Ein ganzer Stapel an Wünschen wartet

Geretsried - Michael Müller bedankt sich beim CSU-Ortsverband mit einem Weißwurstfrühstück.

Den im Wahlkampf intensiv gepflegten Kontakt zu den Bürgern als Bürgermeister fortzusetzen, sieht Michael Müller als eine der größten Herausforderungen der nächsten sechs Jahre. Das sagte er gestern am CSU-Stammtisch im Gasthaus Geiger, wo er sich mit Weißwürsten und Brezen bei allen Parteimitgliedern bedankte, die ihn in den vergangenen Monaten unterstützt hatten.

Die Stimmung unter den rund 40 Besuchern war familiär; im Vordergrund stand das gegenseitige Schulterklopfen angesichts der Erfolge bei der Bürgermeister- und Stadtratswahl. Der Ortsvorsitzende Ewald Kailberth blickte zufrieden zurück auf den Wahlkampf. Dieser sei „geprägt von Bescheidenheit“ gewesen. An den Infoständen sei man mit den Menschen ins Gespräch gekommen. Das war in Kailberths Augen wertvoller, als „den Leuten Prospekte in die Hand zu drücken, die sie eh gleich wieder wegschmeißen“. Im Gegensatz zu den Freien Wählern habe die CSU fair um Stimmen gekämpft.

Der bisherige und erneut ernannte Fraktionssprecher Volker Reeh sagte, es habe dem FW-Kandidaten Robert Lug mehr geschadet als genützt, dass Bürgermeisterin Cornelia Irmer ihn indirekt in ihrem Brief an die Bevölkerung als ihren Nachfolger empfohlen habe. Das sei eine „Bevormundung des Wählers“ gewesen, die dieser sich nicht habe gefallen lassen. Abgesehen davon lobte Reeh die scheidende Rathauschefin. Er regte sogar an, sie möglichst bald zur Altbürgermeisterin zu erklären. „Das hat sie verdient.“ Nach Meinung von Ex-Stadtrat Norbert Junius kam Müllers Wahlkampf via Facebook gut an. Kritik äußerte er an der Industriegemeinschaft Geretsried (IGG), die sich öffentlich für Robert Lug stark gemacht hatte.

Michael Müller selbst wollte nicht nachtarocken. Er berichtete stattdessen von vielen Gesprächen mit Cornelia Irmer und der Rathaus-Verwaltung in den vergangenen Tagen. Die Amtsübergabe verlaufe reibungslos und in sehr freundlicher Atmosphäre. Das neue Stadtoberhaupt freut sich auf seine erste Amtshandlung: die Eröffnung der Maifeier auf dem Karl-Lederer-Platz am 1. Mai (siehe Bericht oben).

Welches der von den Bürgern an ihn herangetragenen Themen Müller als erstes anpacken möchte, kann er noch nicht sagen. Es gebe „einen ganzen Stapel an Wünschen“, die ihn seit seiner Wahl erreicht hätten. Priorität genieße zunächst die Lösung des Trinkwasserproblems. Ganz oben auf der Liste stehe für ihn dann die Erfüllung seiner Versprechen, sozialen Wohnraum zu schaffen, die Familienfreundlichkeit Geretsrieds weiter auszubauen sowie die Idee eines Bürgerhauses und eines Mehrgenerationenhauses im Blick zu behalten. Er wolle den Sport stärken, die Kultur „soll nicht zu kurz kommen“. Für Unternehmen soll Geretsried ein attraktiver Standort bleiben, dazu gehöre der S-Bahnanschluss. Müller ist sich bewusst: „Ich weiß, es werden hohe Erwartungen in mich gesetzt, nachdem fast zwei Drittel der Bürger sich in der Stichwahl für mich entschieden haben.“ (tal)

Rubriklistenbild: © Hans Lippert

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