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Segen für Ross und Reiter: Pfarrvikar Thomas Barenth (li.) segnete die Teilnehmer vor der Dorfschmiede. Dort war ein Altar aufgebaut worden.

113 Pferde und Ponys

Blumige Flechtzöpfe zur Feier des Tages: So schön war der Silvesterritt in Gelting

Insgesamt 113 Pferden nahmen heuer beim traditionellen Silvesterritt in Gelting teil – den kirchlichen Segen für die Tiere spendete Pfarrvikar Thomas Barenth.

Gelting – 113 Pferde und Ponys erhielten am Dienstagvormittag beim traditionellen Silvesterritt der Brauchtumsgruppe Gelting den kirchlichen Segen. Pfarrvikar Thomas Barenth rief zu Dankbarkeit und Demut auf. Nach dem Silvesteramt in der katholischen Kirche St. Benedikt stellten sich Rösser und Reiter vor dem Maibaum auf, um insgesamt dreimal die Kirche zu umrunden. Auch Pfarrer Barenth war ein kurzes Stück mit dem Pferd gekommen. Auf dem Rücken des braven „Vitus“ gelangte er sicher zu dem vor der Dorfschmiede aufgebauten Altar. Von dort aus segnete er die Teilnehmer nacheinander mit dem erhobenen Kreuz, mit Weihrauch und Weihwasser.

Silvesterritt Gelting: 113 Pferde und Ponys erhalten kirchlichen Segen

Zuvor sagte Barenth in seiner Predigt, die Pferdehalter und -züchter sollten dankbar für all die schönen Stunden und die Erfolge sein, die sie in 2019 zusammen mit ihren Tieren erlebt hätten. Sie sollten sich, wenige Stunden vor dem Anbruch eines neuen Jahrs, aber zugleich vor Augen führen, dass deren Gesundheit und Wohlergehen keine Selbstverständlichkeit seien. „Gerade als Landwirt weiß man, dass man nicht alles selbst in der Hand hat, sondern dass es in Gottes Hand liegt“, sagte Barenth.

Noch hat die Mama die Hand am Zügel: Auch die Kleinsten waren beim Geltinger Silvesterritt mit dabei.

Um dessen Segen bat mit der Teilnahme am Ritt unter anderem die elfjährige Katrin aus Pähl. Ihr Shetlandpony „Susi“ erwartet im Frühjahr Nachwuchs. „Wir hoffen, dass für die Mutter und ihr Fohlen alles gut geht“, sagte Katrin, die ihrem vierbeinigen Liebling zur Feier des Tages Flechtzöpfe in Mähne und Schweif eingearbeitet und diese mit Blumen geschmückt hatte.

Gelting: Dreijähriger Georg ist jüngster Reiter beim Umzug

Einer der jüngsten Reiter war der dreijährige Georg aus Ohlstadt. Gut festgehalten von Mama Susanne Rummelsberger saß er vor ihr auf dem imposanten Süddeutschen Kaltblüter „Manni“. Der ist in Beuerberg eingestellt und ein „alter Hase“, was Pferdewallfahrten angeht, wie seine Besitzerin erzählt. Bei einem Leonhardiritt war er zuletzt dabei, im April steht ein Georgiritt an. Erfahren ist Hannoveraner-Stute „Rabea“ mit ihren 26 Lenzen zwar auch, dennoch tänzelte der Schimmel nervös über den Asphalt und musste von ihrer Halterin Bianca Roth (22) aus Starnberg immer wieder beruhigt werden. „Wir haben uns spontan entschlossen, heute herzufahren. Es ist so ein sonniger Tag, und den Geltinger Silvesterritt kenne ich von früher als sehr schöne Veranstaltung“, sagte Roth.

Schön anzuschauen: Stadtrat und Landwirt Franz Wirtensohn auf seinem Pferd „Moritz“.

Seit 44 Jahren organisiert die Brauchtumsgruppe, aktuell unter der Regie des Vorsitzenden Wolfgang Wenus, den Umritt mit anschließendem Weißwurstessen im Theatersaal. Markus Wirtensohn betreut jedes Jahr die zahlreichen Teilnehmer und reitet mit der Standarte in der Hand vorneweg. 

Unter den Reitern befand sich heuer auch Bürgermeister Michael Müller, gefolgt von „seinem verlängerten Arm Franz Wirtensohn“, wie Wenus den Geltinger Stadtrat in seinem Grußwort bezeichnete, auf „Moritz“ und Drittem Bürgermeister Gerhard Meinl auf „Max“. Im Vereinssaal erhielt jeder Reiter von der Brauchtumsgruppe die begehrte Stallplakette, die ihn und seine Tiere vor Unglück und Krankheit beschützen soll.

Auch schon im letzten Jahr war der Silvesterritt in Gelting ein voller Erfolg: Damals erhielten 120 Tiere den kirchlichen Segen. Und die warmen Temperaturen lockten zahlreiche Zuschauer nach draußen. 

tal 

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