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Schon lange ist Königsdorf die Faschingshochburg im Landkreis. Das historische Foto zeigt eine Szene vom Faschingszug im Jahr 1958.

Die Gemeinde Königsdorf stellt sich vor

Fasching, Festtage bis Wohnbauprojekt: Die Gemeinde Königsdorf feiert gerne und hat ihren Einwohnern auch sonst so einiges zu bieten.

Bauhof an der Sägstraße: Erweiterungsbau geplant

Vor der östlichen Giebelseite des Bauhofs (rechts im Bild), wo jetzt das Salzsilo steht, soll der Erweiterungsbau errichtet werden.

Der Bauhof der Gemeinde Königsdorf benötigt ein ‚Update‘. Im Klartext: Das Gebäude ist inzwischen zu klein für die Anforderungen. Daher ist ein Erweiterungsbau vorgesehen. Die Baumaßnahmen sollen voraussichtlich bereits Ende Sommer 2019 beginnen, um baldmöglich wieder einen sinnvollen Betrieb ohne räumliche Enge und mit mehr Möglichkeiten zu sichern. Die Kommune rechnet mit Kosten von rund einer Dreiviertel Million Euro. Bürgermeister Anton Demmel hierzu: „In den neuen Kopfbau an der Ostseite des Bauhofes - dort, wo jetzt das Salzsilo steht - kommen Werkhalle, Werkstatt, Umkleiden, Sozialräume, eine Notunterkunft und eine Betriebswohnung.“

Faschingsdienstag in Königsdorf: ‚Kinschdarfer Maschkera-Zug‘

Alljährlich zur närrischen Zeit mutiert die brave Gemeinde Königsdorf zur Faschingshochburg. An jedem Faschingsdienstagnachmittag gehört der Ortskern den großen und kleinen Narren beim bunten Faschingstreiben. Heuer findet nun wieder der große Faschingszug statt, der jedes Mal Faschingsfreunde von nah und fern anlockt.

Start ist auch heuer wieder um 13:33 Uhr an der Höckstrasse. Von dort aus geht‘s zur Hauptstrasse hinauf bis zum Oberbauer und wieder runter bis zum ‚Plumpf‘n Eck‘. Dabei sind diesmal voraussichtlich 17 Faschingswagen und sechs Fußgruppen.

Schon lange ist Königsdorf die Faschingshochburg im Landkreis. Das historische Foto zeigt eine Szene vom Faschingszug im Jahr 1958.

Bunt gemischt sind die närrischen Themen, die diese Gruppen und Wägen aufs Korn nehmen. Voraus fährt der Prinzenwagen mit dem aktuellen Prinzenpaar, die folgenden lustigen Persiflagen gelten Söders Initiative ‚Bavaria One‘, den Gemeindehäusern, dem Dieselskandal, es folgen ein Musikwagen ‚KISS‘, die ‚Perchten‘, der ‚Musikwagen 2‘, ein weiterer Dieselskandal, das ‚Jachenaudrama‘, auf die Schippe genommen werden aber auch Leonhardi, das Bienensterben, die Geothermie, der Wolf, das Eishockey, die ‚Superhelden‘, ‚Blechmusi und die Hippies‘. Die Fußgruppen haben sich etwas überlegt zu den ‚GardeOmas‘, dem vergoldeten ‚Ribery-Steak‘, dem Holzkirchner Kuhglockenstreit, und Trumps ‚Mexico-Mauer‘.

Für das leibliche Wohl sorgen die Verpflegungsstände: ‚Scharfer Fritz‘, die ‚Bier- und Würschtl-Oase‘, der ‚Mandel-Hans‘, eine Kaffee- und Kuchen-Bar, eine Weißbier-Bar, ‚Fitness-Würschtl‘ oder ein Mohrenkopf-Verkauf.

Gemeindliches Wohnbauprojekt: Zwölf Wohnungen am Angersteig

Die Zielgruppe waren Bürger mit niedrigem bis mittleren Einkommen: Die Gemeinde Königsdorf errichtete am Angersteig zwei Gebäude mit je sechs Wohneinheiten. Angeboten wurden sie zu günstigen Mieten. Hier in schöner Ortsrandlage entstanden Ein-Zimmer-Appartements, Zwei- und Dreizimmerwohnungen mit Loggia mit Flächen zwischen 38 und 84 Quadratmetern. Unterirdisch sind die beiden Gebäude durch eine Tiefgarage verbunden.

Zwei ansprechende Baukörper - das ist das Musterprojekt der Gemeinde mit insgesamt zwölf Wohnungen am Angersteig.

Das Musterprojekt - einer der ersten derartigen im ländlichen Bereich - erregte kürzlich bei der Besichtigung auch das Interesse von Vertretern der Nachbargemeinden. Verwaltet werden die Wohnungen von der Baugenossenschaft Geretsried, die damit von der Gemeinde beauftragt wurde. Sie war auch für die Vergabe der Gemeindewohnungen nach bestimmten, von der Gemeinde erarbeiteten Richtlinien und nach einem Punktesystem zuständig. Die ursprünglich veranschlagten Kosten für das Projekt haben sich aufgrund von vorher unkalkulierbaren Problemen mit dem Untergrund, der geforderten Technik sowie der allgemein florierenden Baukonjunktur auf 3,25 Millionen Euro erhöht. Vom Freistaat kam eine knappe Million Euro als Förderung.

Geothermie in Königsdorf: Trotz Fehlschlägen noch nicht vor dem Aus

Es ist erst einige Jahre her, da machte sich im Oberland fast schon eine Goldgräberstimmung breit. Eine erneuerbare Energie ohne Umweltverschmutzung war im Fokus von Investoren: die Geothermie. Das Prinzip schien einfach: Je tiefer man in die Erde bohrt, desto wärmer wird es und in tieferen Erdschichten gibt es Grundwasser, das ausreichend heiß ist, um ihm Energie zu entziehen und damit einmal Generatoren zur Stromerzeugung anzutreiben und mit der Restwärme sogar noch ein Fernwärmenetz aufzubauen, um die Wohnungen zu heizen. Das abgekühlte Wasser sollte dann an anderer Stelle wieder in den Untergrund zurückgeleitet werden.

Der Bohrturm in Attenhausen wurde wieder abgebaut. Ob nun einer nördlich von Königsdorf errichtet wird, steht noch in den Sternen.

Weilheim, Geretsried-Gelting, Icking-Attenhausen, Königsdorf - in mehreren Gemeinden machte man sich große Hoffnungen, plante eine Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen, diskutierte über kommunale Fernwärmenetze und den Bau der Kraftwerke. Dann erfolgte ein ums andere Mal die Ernüchterung. Gelting: trotz zweier Bohrversuche ein Fehlschlag. Icking: kürzlich ebenso. Auch Weilheim ein Fehlschlag. Das Problem: Um die Wärme aus der Tiefe nutzen zu können, ist eine ausreichende ‚Schüttung‘ erforderlich, also eine ausreichend große Wassermenge pro Minute. Und alle drei Bohrstellen ergaben zwar heißes Wasser, aber keine wirtschaftliche Nutzbarkeit.

Noch nicht vom Tisch ist das Projekt nördlich von Königsdorf. Es kann nämlich nicht von einem Fehlschlag auf den nächsten geschlossen werden. Es hängt immer von den jeweiligen Strukturen und Wassermengen im Untergrund ab - und mit letzter Sicherheit könne diese örtlich sehr unterschiedlichen Faktoren erst nach erfolgreicher Bohrung bewertet werden. Dem Vernehmen nach ist das ausführende Unternehmen noch auf der Suche nach Investoren. Dies scheint allerdings nach den letztlich bekannt gewordenen Fehlschlägen in der Region verständlicherweise schwieriger geworden zu sein. 

Impressionen: Gemeinde Königsdorf stellt sich vor

Große Priorität: Sanierung des Schulstandortes

Ob die Turnhalle saniert oder doch neu gebaut wird, soll je nach Fördermöglichkeit entschieden werden.

Eines der wichtigsten Projekte der laufenden Planungen in Königsdorf ist die Sanierung von Schule und Turnhalle. Nötig sind unter anderem Maßnahmen zur Verbesserung der Tragfähigkeit des Daches. Auch im Bereich Brandschutz sind Maßnahmen erforderlich. Hinzu kommt der Bedarf an zusätzlichen Räumen für Kindertagesstätte, Offene Ganztagsschule, Mittagsbetreuung und Mensa. Das gesamte umfangreiche Projekt in geschätzter Gesamthöhe von mindestens rund 2,5 Millionen Euro soll Abschnitt für Abschnitt je nach Dringlichkeit umgesetzt werden. Dafür ist ein Zeitraum von rund fünf Jahren vorgesehen. Je nach Fördermöglichkeiten sollen dann die Entscheidungen fallen, ob zum Beispiel die Turnhalle saniert oder gleich komplett neu gebaut wird. Erweitert werden soll auch die Schule. Um für die nähere Zukunft gerüstet zu sein, ist eine Erweiterung von zehn auf 14 Klassen vorgesehen.

Satzung zur Ortsgestaltung: Eigenarten der Ortsmitte beibehalten

Eine klassische 08/15-‚Ortsgestaltungssatzung‘ sollte es nicht werden, auch keine Denkmalschutzsatzung. Daher hatte sich die Gemeinde Königsdorf im vergangenen Jahr durch den Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München eine eigene Satzung ausarbeiten lassen. Ziel war es, das ortstypische Bild zu erhalten, dabei aber eine gewisse Flexibilität zu wahren. Das Ergebnis war eine ‚Gestaltungserhaltungssatzung‘.

Das typische Ortsbild von Königsdorf mit den der Straße zugewandten Giebeln der Einfirsthöfe soll erhalten bleiben.

Zentrales Anliegen der Satzung ist es, dass in Zukunft sowohl der Rückbau, als auch die Änderung oder die Nutzungsänderung sowie die Errichtung baulicher Anlagen genehmigungspflichtig sind. Bei der Bewertung jedes Bauvorhabens werden künftig gebiets- und ortstypische Merkmale berücksichtigt, wie Baustil, Sichtverbindungen, Umzäunungen oder Baumbestand. Wichtig ist es der Gemeinde, die historische Straßendorfstruktur mit den mit den Giebeln der Straße zugewandten Einfirsthöfen zu erhalten und überbordenden Bauprojekten von Investoren von vorn herein einen Riegel vorzuschieben.

Festtage Königsdorf 2020

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Im kommenden Jahr erlebt Königsdorf vom 30. April bis zum 10. Mai die Festwochen zum 93. Loisachgaufest und zum 69. Patronatstag. Die Vorbereitungen für die Festtage laufen schon seit geraumer Zeit und Königsdorf wird an diesen Tagen zum Zentrum der Trachler und Gebirgsschützen der ganzen Umgebung.

Schnelles Internet für Königsdorf

Noch kommt nicht jeder Königsdorfer in den Genuss von schnellem Internet mit mehr als 30 MBit/s. Im Lauf des Jahres sollen nun die Stufe 2 des Breitbandausbaus realisiert und auch die entlegenen Ortsteile und Höfe versorgt werden.

wt

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