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Dank ihres gemeinsamen Hobbys – musizieren nach Lust und Laune – besteht die Bühnenbeziehung zwischen Michi Marchner (li.) und Martin Lidl seit 25 Jahren.

„Für Euch soll’s Lederhosn regnen“

Wolfratshausen - 25 Jahre gemeinsam auf der Bühne: Das feierten die „Les Derhosn“ im D’Amato. Mit ihrem neuen Programm schaut die Band zurück in die Vergangenheit und voraus in die Zukunft.

Die „Les Derhosn“ feiern als Bühnenduo Silberhochzeit und schauen im neuen Programm „Nach uns die Zukunft“ musikalisch wie humoristisch zurück in die Vergangenheit und voraus in die Zukunft. Freche Komik und großartige Musik präsentierten die Münchner Michi Marchner und Martin Lidl am Freitagabend im D’Amato.

Sie sind zwei angriffslustige Burschen, die ihr Publikum vorne am Bühnenrand auch schon mal verbal am Schopf packen. „Wenn’st ned glei zum Ratschen aufhörst, dann setz i die rüber zu dem, der so finster schaut“, pfiff Marchner eine Dame im blauen Jäckchen an. Ein anderer männlicher Gast, der noch mit dem Rücken zur Bühne genüsslich seine Pizza aß, bekam den Rüffler mit: „Mogst di du ned glei umdrahn.“ Alles nur Gaudi, von daher nahm’s auch keiner übel. Die „Les Derhosn“ überzeugten mit guter Musik, witziger Bühnenkomik und frotzelnder Ironie.

Genau 25 Jahre besteht die Bühnenbeziehung und sie funktioniert noch heute, weil Marchner, der „sture Bock“ mit dem Lidl, dem „netten Kerl“ ein „gemeinsames Hobby“ hat: Musizieren nach Lust und Laune. „Wir sind keine Naturtalente, wir haben hart dafür gearbeitet“, erklärte Marchner bei einem Gespräch in der Pause. Mit einer Rockband haben sie angefangen und dann folgten zehn Jahre Klezmermusik. Die beiden sind exzellente Musiker, was Stilsicherheit, Genrewechsel, Solo-Interpretationen und die Vielfalt ihrer Instrumente angeht. Marchner spielt Keyboard und Perkussion. Lidl ist der gefühlvolle Gitarrist. Aus dem Stilmix machen sie ihre eigene Musik: mal verjazzt, mal rockig, mal ganz traditionell. So werden alte Schlager zu neuen Rockballaden und Gstanzl zur Musik der australischen Ureinwohner. Martin Lidl kann mit der Stimme den Klang des Didgeridoos täuschend echt imitieren. Die meisten ihrer Lieder sind Eigenkompositionen, dazwischen streuen sie neu parodierte Adaptionen von Abba bis Pink Floyd ein, zum Beispiel „Angie“ von den Rolling Stones, „Griechischer Wein“ von Udo Jürgens oder Hildegard Knefs „Rote Rosen“, dessen sonoren Refrain die Münchner zu ihrem eigenen machen: „Für Euch soll‘s Lederhosn regnen.“

In einem viertel Jahrhundert haben die beiden „Les Derhosn“ viel erlebt. Davon erzählen sie im Dialog mit dem Publikum. Sie schwelgen in Zeiten, in denen „man zum Umschalten des Fernsehprogramms noch zu Fuß gehen musste“ und erinnern sich daran, wie man sich einst die Zukunft vorgestellt hat: „Mit ,Major Tom’ und der ,Maus vom Mars’ war sie doch richtig geil.“ Heute ist sie Realität geworden mit tausenden Facebook-Freunden und Handys die intelligenter sind als ihre Besitzer. Ob die „Zukunft eine Zukunft hat“, darüber wollten die „Les Derhosn“ erst gar nicht spekulieren.

von Andrea Weber

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