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Ein Leuchtturmprojekt sollte das Geothermiekraftwerk in Gelting werden. Doch die erste Bohrung im Jahr 2013 schlug fehl. 

Geothermie

Enex wartet auf Bescheid aus Berlin

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Gelting – Wie und vor allem wann geht es mit dem Geothermieprojekt auf dem Hofgut Breitenbach weiter? Dr. Robert Straubinger, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft Enex Power Germany, muss sich weiter in Geduld üben. Seine Hoffnungen ruhen auf dem Bundeswirtschaftsministerium in Berlin. Es liegt im Ermessen der Behörde, ob eine Forschungsbegleitung der geplanten Ablenkbohrung förderfähig ist. Straubinger: „Aber wir sind zuversichtlich.“

Seit der fehlgeschlagenen Bohrung im August 2013 versuchen die Betreiber des Projekts, neue Investoren zu finden. Große Hoffnung setzt Enex in ein geplantes Forschungsprojekt zusammen mit der Technischen Universität München (TU). Die Chancen stehen gar nicht so schlecht, dass bei Gelting wieder nach heißem Thermalwasser gebohrt wird. Auf dem Hofgut Breitenbach könnte ein neuer Ansatz verfolgt werden, indem geologische Kluftzonen erforscht werden. „Geretsried hätte als Projekt in Deutschland Pilotcharakter für die Stromerzeugung aus der Geothermie aus so einer großen Tiefe“, sagte die Geothermie-Professorin Dr. Inga Moeck in einem Interview mit unserer Zeitung.

Um in den Genuss einer von der öffentlichen Hand finanzierten Forschungsbegleitung zu kommen, musste ein Antrag gestellt werden. Diesen reichte Enex laut Straubinger Anfang September ein. Anschließend mussten sowohl die Projektbetreiber als auch die TU einen „umfangreichen Fragenkatalog“ beantworten. Das reichte offensichtlich nicht aus. Es mussten weitere Informationen beigebracht werden. Bis Ende des Jahres sollte die „Fragen-Arie“, wie es Straubinger nennt, abgeschlossen sein.

Mit einem Bescheid rechnet der Enex-Geschäftsführer für das erste Quartal des Jahres 2016. Eine positive Antwort der Behörde würde vielleicht auch einem neuen Investor die Entscheidung erleichtern, in das Projekt einzusteigen. „Wir haben noch keinen neuen Geldgeber, aber wir sind in Verhandlungen“, sagt der Enex-Geschäftsführer. Bislang sind in die bis dato längste und tiefste Bohrung ihrer Art 35 Millionen Euro geflossen. Die geplante Ablenkbohrung in 3000 Metern Tiefe kostet geschätzt zehn Millionen Euro.

Der seit Dezember vorvergangenen Jahres auf dem Hofgut Breitenbach zwischengelagerte Bohrturm ist übrigens wieder im Einsatz. Mit dem Gerät wird jetzt in Belgien gebohrt – Straubinger zufolge nach Geothermie zur Warmwasserversorgung für Treibhäuser.

Doris Schmid

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