Fuchsbandwurm: "Ein Restrisiko besteht immer"

- Tipps zum Schutz vor Infektion

VON CHRISTINE STAHL UND RAPHAEL KIESS Bad Tölz - Eine zufällige Blutuntersuchung brachte es ans Licht - "zum Glück", wie Paul M. (Name geändert) heute sagt. Vor etwa einem Jahr diagnostizierten die Ärzte bei dem Jäger eine Infektion mit dem gefährlichen Fuchsbandwurm. Wie es dazu kam, kann M. sich bislang nicht erklären. "Aber ich bin sicher, dass es nicht durch einen direkten Kontakt passiert ist." Obwohl Übertragungen des Fuchsbandwurms auf den Menschen äußerst selten sind, ist vor allem für Landwirte und Jäger, aber auch für Hunde- und Katzenbesitzer Vorsicht geboten. "Denn wenn sich einmal ein Mensch angesteckt hat, ist das dramatisch", sagt der Leiter des Tölzer Gesundheitsamts, Dr. Franz Hartmann.

"Etwa 40 Prozent der Füchse im Landkreis sind mit dem Fuchsbandwurm infiziert", schätzt Dr. Anton Wurm vom Veterinäramt. "Regional ist das sehr unterschiedlich." Auffallend sei, dass derzeit wesentlich mehr Bereiche betroffen seien als noch Anfang der 90er Jahre. Seit der Einführung der Meldepflicht im Januar 2001 sei im Landkreis erst ein Fall aktenkundig geworden, der von Paul M. In den vergangenen zwölf Jahren infizierten sich laut Hartmann lediglich zwei Menschen im Landkreis mit dem Parasiten.

Wesentlich größer ist die Ansteckungsgefahr bei Katzen und Hunden, wenn sie etwa eine infizierte Maus fressen und wie der Fuchs zum Endwirt des Bandwurms werden. Deren Ausscheidungen wiederum bergen Gefahren - vor allem für Kinder. Wurm: "Wichtig ist es deshalb, Haustiere regelmäßig alle drei bis vier Wochen zu entwurmen."

"Wir haben hier im nördlichen Landkreis eine sehr große Fuchspopulation", konstatiert Siegfried Rieger von der Jagdkreisgruppe Wolfratshausen. Seiner Meinung nach müssten mehr Füchse geschossen werden. Das habe er auch bei seinen Jägern öfter moniert. "Außerdem ist es ganz gefährlich, wenn man Hunde frei im Wald herumstreifen lässt. Gerade Reiter lassen oft ihre Hunde nebenher laufen", so Rieger. Hunde und Katzen seien keine End-, sondern nur Zwischenwirte. Aber sie könnten den Menschen anstecken.

Dr. Hartmann vom Gesundheitsamt rät, Fallobst, Beeren und Pilze, auf denen die Bandwurmeier haften können, vor dem Verzehr gründlich zu waschen. "Zwar gibt es keinen Beweis, dass je ein Mensch auf diese Weise mit dem Fuchsbandwurm infiziert wurde, aber ein Restrisiko besteht immer."

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