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Blamage: Bayernligist BCF Wolfratshausen (re. Torschütze Hiroki Kotami im Duell mit Waldrams Johannes Gebel) kam in seinem letzten Testspiel gegen den starken Kreisligisten DJK Waldram nicht über ein 2:2 hinaus. 

Fussball

BCF gegen DJK Waldram: „eine einzige Katastrophe“

Phlegmatisch, beinahe leblos – so trat der BCF Wolfratshausen beim 2:2 gegen die DJK Waldram auf. Für Marco Stier und seine Bayernliga-Truppe war die Generalprobe vor gut 200 Zuschauern eine Woche vor Saisonstart nichts anderes als ein Nachmittag voller Entbehrungen und Enttäuschungen.

Wolfratshausen – Die Zeitspanne war beachtlich: Mehrere Stunden harrte Marco Stier ohne ein Lächeln aus. Zwangsläufig wurde man an Tim Thaler erinnert, der Mitte der 1970er-Jahre in einem Fernseh-Mehrteiler sein Lachen leichtfertig an den Teufel verkauft hatte. Nichts ging mehr bei Stier. Zwischen seiner freundschaftlichen Begrüßung des Trainerkollegen Ralf Zahn bis zur abendlichen Ankunft bei der eigenen Familie schaute Stier wie versteinert drein. Denn: Eine Woche vor der Wiederaufnahme des Punktspielbetriebs hatte die Elf des 32-Jährigen einen desolaten Auftritt gegen den Kreisliga-Tabellenführer abgeliefert.

Strafrunden für die Farcheter

Stier griff hinterher zu drakonischen Maßnahmen. Über seinen Co-Trainer Günter Wernthaler zitierte er seine Kicker nach dem Schlusspfiff vom Kunstrasen hinüber ans Hauptspielfeld des Isar-Loisach-Stadions. Zweck der Übung: Erkundung der Tartanbahn. Anders ausgedrückt: Die Farcheter mussten Strafrunden laufen, bis ihnen die Socken qualmten. Stiers Kollege Zahn wies sein DJK-Kollektiv in einer kurzen Ansprache an, aufgrund der Krisenstimmung beim Gastgeber auf jedwede Frotzeleien zu verzichten. Daran hielten sich die Waldramer dann auch. Wobei: Ungewollt kam es doch zu einer kleinen Gemeinheit. Vor dem Kabinentrakt stießen die DJK-Fußballer mit Verantwortlichen und Fans an, gönnten sich verdientermaßen ein Bier. Just an jener Stelle musste die BCF-Equipe regelmäßig vorbeitraben. „Die können laufen, bis sie schwarz werden“, schnaubte Stier. Er sei beileibe nicht der Typ Trainer, der solche Sanktionen für gewöhnlich in seinem Portfolio habe. Doch er lasse sich auch „nicht verarschen“.

Strafstoßpfiff als Phantom-Elfer? 

Das Kräftemessen zwischen dem Bayernliga-Schlusslicht und dem ambitionierten Kreisligisten zuvor hatte keine Aufschlüsse darüber gegeben, welches Team welcher Spielklasse zugehörig ist. Stier geißelte die Leistung seines Teams als „peinlich und einzige Katastrophe sowie „leblosen Auftritt“. Jeder Spieler habe Angst gehabt, Fehler zu machen. Waldram ging durch eine pittoreske Aktion von Marley Amanquah in Führung: Der frühere Farcheter wähnte Keeper Kevin Pradl zu weit vor dessen Tor und traf mit einem Lupfer von der Mittellinie. Die übrigen Treffer fielen in kurzer Abfolge: Hiroki Kotami glich nach einer der wenigen präzisen Spielzüge für Farchet aus. Michael Bochnig stand bei der neuerlichen Führung der DJK ziemlich unbehelligt im Sturmzentrum. Und den Strafstoßpfiff des Unparteiischen gegen die Waldramer stuften Publikum und Verantwortliche mehrheitlich als Phantom-Elfer ein. Angelo Hauk, ansonsten ohne griffige Aktionen, traf vom Punkt zum 2:2-Endstand.

Zweiter Abschnitt wesentlich ereignisärmer

Der zweite Abschnitt war wesentlich ereignisärmer. Doch trat die DJK trotz diverser Wechsel weiterhin als das geschlossenere und ehrgeizigere Kollektiv auf. Coach Zahn lobte ausdrücklich „taktisches Verhalten und Laufbereitschaft“ sowie die Tatsache, dass seine Mannschaft stets versucht habe, „etwas nach vorne zu kreieren“, um für Entlastung der eigenen Defensive zu sorgen.

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