Sexualstraftäter aus Psychiatrie geflüchtet: Warnung vor Michel K.

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Damals, im Hinterhalt: Im vergangenen Jahr fand die Gedenkveranstaltung noch im kleinen, familiären Rahmen in Gelting statt. Am kommenden Sonntag ist man in der großen Wolfratshauser Loisachhalle zu Gast.

Erinnerung an die Verfemten

Gedenkveranstaltung für die Bücherverbrennung

Bad Tölz-Wolfratshausen – 2015 ist ein besonderes Jahr: Vor 70 Jahren ging der Zweite Weltkrieg zu Ende, der sich untilgbar ins Gedächtnis der Menschheit eingebrannt hat. Eine Gedenkveranstaltung mit Schulen und Prominenten findet am Sonntag in der Loisachhalle statt.

Zwar wurde im Pazifik und in Japan noch weitergekämpft (das Gedenken an die Atombombenabwürfe in Hiroshima und Nagasaki steht uns noch bevor), aber in Europa schwiegen ab 8. Mai 1945 die Waffen. Keine Sirenen mehr, keine Bomben, endlich Frieden. Im ganzen Land läuteten die Kirchenglocken.

Nach kleinen und fast familiären Abenden im Geltinger Hinterhalt steht jetzt eine große Gedenkveranstaltung in der Loisachhalle an. Am Sonntag ab 19 Uhr werden bekannte, aber auch weniger oder gänzlich unbekannte Autoren von durchwegs prominenten Zeitgenossen aus allen Sparten des Kulturlebens vorgestellt. Es wird ein bunter, manchmal vergnüglicher, bisweilen aber auch nachdenklich stimmender Reigen von Texten und Liedern präsentiert.

Dr. Sybille Krafft für den Badehaus-Verein und Assunta Tammelleo für den Kulturverein Isar-Loisach konnten für diesen gemeinsamen Benefiz-Abend zwölf Paarungen zusammenstellen. Das bedeutet: Eine Patenschule mit Schülern und Lehrern stellt jeweils kurz mit Texten, Bildern, Collagen oder auch einer Power-Point-Präsentation Autor und Werk sowie den prominenten Präsentator vor. So steht das Gymnasium Icking Pate für Josef Brustmann, der Texte Theodor Kramers vertont hat. Die Realschule Geretsried geleitet Wolfgang Ramadan auf die Bühne, der Joachim Ringelnatz rezitiert. Marcus H. Rosenmüller und Gerd Baumann haben Gedichte von Mascha Kaléko vertont, als Pate fungiert das Seminar St. Matthias aus Waldram. Das Günter-Stöhr-Gymnasium begrüßt Rachel Salamander, die mit ihrem Bruder Beno und ihren Eltern Kinderjahre in Föhrenwald verbrachte und auf Jiddisch Moische Schulstein Stimme verleiht.

Der Journalist und Autor Michael Skasa liest Bruno Balz, die einleitenden Worten kommen von Evi Greif und ihren Schülerinnen und Schülern vom Gymnasium Geretsried. Der Realschule Wolfratshausen gebührt die Ehre, Claus Steigenberger und dessen Lieblingsautor Oskar Maria Graf anzusagen. Die Mittelschule Geretsried steht Pate für Johano Straßer und Franziska Sperr, die des großen Augsburgers Bertolt Brecht gedenken. Die Montessori-Schule Biberkor leitet Jan Weiler ein, der dem „rasenden Reporter“ Egon Erwin Kisch seine Stimme gibt. Hans Well hat Erich Mühsam vertont (Pate: Mittelschule Wolfratshausen), und Gisela Schneeberger hat Carry Brachvogel für sich entdeckt (Pate Mittelschule Waldram). Der Krimi- und Drehbuchautor Peter Probst liest mit Dr. Sybille Krafft Klaus und Erika Mann, sekundiert von der Freien Waldorfschule Wolfratshausen. Und das Gymnasium Schäftlarn setzt den Schlusspunkt für die Kabarettistin Maria Peschek, die Texte von Elisabeth Castonier interpretiert.

Gemeinsam ist diesen Künstlern, dass die Nationalsozialisten ihre Werke am und um den 10. Mai 1933 verbrannt haben, sei es in München, Berlin und anderswo. Diese Autodafés waren der Auftakt zu dem großen Morden, das noch folgen sollte. Vorausgesehen hat dies Heinrich Heine, und zwar schon 1823: „Das war ein Vorspiel nur, dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen“, schrieb er.

Lange fristete die Bücherverbrennung in der Aufarbeitung der Geschichte des angemaßten „Dritten Reichs“ ein Schattendasein. Doch inzwischen ist der barbarische Akt von damals Stoff in Schulen und Bildungseinrichtungen geworden. Die ursprüngliche Idee zu einer solchen Gedenkveranstaltung zu geht auf Wolfram Kastner zurück, der sie einst auf dem Münchner Königsplatz etablierte. Weil die Arbeit am Gedenken Geld kostet, fließt der gesamte Erlös des Benefiz-Abends in das Projekt „Badehaus Waldram-Föhrenwald“.

Karten zu 25 Euro

gibt es bis einschließlich Freitagamittag im Bürgerbüro der Stadt Wolfratshausen oder über www.muenchenticket.de. Sollten nicht alle Karten ausverkauft sein, ist die Abendkasse vor Ort am Sonntag ab 15 Uhr geöffnet. Dieter Klug

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