Von einem Geldregen kann zwar in Dietramszell nicht die Rede sein. Doch die Kommune fängt an, sich zu erholen. foto: red

Gemeindefinanzen erholen sich spürbar

Dietramszell - Der Gemeinderat hat die Haushaltssatzung 2011 verabschiedet. Wie es scheint, ist Dietramszell auf einem guten Weg: Zum ersten Mal seit vielen Jahren können Rücklagen gebildet werden.

Beim Thema Geld kamen aus Dietramszell in den vergangenen Jahren eher schlechte Nachrichten, ja sogar der Pleitegeier wurde schon bemüht. Das hat sich geändert. „Wir haben 2011 einen Haushalt, der unseren Ansprüchen gerecht wird“, sagte Leni Gröbmaier in der Gemeinderatssitzung am Dienstag nicht ohne Stolz. Zum ersten Mal seit vielen Jahren wird die Gemeinde 2011 Rücklagen bilden können, oder, in der Sprache der Kämmerer, 448 000 Euro vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt überführen. Allerdings warnte Gröbmaier vor Euphorie: „Wir werden weiter konsolidieren und weitere Einnahemquellen auftun müssen.“ Eine Erhöhung der Gewerbsteuer schloss sie aus: „Wir wissen, dass wir in Vorleistung treten und erst etwas für das Gewerbe tun müssen.“ Auch höhrere Gebühren sind für sie tabu: „Wir sind uns einig, dass unsere Bürger schon jetzt stark, ja teilweise über Gebühr belastet werden.“

Details nannte Kämmerer Georg Jaud. Dass es gelungen ist, einen Überschuss zu erwirtschaften, sei den Anstrengungen vor Ort zu verdanken: „Wegen der sich zuspitzenden Haushaltslage war es notwendig, Einsparungen, aber auch Einnahmerhöhungen vorzunehmen“, erklärte er. Doch auch die Tatsache, dass Deutschland und Bayern die Wirtschaftskrise gut überstanden haben, nutzt den Dietramszellern. Höhere Gewerbesteuereinnahmen, hohe Schlüsselzuweisungen und eine niedrigere Kreisumlage: Diese drei Faktoren bewirken, dass sich die Gemeindefinanzen erholen. Der Schuldenstand der Gemeinde reduziert sich bis zum Jahresende auf 4.093 529, die Pro-Kopfverschuldung liegt somit bei 783 Euro.

Doch auch Jaud trat mit Nachdruck auf die Euphorie-Bremse. Immer wieder verwies er auf die vielen Fragezeichen, die hinter dem Haushalt stehen, etwa die kaum kalkulierbaren Gewerbesteuereinnahmen. Auch würden in Zukunft die explodierenden Kosten für die Sozialleistungen wohl auf die Gemeinden abgewälzt. „Das ist nicht nur erschreckend, das muss uns ängstigen“, sagte Jaud.

Eine Diskussion schloss sich nicht an. Lediglich Stephan Ailler (CSU) bezweifelte, dass die Gemeinde 2011 durch Grundstücksverkäufe wirklich 800 000 Euro erzielen werde. „Das finde ich unrealistisch“, sagte er. Auch hielt er die 162 000 Euro teure Sanierung der Verbindungsstraße zwischen Baiernrain und Lochen nicht für vordringlich. „Da gibt es Wichtigeres“, sagte er. Das nahm Leni Gröbmaier zum Anlass, etwas Grundsätzliches zu erklären: Keine der Maßnahmen müsse unbedingt gemacht werden. „Es geht vor darum, die Möglichkeit zu haben.“ Der Gemeinderat verabschiedete die Haushaltssatzung mit 13:7 Stimmen. (vu)

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