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Freuen sich auf das Dorffest in Gelting: (v. li.) Sigrid Stumvoll und Claudia Thut vom Dorfladen, Stadtrat und Dorfladen-Vorsitzender Franz Wirthensohn sowie Ilka Dietrich Naumann und Anita Zwicknagl von der Stadtverwaltung.  

Großes Dorffest Am 9. September in Gelting 

Gelting hat einen dreifachen Grund zum Feiern

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Gelting hat heuer viele Gründe zum Feiern. Und das macht der Ortsteil am Sonntag, 9. September, mit einem vielseitigen Programm.

Gelting – Während in Geretsried emsig daran gearbeitet wird, dass ein belebtes Zentrum entsteht, gibt es das in Gelting längst. Am Dorfplatz, der im Jahr 2003 umgebaut wurde, sitzen Kinder mit ihrem Eis auf dem Spielzug, während Arbeiter im Biergarten ihren Schweinsbraten essen. Über ihnen thronen der Maibaum und der Kirchturm von St. Benedikt.

Dass sich hier das Leben abspielt, verdanken die Geltinger ihrem Dorfladen, der vor zehn Jahren eröffnet hat. Beim Tag des offenen Denkmals 2008 präsentierte er sich erstmals – und wurde zum Erfolg. Diesen Geburtstag und die Zugehörigkeit zu Geretsried seit 40 Jahren feiert Gelting bei seinem zehnten Dorffest am Sonntag, 9. September. Das Programm stellten die Organisatoren am Mittwoch im Dorfladen vor.

„Wirtschaftsministerin Ilse Aigner hält die Festrede“, kündigt Franz Wirtensohn an, Stadtrat und Vorstand des Dorfladens Gelting. Es wird ein Standkonzert und einen ökumenischen Gottesdienst geben. Mit einem Mittagessen geht der Festakt ins 10. Dorffest mit dem Tag des offenen Denkmals über. Der Dorfladen übernimmt die Bewirtung an diesem Tag. Außerdem versucht Wirtensohn, einen Jubiläumssud von der Klosterbrauerei Reutberg zu bekommen.

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Bevor der Dorfladen Gelting in die Räume am Dorfplatz einzog, hatte der Ortsteil keinen Nahversorger mehr. Der Edeka-Markt hatte drei Jahre zuvor geschlossen. Bei einer Podiumsdiskussion am 7. November 2007 im Kindergartensaal äußerten viele Bürger den Wunsch nach einer Begegnungsstätte und einem Dorfladen. „Das hat uns ermutigt, das anzupacken“, erinnert sich Wirtensohn.

Und dann ging alles ganz schnell: Bei einem kleinen Dorffest zu 30 Jahre Eingemeindung am 1. Mai 2008 zeigte die Arbeitsgruppe in einer Powerpoint-Präsentation, wie der Dorfladen aussehen könnte. Auf einen Schlag zeichneten 100 Menschen Anteile für die Genossenschaft. „Der Dorfladen ist ein Projekt der Geltinger Bürger“, betont der Vorsitzende. Die Eigentümerin des leer stehenden Neubaus am Dorfplatz kam der Initiative entgegen, viele Freiwillige halfen, den Rohbau herzurichten und peu à peu wurden die nötigen Maschinen gekauft.

„Die ersten drei Jahre waren schwierig“, berichtet Wirtensohn. Inzwischen hat das Team des Dorfladens aber herausgefunden, was geht und was nicht. „Reines Bio-Obst ist zu teuer, die Kunden legen mehr wert auf Regionalität“, nennt Sigrid Stumvoll ein Beispiel. Sie ist mit Claudia Thut Teamleiterin im Dorfladen. Ansonsten seien die Produkte aus der Frischetheke sehr beliebt. Im Jahr 2017 erreichte der Dorfladen einen Umsatz von 500 000 Euro. Die Personalkosten liegen bei 112.200 Euro im Jahr.

Der Nahversorger mit Café und Biergarten – Wirtensohn hat dafür eigens einen Wirtekurs bei der Industrie- und Handelskammer gemacht – sei wichtig für Gelting. „Es ist meine größte Angst, dass Gelting den Dorfladen nicht mehr hat“, sagt der Stadtrat. Danach sieht es aktuell nicht aus. Wie berichtet wurde der Dorfladen heuer auf der Grünen Woche zum Dorfladen des Jahres gekürt. Außerdem erinnert Wirtensohn immer wieder daran, dass in dem Geschäft nicht nur das gekauft werden soll, was man in einem anderen Laden vergessen hat. Nur eines macht den Kräften, die sich mit viel Herzblut einsetzen, Sorgen: Sie finden keine Verstärkung für ihr Team. „Zwei weitere Mitarbeiter würden wir noch brauchen“, sagt Stumvoll.

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