Gefährdete Pflanzen und Tiere am Starnberger See

- Münsing – Ob wohl sich die Gewässerqualität des Starnbergers Sees seit den 60er Jahren erheblich verbessert hat, hat sich das natürliche Gleichgewicht im und um den See noch immer nicht eingependelt. Das wurde am Montag im Münsinger Rathaus deutlich.

Von Claudia Koestler <P>Begleitend zu der Ausstellung des Gewässerentwicklungsplans Starnberger See stellten die Referenten Annette Saitner, Sebastian Werner, Hans Strobl und Dr. Hermann Bayrle den zahlreichen Zuhörern gefährdete Pflanzen und Tiere am See vor. Dieser Überblick mündete in eine hitzige Debatte über Sinn und Zweck menschlicher Eingriffe mit wirtschaftlichem oder ökologischem Hintergrund. &#8222;Wir sitzen alle in einem Boot, die acht Seegemeinden, die Fischer, die Natur- und Vogelschützer, die Landwirte und die Beherbergungsbetriebe&#8220;, erklärte Bürgermeister Michael Grasl zu Beginn. &#8222;Die Diskussion soll dem Informationsaustausch und der Absicht dienen, ein Miteinander anstatt ein Gegeneinander zu erreichen&#8220;, sagte er. Der Vorsitzende der Fischereigenossenschaft Würmsee, Hans Strobl, betonte die traditionell nachhaltig orientierte Fischerei: &#8222;Wir holen nur so viel raus wie nachwächst.&#8220; 23 Fischarten leben derzeit im See. Doch nicht alle Arten sind heimisch: &#8222;Der Aal wurde aus wirtschaftlichen Gründen eingesetzt, er ist beliebt, schmackhaft und schadet nicht.&#8220; Allerdings hat ein Herpes-Virus mittlerweile 60 Prozent der Bestände vernichtet. <P>Anders bewertet wurden gebietsfremde Tierarten, die nicht wirtschaftlich durch den Menschen nutzbar sind, wie die Kanada-Gans oder der Kormoran. Sie schadeten dem Schilfwuchs, der Kinderstube des Fisches, oder fräßen ihn. Für Kontroversen sorgte Hermann Bayrle, Ausbilder der Landesfischereianstalt Starnberg, als Vertreter der Jagdpächter. Acht Jagdberechtigte gibt es am Starnberger See. Obwohl die Jäger sich selbst Absprachen zu Ruhe- und Schonzeiten der Vögel auferlegt hätten, hofft er zukünftig auf Unterstützung von Amt und Bevölkerung bei gezieltem &#8222;Schilfschutz durch Gänsejagd&#8220; und Dezimierung der Schwäne: &#8222;Man muss die Zahlen nicht ändern, aber sie schmecken gut und wachsen nach.&#8220; <P>Die These von dauerhafter Regulierung durch Jagd konnte LBV-Kreisgeschäftsführer Werner nicht uneingeschränkt unterstützen: &#8222;Das Gänsemanagement ist kompliziert.&#8220; &#8222;Hirnrissig&#8220; hingegen nannte der Ammerlander Fischer Sylvester Huber die Zuwendung mancher Menschen zu den Wildtieren: &#8222;Die Natur gehört in Balance, was stört, gehört weggeschossen, und nicht geduldet, bloß weil ein paar alte Weiber Vögel füttern müssen.&#8220; <P>

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