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Mahlzeit: 4100 Feuerwehr-Nachwuchskräfte aus Deutschland, Spanien, Schweden, Finnland, Polen und Kasachstan werden im Zeltlager in Königsdorf Tag für Tag verpflegt.

Zeltlager in Königsdorf

Frühstück für 4100 Feuerwehrler

Königsdorf - Planungsgeschick ist in dieser Woche in der Jugendsiedlung Hochland erforderlich. Zweimal täglich müssen 4100 hungrige Mäuler versorgt werden. Ein Caterer, der mit großen Zeltlagern vertraut ist, wurde deshalb engagiert.

Handy-Empfang lässt zu wünschen übrig

Die Unwetter am Wochenende haben den Start des Feuerwehr-Zeltlagers kräftig durcheinander gewirbelt. Wegen wetterbedingter Staus sind einige Teilnehmer erst verspätet in der Nacht zum Sonntag angereist. Im Camp selbst gab es anschließend Probleme beim Aufstellen der Zelte. Einige Teilnehmer wurden deshalb vorübergehend in Notunterkünften untergebracht. In der Jugendsiedlung Königsdorf selbst hat der Starkregen einige Wege in Schlammgruben verwandelt. „Wir arbeiten hier händeringend daran, dass die Wege wieder gut begehbar werden“, berichtet Nils Berthold vom Feuerwehr-Magazin „Lauffeuer“ im Internet. Auf der Facebook-Seite der Deutschen Jugendfeuerwehr beschweren sich derweil besorgte Eltern über fehlende Kontaktmöglichkeiten zu ihren Kindern. Der Handyempfang im Wald rund um die Jugendsiedlung ist je nach Standort und Netzanbieter mangelhaft oder gar nicht vorhanden.

Seit Samstagabend müssen zweimal täglich 4100 hungrige Mäuler in der Jugendsiedlung Hochland versorgt werden. Das erfordert von den Organisatoren des Bundeszeltlagers der Deutschen Jugendfeuerwehr (DJF) einiges an Planungsgeschick. „Wir haben eigens einen Caterer aus Niedersachsen engagiert“, erklärt der stellvertretende Bundesjugendleiter Christian Patzelt im Gespräch mit unserer Zeitung. „Er hat Erfahrung mit so großen Zeltlagern.“ Wie berichtet, feiert die DJF in dieser Woche ihr 50-jähriges Jubiläum. Dafür sind 231 Gruppen mit Teilnehmern zwischen zwölf und 18 Jahren aus ganz Deutschland sowie sechs weiteren Nationen ins oberbayerische Königsdorf angereist. Während der Festwoche hat die DJF für die Jugendlichen ein unterhaltsames Spieleprogramm und zahlreiche Ausflüge in die nähere Region organisiert. Am Donnerstag soll im Camp ein Tanz-Weltrekord aufgestellt werden. Im Rahmen eines Festaktes am Nachmittag wird erstmals öffentlich eine Sonderbriefmarke vorgestellt. Die DJF ist ein Zusammenschluss aller Jugendfeuerwehren in Deutschland. Sie zählt nach eigenen Angaben unterm Strich mehr als 245 000 Mitglieder.

Der Alltag im Zeltlager in Königsdorf beginnt laut Patzelt gegen 7 Uhr morgens. Weil die Waschräume der Jugendsiedlung nicht genügend Kapazität bieten, wurden zusätzliche Dusch- und Toilettencontainer aufgestellt. „Da wird vielleicht auch schon mal kalt geduscht“, sagt der 32-jährige Bremer mit einem Lächeln. Die Mahlzeiten werden im zentralen Veranstaltungszelt hergerichtet. Unbestuhlt finden darin alle 4100 Teilnehmer Platz. Während den Essenszeiten kommen laut Patzelt rund 1200 Personen unter. Damit die Campteilnehmer nicht unkoordiniert in das Zelt strömen, wurden sie vorab in mehrere Gruppen eingeteilt.

Bilder: Feuerwehr-Zeltlager in Königsdorf

Bilder: Feuerwehr-Zeltlager in Königsdorf

Morgens steht ein reichhaltiges Frühstück auf dem Speiseplan. Zudem kann sich der Feuerwehrnachwuchs ein Lunchpaket für den Tag abholen. So müssen die Jugendlichen ihre Ausflüge mittags nicht unterbrechen. Abends steht eine warme Mahlzeit auf dem Tisch. Bisher gab’s unter anderem Putencurry mit Reis und Nudeln mit Gulasch. „Ein Klassiker bei jedem Feuerwehr-Zeltlager“, weiß Bundesjugendleiter Patzelt. Gut gestärkt komme dann noch eine Aufgabe auf die Teilnehmer zu: „Jeder muss seinen Teller selbst abspülen.“ Für die Abende hat die DJF ein buntes Programm vorbereitet. Neben Spielen finden im Veranstaltungszelt unter anderem fröhliche Diskopartys statt. Gegen 22.30 Uhr gehen schließlich im Camp die Lichter aus. Dann wird es für ein paar Stunden wieder still in der riesigen Zeltstadt auf dem Gelände der Jugendsiedlung.

Von Sebastian Dorn

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