Elise Neumeier wurde 85 Jahre alt.

Nach kurzer, schwerer Krankheit

„Sie war eine Vollblutwirtin“: Nachruf auf Elise Neumeier

Traurige Nachrichten: Elise Neumeier, frühere Chefin des Gasthauses Alter Wirth, ist mit 85 Jahren gestorben. 

Gelting – Sie war eine Geltinger Institution und weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt. Am vergangenen Freitag verstarb Elisabeth, genannt Elise, Neumeier, frühere Wirtin des Gasthauses Alter Wirth an der Buchberger Straße in Gelting, mit 85 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit.

Elise Neumeier starb nach kurzer, schwerer Krankheit

„Sie war eine Vollblutwirtin“, sagt der Geltinger Landwirt und Stadtrat Franz Wirtensohn, der Neumeier schon kannte, als er mit 16 die Tanzbälle im Alten Wirth besuchte. Er erinnert sich gut an die Blütezeit der 200 Jahre alten Traditionsgaststätte in den 1980er- und 1990er-Jahren. Edmund Stoiber habe dort die Taufe seines Sohns Dominic gefeiert. Mit dabei war dessen Taufpate Franz-Josef Strauß. Die Prominenz aus Grünwald und vom Starnberger See ging damals in Gelting ein und aus. 

Alter Wirth: Prominenz aus Starnberg ging in Gelting aus und ein

Doch ob Politiker, Schauspieler, Fußballstar oder Bürger von nebenan – Elise Neumeier setzte sich gerne auf einen Ratsch zu all ihren Gästen. Sie konnte mit jedem gut umgehen. Gleichzeitig managte die resolute Wirtin den Betrieb. „Sie war eine tüchtige Geschäftsfrau. Die Wirtschaft war ihr Leben“, beschreibt Sohn Herrmann Fagner junior seine Mutter. Von ihrem Personal habe sie viel verlangt, sei aber immer hinter ihren Leuten gestanden.

Elise, geborene Ritt, war 15 Jahre alt, als sie nach dem Tod der Mutter ihrem Vater im Gasthaus zur Hand ging. 1957 übernahm sie den elterlichen Betrieb zusammen mit ihrem ersten Mann Herrmann Fagner senior. Aus der später geschiedenen Ehe mit ihm gingen die Söhne Herrmann und Klaus hervor. 

„Die Wirtschaft war ihr Leben“

1962 heiratete sie Ferdinand Neumeier (er starb vor sieben Jahren) und bekam mit ihm Tochter Barbara. Das Paar baute den Alten Wirth zu einer der ersten Adressen im Oberland aus. 1976 rissen sie das alte Gebäude ab, 1977 feierten sie die Neueröffnung des jetzigen Hauses. Ein paar Jahre später kauften sie einen benachbarten Bauernhof hinzu und richteten dort ein Hotel ein.

Als Elise Neumeier sich vor knapp 20 Jahren aus dem Geschäft zurückzog, war es ihr größter Wunsch, dass Sohn Klaus, ein gelernter Koch, die Gastronomie weiterführen würde. Doch der Wunsch erfüllte sich nicht – zumindest nicht für lange. Zunächst verpachtete die Familie den Alten Wirth.

Beisetzung im engsten Familienkreis 

Später übernahm Klaus Fagner das Restaurant für ein knappes halbes Jahr, schloss es aber im Mai 2015 aus gesundheitlichen Gründen. 2017 kauften Daniela und Manfred Schmidmaier die Traditionsgaststätte. Daniela ist heute mit Bürgermeister Michael Müller verheiratet und alleinige Chefin. Die Beisetzung von Elisabeth Neumeier findet aufgrund der corona-bedingten Einschränkungen im engsten Familienkreis statt. 

tal

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