Die ganze Welt kommt aus Aufhofen

- Globenverlag auf der Buchmesse

Frankfurt/Aufhofen - Im Licht der Neonröhren glitzern dutzende Weltkugeln: große, kleine, mittlere, helle, dunkle, beleuchtete, unbeleuchtete. Menschen bleiben stehen, stupsen mit den Fingern an die bunten Kugeln, suchen nach Indien oder Amerika. Stand K 610, Halle 3.1 auf der Frankfurter Buchmesse: Der Verlag Stellanova aus Aufhofen ist einer der sechs oder sieben Weltmarktführer bei der Produktion von Globen.

Die Firmengeschichte liest sich wie ein Märchen: Es war einmal eine Mutter, die hatte einen Sohn. Der Sohn studierte Elektrotechnik. Eines Tages sagte die Mutter zum Sohn: Wäre es nicht praktisch, es gäbe einen Globus mit einem eingebauten Computer, bei dem man nur den Namen eintippen muss, und er zeigt sofort den richtigen Ort? "Für mich als Elektrotechniker war das kein Problem", sagt Andreas Pachler (39) heute. "Ich habe mich hingesetzt und ihr so einen Globus gebastelt." Die Weltkugel mit Computer gefiel beiden so gut, dass sie ihre Idee zum Patent anmeldeten. Doch der Versuch, die Erfindung an einen Verlag zu verkaufen, schlug fehl. "Wir hatten aber schon so viel Geld in das Patent investiert, also wollten wir nicht aufgeben", so Pachler.

Er und seine Mutter, die Schauspielerin Ingrid Pachler-Fröhlich, stiegen selbst in das Globus-Geschäft ein. Das war 1990. Heute führen die Pachlers rund zwei Dutzend verschiedene Weltkugeln - vom zehn Zentimeter großen Zierglobus bis zum beleuchteten Standglobus. "Wir sind die kleinste Firma mit dem größten Angebot", schwärmt Ingrid Pachler-Fröhlich. Einen Computer-Globus hat die Firma derzeit aber nicht: Das Modell wird überarbeitet. Interessenten gibt es genug - schließlich wird der Markt nur von wenigen Firmen beherrscht. "Es sind vielleicht ein halbes Dutzend, mehr nicht", sagt Andreas Pachler. Dementsprechend unterhält die Firma Geschäftsbeziehungen rund um die Welt: Entwickelt werden die Globen im eigenen Betrieb in Tschechien, produziert in China, vertrieben durch eine norddeutsche Firma. Doch das Herz sitzt nach wie vor in Aufhofen. "Direkt auffallen tun wir dort allerdings nicht", sagt Ingrid Pachler-Fröhlich. Eine Globusfirma muss eben global denken.mv

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