieurbüro für den Kreis, ist für die Planung und Bau-Überwachung zuständig. Auch hier laufen die Grundstücksverhandlungen. Wann die enden, ist noch offen.

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