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Diakon Christian Horak ermuntert dazu, mehr Fülle ins Leben zu bringen.

Gott und die Welt 

Frühjahrsputz der Seele

Langsam kommt der Frühling. Der katholische Diakon Christian Horak denkt deshalb über einen Frühjahrsputz für die Seele nach.

Wolfratshausen - Die Familie meiner Frau neigt zu skurrilen Wort-Neuschöpfungen. So hat sie den Begriff „pflieben“ geprägt. Das ist, wie ich inzwischen gelernt habe, eine Mischung aus pflegen und lieben. Jetzt, da der Winter allmählich geht und die Sonnenstunden wieder mehr werden, könnte doch eine gute Gelegenheit sein, wieder einmal bewusst auf sich selbst zu schauen und sich etwas Gutes zu gönnen. Und dies sollte nicht nur die körperliche, sondern auch die seelische Ebene betreffen. 

Wintermief hinter sich lassen

Christian Horak Katholischer Diakon aus Wolfratshausen

Wir alle wissen, dass jetzt, da es wieder aufwärts geht, jede sportliche Betätigung gut tut. Warum nicht einfach – sooft es geht – ein ausgiebiges Vitamin-D-Bad nehmen und an die Sonne gehen? Den Wintermief hinter sich zu lassen und sich einmal richtig auszulüften, bringt einen oft schon auf neue Gedanken und Ideen, und obendrein kostet es nichts.

Gefühl für die eigenen Bedürfnisse bekommen

Was wir daneben nur allzu leicht vergessen: Auch Zeiten der Stille, in denen – von außen betrachtet – nichts Spektakuläres geschieht, können eine wahre Labsal für die Seele sein. Aber das müssen wir üben, damit es sich nicht verlernt, oder gar neu schätzen zu lernen. Die Stille an sich heranzulassen erfordert bisweilen auch ein wenig Überwindung, doch es zahlt sich aus. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Stunde Handy-Fasten? Trauen Sie sich doch, eine Zeit lang einfach nicht erreichbar zu sein! Gibt es Potenzial, Ihren Kalender zu entschlacken? Wie sieht es mit Freiräumen aus? Seien Sie doch einfach mal kreativ und überlegen Sie, wie für Sie ein „Frühjahrsputz der Seele“ ausschauen könnte! Ihr Ziel sollte es dabei sein, wieder ein Gefühl für sich und Ihre Bedürfnisse zu bekommen – das wäre jetzt an der Zeit.

Mehr Fülle ins Leben bringen

Jesus sagt: „Ich will, dass sie das Leben haben und es in Fülle haben!“ (Joh. 10,10) Gott will, dass es mir gut geht und mein Leben Tiefgang bekommt. Sich in diesem christlichen Sinne selbst zu lieben und für sich zu sorgen hat nichts zu tun mit Selbstverliebtheit. Wie bekomme ich also wieder mehr Fülle in mein Leben? Bin ich da wirklich auf andere angewiesen oder habe ich es nicht doch selbst in der Hand, mein Leben reicher zu gestalten? Immer wieder scheint sich zu bestätigen, dass wir unserem Auto daheim mehr Zuwendung und Pflege widmen als unserem Leib oder gar unserer Seele. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen von Herzen: „Pflieben“ Sie sich wieder einmal ordentlich.

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