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Stellten die repressive Drogenpolitik infrage: (v. li.): Stefan Wenger von Condrobs, Jakob Koch von der Grünen Jugend und Philipp Ferrer vom Hanfverband München.

Provokante Thesen 

Grüne Jugend diskutiert über Drogenpolitik: Soll Cannabis legalisiert werden?

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Die Grüne Jugend diskutiert mit Experten vor rund 40 Jugendlichen, ob so genannte weiche Drogen legalisiert werden sollten.

Gelting Rund 40 Jugendliche aus dem gesamten Landkreis folgten am Freitagabend der Einladung der Grünen Jugend in die Kulturbühne Hinterhalt. Umrahmt von den Jazz- und Swingklängen der Band „The D.C. Al Codas“ diskutierte Sprecher Jakob Koch mit dem Starnberger Condrobs-Abteilungsleiter Stefan Wenger und Philipp Ferrer vom Hanfverband München über Drogenpolitik.

Es waren zweifellos provokante Thesen, die Philipp Ferrer in einem kurzen Vortrag zur Diskussion stellte. „Eine drogenfreie Gesellschaft ist Utopie: Es besteht ein natürliches Bedürfnis nach Rausch“, stellte er fest. Die Verfolgung von Konsumenten bezeichnete der Neurieder als Verschwendung polizeilicher Ressourcen, die lediglich zu einer millionenfachen Kriminalisierung von friedlichen Bürgerinnen und Bürgern sorge.

Zudem sei ein Cannabis-Verbot wirkungslos und trage nicht zum Jugendschutz bei. „Der Dealer fragt nicht nach dem Ausweis“, zitierte er den Grünen-Politiker Cem Özdemir. Ferrer plädierte für eine kontrollierte Abgabe in Shops, wie es sie beispielsweise in dem amerikanischen Bundesstaat Colorado gibt.

Stefan Wenger von Condrobs meinte, dass bis zur Legalisierung in Deutschland „noch dicke Bretter“ zu bohren seien. Nach wie vor sei Alkohol die am häufigsten konsumierte Droge hierzulande. Cannabis-Konsumenten kämen dagegen eigentlich nur dann zu Condrobs, wenn sie von der Polizei oder Gerichten dazu gezwungen werden. Verharmlosen wolle er Marihuana und andere Drogen dennoch nicht, sagte Wenger. Öffentliche Konsumräume, wie es sie in anderen Bundesländern gibt, hätten aber zu einer drastischen Reduzierung der Drogentoten geführt.

Dass Cannabis-Konsumenten auch im Landkreis mit erheblichen Repressalien zu rechnen haben, kritisierte Jakob Koch. Er berichtete von einem seiner Ansicht nach überehrgeizigen Geretsrieder Polizisten, dessen Namen er zumindest öffentlich nicht nennen wollte. „Da werden Leute angezeigt, die niemanden etwas tun und auf einer Parkbank weniger als ein halbes Gramm Marihuana rauchen“, ärgert sich Koch. Bei entsprechenden Vorstrafen drohe für dieses Vergehen sogar Knast, während manche Körperverletzung, Diebstahl und Trunkenheitsdelikte deutlich geringer sanktioniert werden. „Wir sollten für die Legalisierung von Cannabis kämpfen“, appellierte der Sprecher der Grünen Jugend abschließend an die jungen Besucher.

ph

Lesen Sie auch: Cannabis legalisieren? So diskutiert der Landkreis

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