Ein schützender Raum zur Entfaltung: Temenos-Familienhaus feiert fünfjähriges Bestehen
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Bewährtes Team: (v. li.) Dr. Eva-Maria Trost-Groß (Vorstand im Verein) mit Sohn Tim, Daniela Kuchenbaur (Geschäftsführende Leiterin), Chiara Stoeckle (Pädagogische Leiterin) und Bettina Calliari, die ab September die pädagogische Leitung übernimmt. 

Ein schützender Raum zur Entfaltung

Temenos-Familienhaus feiert fünfjähriges Bestehen

  • Andrea Weber
    vonAndrea Weber
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Grund zur Freude gibt es heuer für das Temenos-Familienhaus in Gelting: Die Einrichtung feiert ihr fünfjähriges Jubiläum. 

Gelting – Es war Freitag, der 13. März. Der Temenos feierte in der Kulturbühne Hinterhalt ausgiebig das fünfjährige Bestehen seines FamilienHauses an der Buchbergerstraße in Gelting. Es gab eine Kunstausstellung mit gemalten Bildern der Kinder und eine Feier der Eltern bis in den Abend hinein. Das war kurz vor dem Lockdown.

Gelting: In das Familiehaus kehrt Leben zurück

Jetzt erst kehrt wieder Leben ins Haus zurück. Die Krippen-, Kindergarten- und Hortkinder kehren nach Wochen der Schließung durch die Corona-Pandemie nach und nach zurück. Freilich unter strengster Hygiene- und Abstandsregeln. Im eingeschränkten Betrieb beginnt ein neuer Alltag in dem Holzständerhaus mit dem bunten Temenos-Schriftzug am Gartenzaun.

„Temenos“ ist ein Wort der Antike und steht für einen schützenden Raum zur Entfaltung, Entdeckung und Erforschung. Seit 1988 gibt es die von einem gemeinnützigen Verein getragene Einrichtung in Wolfratshausen. Es gab Höhen und Tiefen und mehrere Umzüge.

Familienhaus: Der Name ist Programm 

Ab 2012 war der Kindergarten in Containern in Geretsried untergebracht – eine Übergangslösung. Dann stellte die Stadt Geretsried dem Verein auf Erbpacht das Grundstück in Gelting zur Verfügung. 2014 fand der erste Spatenstich für den rund zwei Millionen teuren Neubau statt. Die Kosten stemmte der Verein durch Spenden und Beiträge.

Der Name „Familienhaus“ ist Programm. „Bei uns können die Eltern mitwirken und mitgestalten“, erklärt die pädagogische Leiterin Chiara Stoeckle. Zum Beispiel lesen Großväter vor. Eltern hospitieren. Im Sommer wird gegartelt und im Winter, sofern notwendig, Schnee geräumt. „Unser Haus lebt von der Begegnung und Beziehung zueinander“, sagt Stoeckle.

Fünfzehn festangestellte pädagogische Mitarbeiter betreuen rund 40 Kindergartenkinder im Alter von drei bis sechs Jahren. Sechzehn Grundschüler und -schülerinnen kommen täglich nach der Schule in den Hort. 

„Unser Haus lebt von der Begegnung und Beziehung zueinander“

In der Krippe werden achtzehn Kleinkinder im Alter ab 15 Monaten in zwei Gruppen umsorgt. Im Familienhaus wird gebastelt, gespielt, musiziert und getobt. Im Flur stehen Rollbretter. Tim macht vor, wie man mit einem Schubs auf Knien durch die Gänge saust.

Von Dienstag bis Donnerstag haben die Kinder die Wahl, mit den Erzieherinnen in den Wald zu gehen oder im Haus zu bleiben mit dem umliegenden Garten. Die bisher ungenutzte Böschung am Haus wird gerade zum kindgerechten Spielen umgestaltet. 80 000 Euro kostet das Projekt.

Mit 25 000 Euro beteiligt sich die Stadt Geretsried an den Kosten. Eine riesige Holzlibelle zum Herumkraxeln liegt am Hang, wie bereit zum Start ins Leben – so könnte man es symbolisch interpretieren.

Freier und zugleich geschützter Raum für die Kinder

Das Rieseninsekt hat ein Vater, ein Bildhauer, für das Familienhaus gespendet, verrät Stoeckle. Bei einem Rundgang durch das lichtdurchflutete Temenos Familienhaus wird deutlich: Hier ist ein freier und zugleich geschützter Raum für Kinder, in dem sie lernen, Erfahrung sammeln und sich entfalten können.

Im Sommer wird es einen Wechsel im Vereinsvorstand und in der Leitung geben. Dr. Eva-Maria Trost-Groß und Chiara Stoeckle verabschieden sich schweren Herzens nach vielen Jahren. Das Familienhaus freut sich auf Bettina Calliari, die neue pädagogische Leitung ab September 2020.

Auf für die Isardammschule steht heuer ein besonderes Jubiläum an: 1970 nahm die Schule ihren Betrieb auf. Anlass für unsere Zeitung, mit Schulleiterin Rektorin Monika Bauer in die Vergangenheit zu schauen.

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