S-Bahn-Verlängerung

Lug fürchtet böses Erwachen aus Parallelwelt

Geretsried – Bis Ende Juli möchte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann eine verbindliche Aussage des Landkreises und der beiden Städte, ob sie sich an einer schrankenlosen S-Bahn-Verlängerung nach Geretsried beteiligen.

Wie berichtet kostet eine Tieferlegung der Gleise an der Sauerlacher Straße in Wolfratshausen zusätzliche 44 Millionen Euro. Bayern, Bund und Bahn würden davon 60 Prozent übernehmen. „17 Millionen Euro werden auf kommunaler Ebene hängenbleiben“, so Geretsrieds Bürgermeister Michael Müller in der Stadtratssitzung am Dienstag den Sachstand. Unter Berücksichtigung der Preissteigerung seit der Planung 2009 sind es bis zum anvisierten Baubeginn 2020 etwa 25 Millionen Euro.

„Wir müssen in die Diskussion einsteigen“, sagte Müller und kündigte an, das Thema bald auf die Tagesordnung zu setzen. „Wir bemühen uns um einen Termin mit der Bahn, um die Fachplaner herzubekommen.“ Die Entscheidung des Stadtrats sollte auf einer „vernünftigen fachlichen Basis“ getroffen werden.

Im Gespräch mit den Fachplanern klärt sich vielleicht auch die Frage von Freie-Wähler-Sprecher Robert Lug. Er wunderte sich, dass der Nutzen-Kosten-Faktor, „der uns jahrelang als Heiligtum erklärt wurde“, offenbar überhaupt keine Rolle mehr spielt. In der Vergangenheit hatte es immer geheißen, eine Tunnel- oder Troglösung im Bereich der Sauerlacher Straße in Wolfratshausen käme nicht in Frage, weil die S-Bahn-Verlängerung dann nicht mehr wirtschaftlich wäre und vom Bund nicht gefördert würde. Lug hat die Befürchtung, „in einer Parallelwelt gelandet zu sein“, aus der man irgendwann böse erwache. „Ist das jetzt eine Verarschung oder waren wir zehn Jahre falsch informiert?“, fragte Lug in deutlichen Worten. Bürgermeister Müller blieb die Antwort schuldig. „Deshalb lassen wir ja die Fachleute kommen“, sagte er.

In der Pressekonferenz vor einer Woche hatte es geheißen, der äußerst knapp kalkulierte Nutzen-Kosten-Faktor würde nicht gesprengt. Begründung: Die Tieferlegung der Gleise bringe auch Vorteile für den Straßenverkehr.

Sabine Schörner

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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